So gingen chrismon-Geschichten aus 2021 weiter

Wie geht es euch jetzt?
Gute Nachrichten - Wie geht es euch jetzt?

Anne-Sophie Stolz

Reichlich Fame bekamen Ammar und Abouda für ihr T-Shirt-Label "du armer nicht mal marke"

Gute Nachrichten - Wie geht es euch jetzt?

Junge Stuttgarter, Kinder in Syrien, engagierte Eltern aus München, Shekiba im Friedensdorf International. Was chrismon berichtete - und was folgte.

Reichlich Fame

"Stuttgart musst du dir leisten können" stand im Juli 2021 über einer chrismon-Reportage über die Mobile Jugendarbeit in Stuttgart. Viele haben danach gespendet – leisten konnten sich die Stuttgarter davon drei Jugendfreizeiten im Sommer. Reichlich Fame bekamen Ammar und Abouda für ihr T-Shirt-Label ­ "du armer nicht mal marke": Sie tourten durch Fernsehen, Radio und Instagram und ver­kauften an die 100 Shirts. Ins T-Shirt-Business steigen jetzt Jüngere ein, weil Ammar und Abouda ihren Realschulabschluss machen. Der irakische Geflüchtete Ibraheem sagte in der chrismon-Story: "Jeder müsste einen haben, der sich für ihn interessiert." Dieser Satz wurde in chrismon gefeiert! Jetzt macht Ibraheem ein Freiwilliges Soziales Jahr als Schulbegleiter. Danach will er Erzieher werden.

Ursula Ott

 

Reichlich Spenden

 Die junge Pfarrerin Mathilde Sabbagh bleibt in Syrien und kümmert sich um die vielen allein gelassenen Kinder und Jugendlichen in ihrer Stadt HassakehGustav-Adolf-Werke e.V.

Was für ein Echo! Im Mai stellten wir Ihnen Mathilde ­Sabbagh vor, die in Syriens umkämpftem Nordosten eine Gemeinde leitet. Wer kann, geht fort von hier. Die junge Pfarrerin bleibt und kümmert sich um die vielen allein gelassenen Kinder und Jugendlichen in ihrer Stadt Hassakeh. Die verbringen ­ihre Nachmittage jetzt in der Gemeinde, lernen Englisch oder spielen Tischtennis, machen Bibelstunden oder feiern Feste. Dafür sammelte das Gustav-Adolf-Werk, das Diasporage­meinden unterstützt, Spenden. Angedacht waren 10 000 Euro. Nach dem chrismon-Bericht trafen über 78 000 Euro ein! Dank Ihrer überwältigenden Hilfe kann das Werk neben Sabbaghs Gemeinde noch weitere Projekte in Syrien fördern, etwa einen Kindergarten und einen Gemeindesaal in Aleppo.

Hanna Lucassen

 

Reichlich Antrieb

 Protestaktion gegen den Abriss des Dorfes Lützerath im Rheinischen BraunkohlerevierJochen Tack/dpa/picture alliance

Mit ihrer Familie war Beatrix Fuchs die Erste unserer Reihe "Die Bessermacher", in der ­Willi Weitzel bis zum Februarheft ­Menschen vorgestellt hat, die das Klima schützen. Im Interview berichtete sie, wie sie zu Hause Energie spart. Das Thema lässt sie nicht los. Mit anderen Eltern von "Parents for ­Future München" reiste sie mit der Bahn nach ­Lützerath, einem Dorf, das dem Braunkohle­tagebau weichen muss. "Der Anblick tut weh. Aber viel beeindruckender ist der Mut der Menschen, die sich der Zerstörung ent­gegenstellen." Die Gruppe bietet Vorträge und Workshops in der Münchner Nachbarschaft und in Kirchengemeinden an. Themen sind zum Beispiel: Klimaschutz für jedes Alter. Oder Tipps für gute, produktive Gespräche übers Klima.

Nils Husmann

 

Reichlich Mut

 Wegen der Taliban aufzuhören, ist keine Option für das Friedensdorf: Gerade sind 27 neue Kinder aus Afghanistan in Deutschland angekommen.Tobi Binder

Es war ein Schock, als Afghanistans Hauptstadt Kabul Mitte August an die Taliban fiel. Mitarbeitende des Friedensdorfs International waren gerade vor Ort und konnten mit einem Evakuierungsflug der Bundeswehr außer Landes gebracht werden. Seit über 30 Jahren holt die Hilfsorganisation verletzte Kinder vom Hindukusch nach Deutschland, um sie hier medizinisch zu versorgen. So auch Shekiba. 2020 habe ich sie ­ein Jahr lang immer wieder in ­Oberhausen besucht. Shekiba ist immer noch da, ­eine letzte Operation steht noch aus, bevor sie endlich nach Hause kann. Wegen der ­Taliban aufzuhören, ist keine Option für das Friedensdorf: Gerade sind 27 neue ­Kinder aus Afghanistan in Deutschland ange­kommen.

Michael Güthlein

 

Reichlich Zufall

 Bercem, zwölf, leidet an Muskeldystrophie Typ UllrichDaniel Schumann

Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Kind mit einer seltenen Krankheit, die nur eine Handvoll unter einer Million Menschen hat, auf ein anderes Kind mit derselben Diagnose trifft? Genau das ist passiert. Der Artikel über die an Muskeldystrophie Typ Ullrich erkrankte Bercem, zwölf, aus den Bethel-Seiten im Novemberheft erreichte Melissa Müller, Mutter von zwei Kindern mit derselben Erkrankung in Köln. "Ich konnte es kaum glauben", sagt Melissa Müller. Jetzt wollen sich die beiden Mütter treffen und sind total gespannt. "Mich interessiert schon, was da auf mich zukommt im Lauf der Erkrankung", sagt Bercems Mutter Berivan Is. #bethelhältzusammen

Ursula Ott

 

Reichlich Solidarität 

 Lesvos Solidarity fördert das Zusammenleben mit Einheimischen, etwa mit KunstworkshopsZentrum Oekumene

Neue Hoffnung auf Lesbos: Nachdem wir im Januar über die Räumung des Flüchtlingscamps Pikpa berichteten, spendeten die chrismon-Leser und Leserinnen rund 34 000 Euro. Die Organisation Lesvos Solidarity, die das Camp betrieb, renoviert nun ein Mietshaus für geflüchtete alleinerziehende Frauen. Sie kümmert sich weiter um die besonders schutzbedürftigen Flüchtlinge, die in Pikpa lebten. Und sie fördert das Zu­sammenleben mit Einheimischen, etwa mit Kunstworkshops. 2021 nahm Gründerin Efi Latsoudi zwei Preise in Deutschland entgegen: den Internationalen Bremer Friedenspreis und den Anita-Augspurg-Preis als "Rebellin gegen den Krieg". Auszeichnungen und Spenden bedeuten Latsoudi sehr viel: "Sie erinnern uns daran, dass wir nicht allein sind."

Hanna Lucassen

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Unter einer Million Menschen hat nur eine Handvoll das, was Bercem hat. Sie ist bestens ­aufgehoben: bei Mama, in der Förderschule – und im neuen Kinderzentrum in Bethel
Wir duschen, wir heizen, wir fahren Auto. Das verursacht fast zwei Drittel der CO2-Emissionen in privaten Haushalten
Claudia Peppmüller vom Friedensdorf International in Oberhausen ist gerade in Kabul. Sie und ihre Kollegen wurden von der Machtübernahme der Taliban überrascht. Im Moment warten sie darauf, ausgeflogen zu werden
Das Lager Pikpa auf Lesbos galt als menschenfreundlich – und wurde geräumt. Efi Latsoudi gibt aber nicht auf
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