Ursula Ott fordert ein neues Alphabet

Adana, Bravo, Cottbus – ein neues Abc braucht das Land!
Das alte Alphabet verstehen viele Junge nicht mehr. Und eine doofe Geschichte hat es außerdem. Ein neues muss her!

Neulich am Telefon. Ich wollte Tandoori beim Inder bestellen, nix Lieferando, sondern direkt im Lokal. Lieferung per Fahrrad. Meine Straße heißt "Zeisselstraße", und ich fing an zu buchstabieren. "Zeppelin, Emil, Ida, Siegfried . . ." "Hör auf", quatschte mein Mann dazwischen, "das versteht kein Mensch, und Siegfried geht gar nicht mehr! Das ist aus der Nazizeit!" Oh Gott. Ich geriet beim Stichwort "Nazi" so unter Stress, dass mir gar nichts mehr mit Z einfiel. ­Zappenduster. Der Fahrer verstand mich immer schlechter, weil ich so stammelte, und ich radelte letztendlich selbst zum ­Lokal, Tandoori abholen.

Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und Chefredakteurin von evangelisch.de. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen.
Foto: Lena UphoffUrsula Ott, chrismon Chefredakteurin

Seither suche ich nach einem Buchstabieralphabet, das historisch unbelastet ist, wichtig! Und mein telefonisch bestelltes Essen richtig ankommen lässt. Auch wichtig! Denn leider hat der Mann recht, Siegfried ersetzte nach 1933 das jüdische Samuel, Zeppelin kam für Zacharias. Dank dem Antisemitismusbeauftragten Michael Blume wurden die jüdischen Namen mittlerweile wieder eingefügt, auch Nordpol wieder durch Nathan ersetzt. Also gibt es seit 2020 wieder ein Alphabet "ohne NS-Eingriffe".

Das Deutsche Institut für Normung (DIN), das für die Buchstabiertafel zuständig ist, legte zudem ein vollkommen neues Alphabet auf: Seit 1. August 2021 sollen wir mit Städte­namen buchstabieren. Bei meinem Tandoori-Lieferanten hätte ich ­sagen sollen: Zwickau, Essen, Iserlohn, Stuttgart, Stuttgart, Essen, Leipzig. Ganz ehrlich, ich bin nicht sicher, ob das Essen den Weg zu mir gefunden hätte. Zwickau essen? Hä? Essen?

Man kann sich Wörter umso ­leichter merken, je mehr sie mit einem starken Gefühl verbunden sind

Bei "Stuttgart" fällt mir ein: Wer in Stuttgart buchstabiert, hat’s definitiv leichter. Bei X sagt die Schwäbin Xälzbrot und bei K sagt sie Kudderschaufel. Ich habe mal gehört, dass man sich Wörter umso ­leichter merken kann, je mehr sie mit einem starken Gefühl verbunden sind. Xälzbrot (für Hochdeutsche: Marmeladenbrot) ist für mich mnemotechnisch unschlagbar. Xälz! Lägger!

Ich bin ohnehin für eine Kombination der diversen "Buchstabiertafeln". Ein Viertel der Deutschen hat Migrationshintergrund – warum soll ein Mann wie der deutsch-­türkische Barde Ata Canani Augsburg, Tübingen, Augsburg heißen? Warum nicht wenigstens Adana, Tübingen, Adana? Seine Musik ist schließlich auch Cross-over. Ein Kompromiss wäre das Funkalphabet: Alfa, Tango, Alfa. Vielleicht sollten wir einfach kreativ sein – und brauchen gar keine DIN-Norm. Wie buchstabieren Sie? Schreiben Sie mir!

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Lesermeinungen

Sehr geehrte Frau Ott,
gern komme ich Ihrer Aufforderung, Ihnen zu diesem Artikel zu schreiben, nach. Denn er ist ein Ausdruck der "Infantilisierung unserer Gesellschaft", wie es Hendrik Broder so treffend bezeichnete. Denn das Buchstabieralphabet ist in der Tat ein Kernproblem unserer Gesellschaft!!! Man muss erst einmal darauf kommen, in "Siegfried" ein Diktum der Nazis zu erkennen. Vermutlich ist Siegfried nicht viel jünger als Samuel.
Aber genau diese "Probleme" sind mit ein Grund dafür, dass immer mehr Menschen den Kirchen, nicht dem Glauben, den Rücken zukehren. Mit solch einem Schwachsinn , der sich scheinbar den Randgruppen anbiedert, retten man die institution "Kirche" nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Kussatz

Liebe Frau Ott,
zu Ihrem Bericht über das Telefon-ABC.
Vor 55 Jahren habe ich in meiner Lehrzeit von unserer Sekretärin etwas davon mitbekommen und fand es in meinem Leben praktisch.
Vor kurzem bestellte ich eine Torte für ein Fest.
„Wie ist ihr Name bitte?“
„Rostek – Richard, Otto, Siegfried, Theodor, Emil, Karl “.
“Danke, ein Name reicht “.
Ich mache es, wie Sie es vorschlagen.
Ich sage, was mir gerade einfällt.
Danke, ich hatte Spaß.

Sehr geehrte Damen und Herren!
Zu zwei Artikeln Ihrer letzten Ausgabe habe ich Anmerkungen:
Seite 9 – Ansage
Merkwürdig ist es schon, wenn beim Buchstabieren beim Namen „Siegfried“ der Ausspruch kommt, dass der aus der Nazizeit ist. Selber bin ich 1952 geboren und habe jahrzehntelang so buchstabiert, ohne dass jemand Anstoß daran nahm. Erst vor kurzem habe ich erfahren, dass in der Nazizeit die Buchstabiertafel geändert wurde und ich vermute, dass die Person, die den Ausspruch tätigte auch nicht vorher davon wusste. Warum hat die Person nicht schon bei Zeppelin Einspruch erhoben und auf Zacharias verwiesen? War wohl nicht ganz informiert.
Aber warum eine neue Buchstabiertafel. Es gibt die Internationale Buchstabiertafel der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), welches auch von der Internationalen Fernmeldeorganisation (ITU) und der NATO benutzt werden. Für die Umlaute können die bestehenden beibehalten oder mit Österreich und der Schweiz abgestimmt werden oder gem. ICAO mit dem Selbstlaut und einem E, z. B. für Ä dann Alpha – Echo.
Anm.: ICAO beginnt mit Alpha – Bravo – Charlie – Delta – Echo – Foxtrott – Golf – Hotel - .

https://de.wikipedia.org/wiki/Buchstabiertafel#Internationale_Buchstabie...(%E2%80%9ENATO-Alphabet%E2%80%9C)

und

Seite 60 - Happy Shoppen

An die Verwendung unnötiger Fremdwörter kann ich mich nicht gewöhnen und will es auch nicht.
Kleine Völker in Deutschland, wie die Sorben und die Friesen, kämpfen um ihre Sprache zu erhalten und wir verunstalten sie.
Eine Sprache soll verbinden und nicht trennen.
Fremdausdrücke sind oft nicht angebracht und führen zur Verwirrung.
Heute gibt es keine Ereignisse, sondern Events. Was für ein Blödsinn!
Aus Impfstoff werden Vakzin(e). Kein Wunder, dass Personen sich querstellen und sich nicht impfen oder heißt es jetzt vakzinen lassen, weil sie nicht mehr wissen was richtig ist
Sind keine deutschen Worte vorhanden, ist wenig gegen Worte aus fremden Sprachen anzuführen.
Aus welcher Sprache kommt Handy? Jedenfalls nicht aus dem englischen Sprachraum.
Ein Chaiselongue ist eine Sitz- / Liegemöbelstück mit einseitigem Kopfteil. Außer dieser langen Erklärung ist mir kein anderes Wort bekannt.
Konfitüre (mit Fruchtstücken) ist was anderes als Marmelade (ohne Fruchtstücke).
Der Vergleich zu früheren Fremdworten ist meist unpassend.
Heute heißt der Torwart Keeper. Ist das so wie Bar – Keeper?
Ein Rennfahrer nennt sich jetzt Pilot. Für mich ist ein Pilot ein Führer eines Flugzeuges.
Der Autorennfahrer müsste dann eigentlich Auto – Pilot heißen.
Oder die Werbung: „Coffee to go – auch zum Mitnehmen.“
Nur weil ein englischer Begriff gewählt wird, werden die Leute nicht schlauer und steigen auch nicht im Wert.
Die Verwaltungen werden aufgefordert in einfacher Sprache sich zu verständigen, warum nicht auch alle, die Druckerzeugnisse herausgeben. Fachliteratur oder ähnliches ausgenommen.
Wenn ich ein Fremdwörterbuch zurate ziehen muss, um einen Text zu verstehen, lege ich den Text beiseite.
Ist die Verwendung unnötiger Fremdwörter nicht Altersbenachteiligung (Altersdiskriminierung)?
Falls man keinen deutschen Begriff kennt, kann hier nachgeschaut werden:
https://vds-ev.de/denglisch-und-anglizismen/anglizismenindex/ag-anglizis...
Dies hat nichts mit nationalistisch zu tun und als Dipl. – Ing. sind mir auch nicht alle Fremdwörter fremd, aber ich meide sie in meinen Texten.
Mit freundlichem Gruß
Günter Pröhl

Sehr verehrte Frau Ott,
seit meiner Wehrdienstzeit, bei der ich das sog. NATO-Alphabet kennenlernte, buchstabiere ich nur noch mit dem in der Luftfahrt üblichen Funkalphabet. Es ist international gebräuchlich und verständlich. Zugegeben, der eine oder andere hat hier gelegentlich noch Schwierigkeiten damit, vor allem mit den englisch-sprachigen Begriffen, aber im allgemeinen klappt es ganz gut damit, zumal man bei dem "deutschen" Buchstabieralphabet auch immer gewisse Probleme hat und nicht weiß, welchen Begriff man nun gerade wählen soll, und bei Telefonaten mit ausländischen Teilnehmern ist es ohnehin verständlicher.

Apropos "Siegfried": ihn mit den Nationalsozialisten in Verbindung zu bringen, ist ein Schmarrn, der Name ist nun mal älter und in vielerlei Hinsicht gebräuchlich.
Im übrigen: Ihre Zeitschrift CHRISMON lese ich sehr gerne, auch wenn ich nicht evangelisch bin.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Hilmer Horst

Liebe Frau Ott,
Ich bin Pfarrer i.R. und von Kindheit an Segler, ab 30 dann auch Funkamateur.
Seit vielen Jahren gebe ich Kurse für Seefunkzeugnisse. Was man dort als Grundlage lernen muss ist das internationale Buchstabieralphabet, also "Alpha, Bravo, Charlie Delta, Echo...." usw. Es ist überall auf der Welt gut verständlich, nazifrei und millionenfach täglich bewährt, auch in der Luftfahrt.
Da wir Deutschen eh der Seuche der Anglizismen verfallen sind, wäre doch die Anwendung dieses Alphabetes gar kein Problem!
Oder muss es wieder einen deutschen Sonderweg geben?
Manchmal bleibt mir wirklich nur ein inneres Kopfschütteln im Angesicht der "Probleme", die manche Menschen scheinbar bewegen.
Golf Uniform Tango Echo November
Tango Alpha Golf!

Sehr geehrte Frau Ott,
bitte sagen Sie Ihrem Mann, dass er völlig falsch liegt: Siegfried ist nicht aus der Nazizeit, denn, falls er an Wagner denkt: dieser war bereits tot, als Hitler geboren wurde. Und die Siegfried-Sage ist eh noch wesentlich älter ...
Eines der vielen Verbrechen der Nazis: dass sie uns auch heute noch einen unverkrampften Umgang mit der eigenen Sprache schwer machen.
Ich finde es wird Zeit, dass wir uns nicht mehr von diesen Burschen vorschreiben lassen, wie wir miteinander kommunizieren. Ich für meinen Teil werde weiterhin jenes Buchstabier-ABC verwenden, mit dem ich großgeworden bin. Jüngere Generationen können meinetwegen umschwenken. Hauptsache, man versteht, was gemeint ist ...
Beste Grüße
Ulrich Schindler

Moin Frau Ott!
Haben Sie eigentlich keine anderen Probleme als eine koschere Buchstabiertafel? Wie wärs mit dem NATO Alphabet, aber das ist bestimmt zu kriegerisch!
Beste Grüße aus Bückeburg
Siegfried Wache
PS: Wollen Sie mir eventuell wegen meines "NS-belasteten" Vornamens vielleicht noch ans Herz legen den besser in Samuel zu ändern?

Liebe Frau Ott,
Ihre " Ansage" im momentanen Chrismon 10.21 habe ich gern gelesen , das Buchstabieralphabet ist ja wirklich ein Thema, und wie man es gestalten soll, auch. Mnemotechnisch ist das "Xälz" X für nicht leicht zu toppen .
Aber etymologisch hat es, soweit ich weiss und herausfinden konnte ,mit Konservieren von Nahrungsmitteln zu tun , was ja früher mit Salz geschah. Und der Brotaufstrich aus zerkleinertem Obst und wohl auch Gemüse (siehe "Mus" ) war dann eben "Gsälz". Vielleicht findet sich eine internationale Alternative zu Xylophon oder Xanthippe.
Zugegeben,auch X-ray kann mit Xälz eigentlich nicht mithalten .
Mit freundlichen Grüssen
Dr.med Hanne Heiss-Kimm
Günzburg

Liebe Frau Ott,
ich komme aus dem Schwarzwald, bin studierter Germanist und Medienwissenschaftler, und lebe seit nun fast 35 Jahren in Frankreich (Paris/Colmar), wo ich Deutsch in der Erwachsenenbildung unterrichte
Als Sprachausbilder benutze ich immer noch die recht traditionelle Buchstabiertafel mit Namen, in der allerdings,
wie Sie schreiben, Siegfried schon wieder durch Samuel ersetzt ist. Gott sei Dank, denn auch ich bin natürlich dafür, dass die wüsten Sprachmanipulationen aus der unseligen Nazi-Zeit auf immer und ewig aus unserem Sprachschatz getilgt werden..
Nun ist es aber auch richtig, dass die urtypisch deutschen Namen wie Emil (für E) und Friedrich (für F) etc,.sich bei einem Publikum, welches Deutsch als Fremdsprache lernt, besonders gut ins Gedächtnis einprägen, gerade weil sie als typisch deutsch empfunden werden. Ihre Verwendung im Sprachunterricht ist pädagogisch also ausgesprochen sinnvoll.
Man muss ja nicht gleich Schulbücher mit Namen wie Siegfried, Brünnhilde, oder Hagen versehen, aber ich wehre mich dagegen, dass alle historisch deutsche Namensgebung anscheinend nur und ausschliesslich in die Naziezeit zurückreichen soll. Und vorher ? Was ist z.B. mit dem Siegfried aus der Nibelungensage ? Sie suchen nach einem historisch unbelasteten Buchstabieralphabet. Aber das gibt es nicht, ganz einfach, weil es keine historisch unbelastete Sprache gibt. Auch die Nennung deutscher Städte kann Historie wachrufen, für den, der auch nur ein bisschen etwas weiss: München - Die Stadt der Bewegung, Berlin - Die Reichshauptstadt etc., alles auch Nazi-Jargon, nicht weniger als es angeblich alte deutsche Namen wie Siegfried, Friedrich, Heinrich u.a. sind.
Und der Migrationshintergrund ? Selbstverständlich, wir müssen ihn in Betracht ziehen, was aber nicht heissen kann, alles historisch Deutsche zum Verschwinden zu bringen, sondern es, wie Sie selbst sagen, in einer Kombination diverser Namensgebungen einzubegreifen.
Mit freundlichen Grüssen

Liebe Frau Ott,
Adana, Bravo. Cottbus.
Ich weiß nicht, ich weiß nicht.
Als Lehrerin erlebe ich, dass die Deutschkenntnisse in der x-Einwanderer Generation nicht besser werden, die Kopftücher mehr.
Den Abgehängten hilft man am besten durch klare Leitplanken, nicht durch Nebliges (Gutgemeintes).
Ansonsten: Ein Wort mit x: Xundheit!
Beste Grüße

Guten Tag Frau Ott, geschmunzelt hab ich über Ihren Artikel wegen Ihrer Überlegungen zum o.a. Thema.
So nett Sie das beschrieben haben - aber müssen wir uns als offenes Land in der Weltgemeinschaft unbedingt ein eigenes System leisten? Warum nur??? Das Funkalphabet sollte die erste Wahl für uns sein. Es wurde sz. extra so angelegt, daß es in allen "Zungen" leicht zu sprechen und verständlich ist. Ein Chinese kann es genau so stressfrei verwenden wie ein Franzose, ein Amerikaner und natürlich auch ein Deutscher. Es wird weltweit in der Seefahrt, der Luftfahrt, von Berufsfunkern, von Hobbyfunkern usw. verwendet. Alle internationalen Signalflaggen werden so benannt ( Man sagt z.B. nicht "Flagge N" sondern "Flagge November" usw. ). Fehlinterpretationen sind selbst bei bescheidener Übertragungsqualität fast unmöglich.
Mir erschließt sich nicht, warum nun unbedingt - ich habe auch schon davon gehört - hier etwas neues installiert werden soll.
Nationale Individualität - gern, aber hier sollte (Welt)offenheit der Maßstab sein.
Meinen Sie nicht auch? Mit freundlichen Grüßen

Guten Tag Frau Ott,
nach Klimawandel und der Verkehrswende jetzt also auch ein neues Abc. Die Buchstabierhilfen sind bekanntlich dafür da, um Verwechslungen zu vermeiden. Anton, Berta, Cäsar etc. sind gelernt und vor allem eindeutig. Was man von Cottbus wegen der Verwechslungsgefahr von C und K gerade nicht sagen kann. Ob die Verwendung des in Deutschland so gut wie unbekannten Wortes Adana für ein fehlerfreies Diktieren glücklich ist, wage ich zu bezweifeln. Nordpol und Zeppelin sind für sich gesehen unbelastet - Siegfried ist wahrscheinlich schon grenzwertig (Wagner! Antisemit!). Wie gut muss es einem Land gehen, das sich Gedanken macht über so unbedeutende Probleme wie ein politicel correktes Abc sowie darüber, ob man Kinder im Karneval noch als Indianer verkleiden darf.

Ihre Frage in der Ansage ist : Wie buchstabieren? -
Meine Antwort : Bitte einfach ohne Norm , wie es mir im Moment einfällt.
Manchmal auch gängige Schablonen: ´ Emil , Ida, Nordpol `; oder auch
mein Bruder ´Hans-Adolf` , mein Freund ´Siegfried T.` ... und dies
Thema ohne krampfhaft bemühte Ideologien , ohne neues ABC !
Auf jeden Fall möchte ich in dieser Kolumne auch nicht als Ehemann herhalten und instrumentalisiert werden wollen ; das wäre für mich zu manipulativ übergriffig. Noch eine andere Frage fällt mir ein , die Frage aus der Gralssage des Königs Artus mit seinem Freund Owain : "Was Frauen das Liebste auf der Welt sei" . Und nein , es sind nicht Schmuck , nicht Kleider , nicht Reisen .... Des Teufels Großmutter verrät es :
Es ist das , " einen Mann zu zähmen " ( in ´Abenteuer und Fahrten der Seele - indogermanische Mythen` - Diederichs Gelbe Reihe ).
PS. Meine Frau und ich frotzeln gerne . Doch bitte nicht manipulativ .
Freundlich , Paul Kroh

Ich finde es schön,mit Obst u.Gemüse zu buchstabieren: Ananas Banane Clementine Dattel Erdbeere Feige Gurke Himbeere Inga Johannesbeere Kiwi Limette Mandarine Nektarine Orange Papaya Quitte Radieschen Stachelbeere Traube Umari Vogelkirsche Wacholder Xenia Yucca Zitrone.
Das kann doch jeder in unserem Land verstehen!
Viele Grüsse
Christa Eismann

Hallo Frau Ott,
Sie möchten wissen, wie ich buchstabiere? Ganz einfach: Seit Jahr und Tag buchstabiere ich mit Anton, Cäsar, Paula, Siegfried usw.. Ich bin nie auf die Idee gekommen, irgendwelche dieser Namen bzw. Begriffe in die Nähe der Nazis zu verorten. Folglich sah und sehe ich in dessen Verwendung auch kein Problem. Und ich denke, so ging und geht es vielen.
Zu einem Problem ist es aber erst jetzt geworden, verursacht durch einige Tugendwächter, die sich veranlasst sahen, in diesem Alphabet gewisse "NS-Eingriffe" festzustellen. Da kann ich nur sagen: Völlig überflüssig! Und so werde ich auch weiterhin in der alten Weise buchstabieren. Denn ich habe nicht die leiseste Absicht, irgendwas oder irgendjemanden damit zu diskriminieren.
Zum Vergleich: Wenn ich beim Bäcker "Mohrenkopf" sage, dann bin ich noch lange kein Rassist. Wenn ich dies aber bewusst sage, um eine bestimmte Haltung gegenüber Andersfarbigen zum Ausdruck zu bringen, dann wohl wäre ich einer.
Freundliche Grüße