Quiz-Auflösung

Über die kirchlichen Friedensbewegungen in der DDR und in der ganzen Christenheit. Ausführliche Antworten zum Rätsel in der Novemberausgabe von chrismon

Welches Bibelwort machte die christliche Friedens­bewegung in der DDR zu ihrem Motto?
A    Gottes Friede ist höher als alle Vernunft
B    Friede den Hütten, Krieg den Palästen
C    Hammer zu Sicheln
D    Schwerter zu Pflugscharen

Richtig D: Dass die Heiden nach Jerusalem zum Zion pilgern und ihre "Schwerter zu Pflugscharen" und ihre Spieße zu Sicheln machen, das weissagt der biblische Prophet Micha (Kapitel 4). 1959 schenkte die Sowjetunion den Vereinten Nationen eine Bronzeskulptur, die dieses Umschmieden der Schwerter nachbildet. Nachdem die SED in der DDR 1978 das Pflichtfach "Wehrerziehung" an Schulen eingeführt hatte, kündigte der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR ein Alternativprogramm "Erziehung zum Frieden" an. Viele Kirchengemeinden reagierten mit eigenen Friedensinitiativen. Der Grafiker Herbert Sander zeichnete die sowjetische Skulptur nach und versah sie mit dem Schriftzug "Schwerter zu Pflugscharen". Das Motiv kursierte als Lesezeichen und auf Gottesdiensteinladungen. Es avancierte zum zentralen Motiv der kirchlichen Friedensbewegung in der DDR.

"Friede den Hütten, Krieg den Palästen" forderte der Student Georg Büchner (1813-1837; er wurde als Schriftsteller des Vormärz berühmt) in seiner aufrührerischen Flugschrift "Der Hessische Landbote". Hammer und Sichel waren die Symbole des sogenannten "Arbeiter- und Bauernstaates" DDR. "Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren" - diesen Gruß aus Philipper 4,7 kennen Gottesdienstbesucher als Kanzelsegen nach der Predigt.

 

Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) einigte sich 1983 in Vancouver auf einen Lernprozess zu diesen Themen:
A    Glaube, Liebe, Hoffnung
B    Güte, Barmherzigkeit, Vergebung
C    Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung
D    Vater, Sohn, Heiliger Geist

Richtig C: Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, alle drei Ziele seien miteinander verbunden. Das erkannte der Ökumenische Rat der Kirchen auf seiner Tagung 1983 in Vancouver, Kanada. Schon der Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) hatte zu einem gesamtchristlichen Friedenskonzil aufgerufen. Die Kirchen müssten sich zusammentun für den Frieden in der Welt. Das griff die kirchliche Delegation aus der DDR dann in Vancouver auf. Man einigte sich auf einen "konziliaren Prozeß gegenseitiger Verpflichtung auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung." Das heißt: Kirchliche Basisgemeinschaften sollten sich für diese drei Ziele fortan einsetzen. Denn Frieden könne es nur geben, wenn die Ressourcen der Menschen gerecht verteilt seien, und vor allem, wenn sie nicht zerstört würden. Schon damals war klar, wie wichtig Umweltschutz für das Überleben der Menschheit ist.

 

In der Dekade von 2001 bis 2010 arbeitete der ÖRK besonders hierfür:
A    Freiräume schaffen
B    Gewalt überwinden
C    Flüchtlingen helfen
D    Mehr Klimaschutz

Richtig B: Eine "Dekade zur Überwindung von Gewalt" rief der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) für den Zeitraum von 2001 bis 2010 aus. Die Mitgliedskirchen, engagierte Gruppen und einzelne Christen sollten an einer Kultur der Gewaltlosigkeit oder Gewaltfreiheit arbeiten. Es sollte darum gehen, im Privaten, in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Politik Gewaltfreiheit einzuüben, als Christen auf jede Rechtfertigung von Gewalt zu verzichten, gemeinsam mit Andersgläubigen ein gemeinsames Leben in pluralistischen Gesellschaften zu gestalten und gegen die Militarisierung in der Welt zu protestieren. Mehr dazu finden Sie hier.

 

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