Izzeldin Abuelaish kämpft für Frieden in Nahost

Ihr sollt nicht hassen
Ihr sollt nicht hassen

Sandra Stein

Izzeldin Abuelaish hält seine Autobiografie in der Hand. Er zeigt auf das Foto seiner Nichte Noor, die zusammen mit seinen Töchtern beim Raketenangriff getötet wurde.

Ist Frieden im Nahen Osten noch möglich? Der palästinensische Arzt Izzeldin Abuelaish glaubt fest daran – obwohl er Schreckliches erlebt hat.

Dafür, dass der Mann für den Friedens­nobelpreis vorgeschlagen wurde, ist Izzeldin Abuelaish ganz schön frech. Bis eben ist er in einem Kölner Hotel geduldig den Anweisungen der Fotografin gefolgt, jetzt aber, wo sie für einen Moment wegschaut, schnappt er sich ihre Kamera und versteckt sie unter dem Tisch. Er freut sich wie ein Kind, als die junge Frau suchend um sich schaut. Es ist für den 66-Jährigen eine kleine Flucht aus dem großen und schweren Thema, über das er mit Journalistinnen, Politikern, Menschenrechtsaktivisten spricht: dass Frieden möglich ist zwischen Palästinensern und ­Israelis. Trotz des Furchtbaren, das er erlebt hat. 

Claudia Keller

Claudia Keller musste nach dem Treffen ­sofort Falafel essen. ­Izzeldin Abuelaish hatte ihr Handy­fotos von ­seinen Lieblings­gerichten in Gaza ­gezeigt und von Humus geschwärmt.
Lena UphoffPortrait Claudia Keller

Sandra Stein

Sandra Stein, ­Foto­grafin, ­gärtnert gern. So wie ­Izzeldin ­Abuelaish. Am Tag nach dem Foto­shooting ­kaufte sie mit ihm in Köln ­holländische ­Tulpenzwiebeln für den Garten in Kanada.
PrivatSandra Stein

Der Tag, an dem alles hohl zu werden schien, die Rede von der Versöhnung, dass man nicht aufeinander schießt, wenn man sich kennt, dass Hass und Gewalt nicht weiter­führen – das war der 16. Januar 2009. Da saß er, der ­Palästinenser, im Gazastreifen fest. Die Hamas hatte jahrelang Raketen auf Israel geschossen, die israelische Armee bombardierte nun den Gazastreifen, in dem die Islamisten regierten.

Eine Woche lang folgte Bombe auf Rakete; dann rückten die Panzer ein. Izzeldin Abuelaish und seine acht Kinder hatten Lebensmittel gehortet und blieben in ihrem Haus in Jabaliya. Die israelische Armee wird schon ­wissen, wer er ist, dachte er sich. Er, der gefragte Gynäkologe. Der erste palästinensische Arzt, der in einem israelischen Krankenhaus arbeiten durfte, er, der viele Freunde hat in Israel, darunter Journalisten und Politiker. 

Aus der Armut nach Harvard

Izzeldin Abuelaish hat sich hochgearbeitet vom Flüchtlingscamp in Jabaliya an die Universitäten in Kairo, ­London und Harvard. Aufgewachsen ist er mit Eltern und neun Geschwistern in einer neun Quadratmeter großen Hütte. Sie schliefen dicht gedrängt auf dem Boden, das Baby kam in die große Schüssel, in der tagsüber Geschirr gespült wurde. Einmal wollte die Mutter einem der ­Söhne eine Ohrfeige geben. Der duckte sich weg und rannte ­davon. Dabei trat er aus Versehen in die Schüssel – und auf das Baby. Das Mädchen starb.

Izzeldin wusste früh, dass Bildung aus der Armut heraus­führen kann. Er drückte die Schulbücher eng an sich wie andere den Teddy. Den Radiergummi trug er an einem Faden um den Hals, er war so stolz darauf und wollte ihn nicht verlieren. Ein Lehrer bemerkte seinen Ehrgeiz und vermittelte ihm, dass er alles werden kann, was er will. Dass jemand so an ihn glaubte, war ein großes Glück für Izzeldin, doch der Weg war hart. Izzeldin stand um drei Uhr auf und verkaufte vor Schulbeginn Milch, um Geld für die Familie beizusteuern. Nach der Schule pflückte er Orangen und schleppte Ziegel. Hausaufgaben machte er abends inmitten der lärmenden Geschwister.

Erschöpfende Prozeduren an den Checkpoints

Sie würden ihn doch verschonen, dachte er, die Armee kannte doch sein Haus. Und hatten ihm nicht immer ­wieder Menschen in Israel geholfen? Mit 15 hatte er die Chance, den Sommer über auf einem Bauernhof in ­Israel zu arbeiten. Er verdiente dort gut und wunderte sich, ­warum diese Familie ihn überhaupt genommen hatte. ­Einen palästinensischen Jungen! Waren Palästinenser und Israelis nicht Feinde? Offenbar gab es also auch ­unter den Israelis solche und solche. Später, als er Arzt war, ­halfen ihm israelische Kollegen, dass er bei ihnen in einer israelischen Klinik seinen Facharzt machen konnte.

Doch die erschöpfenden Prozeduren an den Checkpoints blieben, er wusste nie, wie viel Zeit er brauchen würde, um ins Krankenhaus auf israelischer Seite zu kommen, oder ob er ein Visum für eine Konferenz in London erhalten würde. Um pünktlich im Dienst zu sein, wohnte er unter der Woche in Israel – getrennt von Frau und Kindern. Manchmal wollten sich israelische Patientinnen nicht von ihm behandeln lassen. Am Wochenende musste er sich im Gazastreifen Vorwürfe anhören: "Wie kannst du jüdischen Frauen helfen, Babys zu bekommen? Du verhilfst einer neuen Generation von Besatzern auf die Welt." 

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Wenn es schwierig wurde, bemühte er sich noch intensiver, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. "Wir müssen einander zuhören und die anderen Sichtweisen gelten lassen. Gewalt erzeugt Gegengewalt und bringt noch mehr Hass in die Welt", sagt Abuelaish in der Kölner Hotellobby. Wenn er über Frieden und Verständigung spricht, kommt er schnell ins Predigen und ist dann kaum zu stoppen. Hunderte Male hat er seine Botschaften schon vorgetragen, Politikern, Wissenschaftlern, Schulklassen, auf Podien und Kongressen in Israel, in den USA, in Kanada, in Brüssel . . .

Er freundete sich mit seinen israelischen Kollegen an, lernte Hebräisch, an den Wochenenden lud er regelmäßig Israelis in den Gazastreifen ein. Mit Hilfe von israelischen Kollegen eröffnete er dort sogar Kliniken.

Damals, im Gaza-Krieg im Januar 2009 beobachtete ­Izzeldin Abuelaish eines Tages, wie ein Panzer sich seinem Haus nähert und die Wohnung seiner Brüder ins Visier nimmt. Wusste die Armee doch nicht, wer da wohnte? Dass er keine Militanten verstecken würde? Panisch rief er Shlomi Eldar an, einen befreundeten israelischen Fernseh­journalisten, dem er alle paar Tage Live-Interviews über die Lage im Gazastreifen gab. Eldar erreichte, dass ein anderer Kollege sofort im Radio über Abuelaish und den Panzer berichtete. Kurz danach drehte der Panzer ab.

 Izzeldin Abuelaish in Gaza am Grab seiner Töchter im Sommer 2021. Neben ihm sein Sohn, seine Tochter und eine Nichte.privat

Zwei Tage später blieb keine Zeit, Freunde um Hilfe zu bitten. Am Nachmittag um 16.45 Uhr schlugen zwei ­Raketen im Schlafzimmer der Töchter ein, eine gigantische Explosion, Donnern, Krachen erschütterten das Haus. Abu­elaishs Töchter Bessan, Mayar, Aya und seine Nichte Noor waren sofort tot. Eine weitere Tochter, sein Bruder und ein Neffe wurden schwer verletzt. Auf You­tube kann man sehen, wie Shlomi Eldar in einem Fernseh­studio sitzt und einen Anruf entgegennimmt. Man hört einen Mann auf Arabisch völlig aufgelöst schreien: "Allah, Allah, ­meine Kinder sind tot, was haben wir getan . . . ?" Es ist Izzeldin Abuelaish. Der Journalist versucht, mit ihm zu reden, ist sichtlich betroffen und verlässt mit dem Handy das Studio. Die Szene verbreitete sich sofort in Israel und weltweit.

"Die Sendung hatte einen enormen Effekt auf die Israelis, die bis dahin nichts vom Gazastreifen hatten hören wollen, weil sie so wütend über die acht Jahre Raketen­beschuss durch die Hamas waren. Die Mehrheit der Israelis befürwortete den Einmarsch. Jetzt verstanden sie zum ers­ten Mal, was in Gaza geschah", sagte Shlomi Eldar später. 

Er fühlte sich wie Hiob

Izzeldin Abuelaish hat ein Buch über sein Leben ver­öffentlicht. Darin beschreibt er die Tage und Wochen nach dem Angriff: "Sosehr ich mich um Ruhe und eine klare Sicht auf die Dinge bemühte, kehrten meine Gedanken doch immer zu meinen wunderschönen unschuldigen Töchtern zurück. Ich stellte mir ihre mögliche Zukunft vor, ihre Hochzeiten, das, was sie der Welt hätten geben können. Ich wünschte mir sehnlichst, ich könnte die Zeit zurückdrehen: dass sie nicht im Schlafzimmer gewesen wären, dass die Waffenruhe, von der man sprach, schon Wirklichkeit gewesen wäre . . . Der Wahnsinn des Ganzen ließ mich nicht ruhig werden; die blinde Verbohrtheit der Behauptung, man hatte alle Bewohner des Gazastreifens angreifen müssen, um das Raketenfeuer auf Israel zu ­stoppen."

Er fühlte sich wie Hiob, fragte sich, wieso ihm das ­passiert war, wo er doch immer nur Gutes getan hatte? Die Armee gestand schließlich ein, dass die Raketen auf sein Haus ein Versehen waren. Eine Entschuldigung hat er nie erhalten.

 Izzeldin Abuelaish mit seinen drei Töchtern und zwei Söhnen 2016 in Kanada. Zwei Töchter haben ihr Studium abgeschlossen, das Foto entstand bei der Abschlussfeier  vor der Uni. Ihre Mutter Nadia war 2008 an Leukämie gestorben.privat

Izzeldin Abuelaish lebt heute mit seinen fünf ­Kindern in Kanada, hat einen kanadischen Pass und unter­richtet an der Universität in Toronto. Wie schafft er es, sich trotz allem weiter für Versöhnung einzusetzen? Hat ihn nicht grenzenlose Wut gepackt? Hass? Im Hotel in Köln ­plätschert leise Jazzmusik. Der Mann im dunklen Jackett richtet sich auf im tiefen Sessel und fragt zurück: "­Welche Israelis sollte ich hassen? Die Ärzte und Schwestern, mit denen ich arbeitete? Die Babys, die ich zur Welt gebracht habe? Die Familie, bei der ich arbeiten durfte, als ich jung war?"

Der Soldat, der den Schuss abgefeuert hat, sei wahrscheinlich genug gestraft durch sein Gewissen. Natürlich sei er in den Wochen nach der Tragödie auch wütend ­gewesen, es sei wichtig, dieses Gefühl zuzulassen, sagt ­Abuelaish. Wut zeige ja auch, dass man nicht akzeptiert, was passiert ist, und bringe einen dazu, etwas zu verändern. Er will sich aber nicht überrollen lassen von negativen Gefühlen. Und dabei helfe ihm seine Erfahrung an den Checkpoints. "Dort habe ich trainiert, meine Wut zu kontrollieren. Sie herauszulassen, hätte alles schlimmer gemacht." 

Das größte Gefängnis der Welt

Manchmal sei er frustriert, aber der Opti­mismus verlasse ihn nie völlig. Wenn es ihm nicht so gut gehe, versuche er, noch mehr zu tun, noch mehr Menschen auf die Lage im Gaza­streifen aufmerksam zu ­machen. "Ich ­sehe nie etwas als hoffnungslos an", sagt ­Izzeldin Abuelaish, "weder wenn ich ein ­Baby zur Welt bringe, das krank ist, noch wenn ich die ­Blutungen einer Frau stille oder ein Paar behandle, das kein Kind bekommen kann. Warum sollten sich die ­Konflikte zwischen zwei Völkern nicht lösen lassen?"

Was bliebe ihm auch übrig, wenn er nicht weiter ­hoffen würde? Resignation? Die Abuelaishs waren vor der Staatsgründung Israels 1948 wohlhabende Bauern. Danach ­waren sie mittellose Flüchtlinge. Vater und Großvater ­kamen nie über den Verlust hinweg. Izzeldin stemmte sich schon als Kind gegen die bleierne Trauer und Hoffnungs­losigkeit. 

Er will nicht vergessen

Klar ist für ihn aber auch: Versöhnung und Wahrheit gehören zusammen, er ist kein neutraler Friedensvermittler, sondern nimmt Partei für die Palästinenser. Den Gaza­streifen nennt er "das größte Gefängnis der Welt". Viele Menschen seien arbeitslos, wüssten nicht, wie sie ihre ­Kinder ernähren sollten. "Natürlich sind sie verführbar für alles Schlechte. Deshalb müssen wir die Armut beenden."

Er kommt gerade zurück aus dem Gazastreifen und Israel, hat unter anderem Israels Staaatspräsidenten Isaac Herzog und Knesset-Abgeordnete getroffen. Er zeigt Handy­fotos von seinem Haus in Jabaliya. Vom gefliesten Küchenboden, auf dem man immer noch Löcher von den Splittern der Raketen sieht. Auf anderen Fotos stehen er und seine Kinder an den Gräbern und beten.

Er will nicht vergessen, den Schmerz nicht wegdrücken. Im Gegen­teil. Alle paar Monate lässt er sein komfortables Leben in ­Kanada hinter sich und kommt zurück. Taucht ein in Elend und Armut, "um zornig zu werden", wie er sagt. Ganz ohne Wut geht es eben auch nicht. Dann weiß er wieder, wofür er kämpft. "Wenn ich an den Gräbern stehe, gibt mir das Kraft", sagt Izzeldin Abuelaish. Er wird nicht aufgeben. "Das bin ich meinen Töchtern schuldig."

Infobox

Dokumentation/Stiftung

Izzeldin Abuelaishs Lebensgeschichte "Du sollst nicht ­hassen" erschien 2011 (Lübbe). Claudia ­Johanna Leist hat ­daraus das Hörspiel "Ich werde nicht ­hassen" gemacht (WDR 2019). Dafür wurden Leist und ­Abuelaish mit dem Robert Geisendörfer Preis 2021 geehrt.

Abuelaish hat im ­Namen seiner Töchter die Stiftung "­Daughters For Life" gegründet. Sie gibt Mädchen und Frauen in Nahost Stipendien, damit sie Schule und Uni besuchen können.

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Lesermeinungen

Israelische Soldaten haben 2009 drei seiner Töchter bei dem von der Regierung Israels befohlenen Krieg gegen die Palästinenser im Gazastreifen getötet. Insgesamt starben bei diesen Angriffen 1.400 Bewohner des Gazastreifens, unter ihnen mehr als 300 Kinder. Der Vater der drei getöteteten Mädchen, der berühmte Arzt Izzeldin Abuelaish, fragt sich im Chrismon-Artikel, "warum sich die Konflikte zwischen zwei Völkern nicht lösen lassen". Der Arzt hatte auf eine Entschuldigung Israels gehofft, sie aber bis heute nicht erhalten. Der Chrismon-Artikel vermeidet die grausamen Ereignisse in Gaza, die mit dem Begriff "Massaker" an der palästinensischen Bevölkerung noch am ehesten beschrieben sind.

Ende November 2021 hat der Arzt verstanden, dass sein bisheriger -versöhnlicher- Weg aussichtslos ist. In den letzten Tagen erschienen Artikel in der angesehenen israelischen Tageszeitung Haaretz und der Washington Post über das Massaker. Gideon Levy schreibt in Haaretz, dass der Arzt in Israel vor israelischen Gerichten auch weiterhin keine Gerechtigkeit für den Tod seiner drei Töchter finden wird. Er empfiehlt ihm eine Anklage gegen den Staat Israel vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Außerdem solle er der BDS-Bewegung beitreten.

Dass Israels Militär mit unvorstelllbarer Gewalt gegen Gaza vorgeht, zeigt auch die gezielte und hinterhältige Ermordung einer Krankenschwester durch einen israelischen Scharfschützen, als die junge Frau von einem medizinischen Einsatz innerhalb des Gazastreifens zurückkehrt.Ein Foto ist beigefügt.

Wer mehr über diesen Krieg erfahren will, sollte den sog. "Goldstone-Bericht" der Vereinten Nationen lesen.

Inzwischen haben sowohl der langjährige Ministerpräsident Israels, Benjamin Netanyahu, als auch sein Nachfolger in diesem Amt, Naftali Bennet, unmißverständlich erklärt, dass für sie eine Lösung des Konflikts im Sinne der Zwei-Staaten-Lösung völlig ausgeschlossen ist.

Auch dies mag eine Erklärung dafür sein, dass der Arzt Abuelaish dabei ist, seine Hoffnung auf eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern aufzugeben. Ihm wird auch bekannt sein, dass die israelischen Streitkräfte Jahr für Jahr Dutzende von Kindern töten, auch im Jahr 2021.

Betreff: Leserbrief zu "Entwaffnend" Izzeldin Abuelaish hat im Gaza-Krieg drei Töchter verloren. Trotzdem kämpft er für Versöhnung.
Leserbrief zu: „Sie starben beim Raketenangriff. Der palästinensische Arzt hat drei Töchter verloren. Trotzdem engagiert er sich für Frieden im Nahen Osten“, Chrismon 12.2021
Die Deutschen haben den Holocaust begangen, nicht die Palästinenser. Die Wiedergutmachung aber fand im Nahen Osten statt, auf Kosten der Palästinenser. Die Mehrheit von ihnen wurde durch die Staatsgründung Israels 1948 vertrieben, enteignet, entrechtet und ausgebürgert. Einer dieser Flüchtlinge ist der palästinensische Arzt Izzeldin Abuelaish, der drei Töchter im Gaza-Krieg verlor und dennoch für Versöhnung und Frieden kämpft. Zwei wichtige Aspekte fehlen leider in dem Artikel: Deutschland trägt nicht nur Schuld und Verantwortung an der jüdischen Katastrophe, sondern auch an der palästinensischen. Und: Frieden, Versöhnung und Wahrheit zwischen den beiden Völkern gibt es nur durch Gerechtigkeit. Was Martin Luther King oder Nelson Mandela für die Rechte der Schwarzen forderten, gilt ebenso für die Palästinenser. Gleiche Rechte in einem gemeinsamen Land. Dann können die Abuelaishs in ihre Heimat in Israel zurück, anstatt als Flüchtlinge von Gaza nach Kanada zu gehen.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Matthes

Eine "herzzerreißende" aber einseitige Geschichte!
Der vollständigen Information halber sollte man aber bedenken, daß in den israelischen Siedlungen in Nähe des Gaza-Streifens jedes Gebäude seit Jahren über einen Schutzraum verfügt, damit die dortige Bevölkerung zumindest das nackte Leben vor den palästinensischen Quassam-Raketen retten kann. Dazu existiert ein effektives Warnsystem, das bei anfliegenden Raketen mit dem Stichwort "Tzeva :Adom" jeden sofort den nächsten Schutzraum aufsuchen läßt.
Warum haben diejenigen, welche die israelische Bevölkerung seit Jahrzehnten beschießen, keine vergleichbaren Maßnahmen für ihre eigene Bevölkerung getroffen ? Ist es das zynische Vertrauen auf die - letztlich verständlicherweise begrenzte- Langmut Israels oder schlicht Gleichgültigkeit gegenüber den eigenen Staatsangehörigen ?
Solange derartige Fragen im Raum stehen, schmeckt diese Geschichte arg nach "Pallywood".