Jesus Christus, der Messias

War er schon da oder kommt er noch?
Religion für Einsteiger - War er schon da oder kommt er noch?

Lisa Rienermann

Die Christen, der Messias und die Hoffnung auf den, der da kommt.

Vorgelesen: Religion für Einsteiger "War er schon da oder kommt er noch?"

Eigentlich heißt Messias auf Deutsch nur: gesalbt. Also mit Olivenöl eingecremt, wie einst die Könige Israels. Die Hoffnung, dass ein öliger, in der Sonne glänzender König alle Not wendet und Israels frühere Herrlichkeit wiederherstellt, beflügelte lange Zeit die Hoffnung auf einen Heilsbringer, den Messias.

Burkhard Weitz

Burkhard Weitz ist chrismon-Redakteur und zusammen mit Claudia Keller  verantwortlich für die Aboausgabe chrismon plus. Er studierte Theologie und Religionswissenschaften in Bielefeld, Hamburg, Amsterdam (Niederlande) und Philadelphia (USA). Er ist ordinierter Pfarrer und Journalist. Über eine freie Mitarbeit kam er zum "Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt" und war seither mehrfach auf Recherchen in den USA, im Nahen Osten und in Westafrika.      
Lena UphoffPortrait Burkhard Weitz, verantwortlicher Redakteur für chrismon plus

Nun legt die Bibel die Messlatte für diesen Messias aber sehr hoch. Er soll ohne jede Gewalt und allein mit der Autorität seiner Worte für Frieden und Gerechtigkeit sorgen. Er soll ein Friedensreich errichten, das kein Ende hat. Sogar in der Natur soll das Fressen und Gefressenwerden auf­hören – nachzulesen im neunten und elften Kapitel des Propheten Jesaja.

Schon klar: Kein Mensch kann ­diesen Ansprüchen gerecht werden. Gut so! Denn die religiöse Hoffnung auf einen Heilsbringer soll Menschen ja auch davor bewahren, dass sie auf die Typen mit der ganz großen ­Klappe hereinfallen, die sich womöglich selbst für den Auserwählten halten.

Kann der Wanderprediger Jesus von Nazareth also überhaupt der Messias gewesen sein? Unabhängig davon, ob der historische Jesus sich selbst für einen solchen hielt oder nicht – seine Jünger waren spätestens nach Ostern fest davon überzeugt. Denn so lautet das älteste Bekenntnis des Christentums: Jesus ist der ­Messias – oder mit dem griechischen Wort: Jesus ist der Christus.

Den Weg der Demut gehen

Dieses Bekenntnis ist so ver­wurzelt im Christentum, dass manche das Wort Christus schon für den Nach­namen Jesu von Nazareth halten. Dabei entsprach Jesus nicht einmal der gängigen Vorstellung von einem Messias. Er kam nicht mit Macht und Herrlichkeit daher, sondern im Gegen­teil: Er zeigte sich in seiner Ohnmacht und Schwäche. Er wies den Menschen den Weg zu Frieden und Gerechtigkeit: den Weg der Demut.

Die erstmalige Ankunft Jesu war noch nicht alles, das glaubten schon die ersten Christen. Das Friedensreich ist ja noch nicht da. Jesus komme ­wieder, sagten sie deshalb, "zu ­richten die Lebenden und die Toten", so bekennen es Christen weltweit noch heute im Gottesdienst. "Maranata", beten sie beim Abendmahl. Auf Deutsch: "Unser Herr, komm!"

Er war schon da - und kommt wieder

 Lisa Rienermann

Und deshalb ist der christliche Glaube an den Christus schon immer ein Mix von beidem gewesen: Er war schon da – und er kommt noch. Beim ersten Mal kam er, die Sünden hinwegzunehmen, heißt es im Hebräerbrief (9,28). Beim zweiten Mal wird er diejenigen retten, die auf ihn hoffen.

Im Jahreszyklus macht sich dieser Mix bemerkbar. Noch am Karfreitag ist das Bekenntnis des römischen Hauptmanns unterm Kreuz zu ­hören: "Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen" (Markus 15,39). Der Messias war da, wir müssen ihn nur erkennen, lautet die Botschaft. Aber schon in der Vorweihnachtszeit erwarten Christen erneut seine Ankunft. Das lateinische Wort für Ankunft ist Advent. "Er ist gerecht, ein Helfer wert", heißt es im ersten Adventslied des evangelischen Gesangbuchs: "Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, / sein Königskron ist Heiligkeit, / sein Zepter ist Barmherzigkeit; / all unsere Not zum End er bringt."

Christus eine Chance geben

Der mittelalterliche Mystiker Bernhard von Clairvaux sprach sogar vom dreimaligen Kommen Jesu. Die erste Ankunft geschah in Demut: als Kind in der Krippe und als Christus am Kreuz. Die dritte Ankunft sei seine Wiederkehr in Herrlichkeit als Richter am Ende der Zeiten. Die ­mittlere Ankunft Christi aber, das sei die ­Gottesgeburt im Menschen. Bernhard von Clairvaux meinte, dass Christen Christus eine Chance geben sollten, in ihnen anzukommen – und zwar dem Christus, der in einem Stall zur Welt kam und der die ­äußerste De­mütigung ohne Hass und Ver­bitterung auf sich nahm: den Foltertod als ein zu Unrecht Verurteilter, als Schwerverbrecher am Kreuz.

Bernhards mystischer Gedanke fand Eingang auch in die protestantische Frömmigkeit. "Eins aber", so dichtete der lutherische Pfarrer Paul Gerhardt (1607–1676), "hoff ich, wirst du mir, / mein Heiland, nicht ver­sagen: / dass ich dich möge für und für / in, bei und an mir tragen. / So lass mich doch dein Kripplein sein; / komm, komm und lege bei mir ein / dich und all deine Freuden."

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Lesermeinungen

"Sogar in der Natur soll das Fressen und Gefressenwerden auf­hören – nachzulesen im neunten und elften Kapitel des Propheten Jesaja."

Wenn Mensch seine wettbewerbsbedingt-instinktive / systemrational-gepflegte Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem "Individualbewusstsein" überwindet, so daß der geistige Stillstand, in der vollen Kraft des Geistes, zu geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein wird, dann wird Mensch die Welt OHNE ... leben und wird zur Seele für einen neuen/weiteren Geist zur Stärkung der Schöpfung.

"Kein Mensch kann ­diesen Ansprüchen gerecht werden."

Ganz genau, denn Mensch bedeutet IMMER ALLE, bzw. die Texte der Bibel sprechen IMMER Mensch als Ganzes an, MENSCH der das Schicksal / die "göttliche Sicherung" und den geistigen Stillstand seit der "Vertreibung aus dem Paradies" überwinden soll.

"... die Sünden hinwegzunehmen, ..."

Das ist nicht wahr, denn dann hätte es die vielen Worte/Gleichnisse der Bibel nicht gebraucht, es hätte dann auch kein großartiges Wissen/Glaubensbekenntnis gebraucht.

Immer schön, wenn`s was zu lachen gibt. Aber nur lachen reicht nicht. Ob Messias oder Christus , Halbwahrheiten sind für die Katz !

" Und deshalb ist der christliche Glaube an den Christus schon immer ein Mix von beidem gewesen: Er war schon da – und er kommt noch. "
Aber am Ende aller Tage sollte er Sieger sein !

Wer als Christ nicht an Jesus glaubt , oder die Kirche nicht achtet, geht dem Zeitgeist auf den Leim, der mit Populismus, Halbwahrheiten und Meinungsmache für eine rein egozentrische, gottlose Welt sorgt. Ich meine Kirche als Repräsentanz aller Christen, nicht als weltliche Machtinstitution, die ihr die Welt nur allzu gerne überstülpt. Hier muss Christ differenzieren lernen, meine ich.
Es geht immer darum, zwischen Meinung und Wahrheit zu unterscheiden , sich eine Meinung zu bilden, indem man sich sachlich informiert , oder zumindest nach dieser Information sucht. Die Wahrheit ist zersplittert , so riesig wie die Welt , so vielfältig kann die Wahrheit sein.
Aber ich kann einen Standpunkt einnehmen, und mich dennoch in alle Himmelsrichtungen bewegen.

"Nun legt die Bibel die Messlatte für diesen Messias aber sehr hoch."

Der Glaube kann Berge versetzen , besagt eine alte Binsenweisheit . Sie werden es ja doch nicht restlos ergründen, woher der große Menschheitstraum kommt !

Es ist doch auch sehr naiv, einfach nur zu glauben. Und wer tut das schon ?
Aber es wäre doch gut, wenn man nicht immer nur versuchen müsste, das Rad neu zu erfinden, um ewige Skeptiker, Nörgler und Querulanten vom eigenen Glauben zu überzeugen.
Soll doch jeder denken, was er will. Spätestens dann, wenn er auf andere Überzeugungen trifft, wird er umdenken müssen. Zu groß ist heute das Bewusstsein um viele Zusammenhänge.

Es ist wie die Quadratur des Kreises und irgendwie dreht sich die Welt heute viel schneller als früher.
Es gibt so viel zu bedenken .

Guten Tag,
leider ist der erste Satz des Artikels von Burkhard Weitz nicht richtig, in dem es heißt
"Eigentlich heißt Messias auf Deutsch nur: gesalbt."
Messias heißt vielmehr: der Gesandte (von lateinisch "mittere" senden, schicken).
Der Gesalbte ist Christus (von griechisch "christos").
Mit freundlichen Grüßen
Peter Festag
Euskirchen

Das Wort Messias kommt nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem Hebräischen über den Umweg des Aramäischen. Für nähere Auskünfte bei einer Suchmaschine Messias und Etymologie eingeben!

Fritz Kurz

Sehr geehrte Damen und Herren,
Burkhard Weitz schreibt über das Selbstverständnis Jesu: „Unabhängig davon, ob der historische Jesus sich selbst für (den Messias) hielt oder nicht – seine Jünger waren spätestens seit Ostern fest davon überzeugt.“ Mich würde interessieren, was der Autor unter „Ostern“ versteht – und was das für die Frage nach dem historischen Jesus bedeutet.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Stedtnitz
Berlin

Aber lieber Herr Ockenga, warum ist das denn gleich überzwerch, wenn der Messias kommt, wiederkommt und vorsichtshalber noch einen dritten Auftritt hinlegt? Wenn er im Angebot ein Friedensreich ohne Ende hat, außerdem den Viechern dieses unzivilisierte Fressen und Gefressenwerden mit der Autorität seines Wortes austreibt, dann sollte man nicht ausgerechnet bei den Zahlen kleinlich werden.

Fritz Kurz

Lieber Herr Kurz, es geht mir um die unseelige Verschachtelung des Glauben. Ich habe in meiner Jugend in der Kirche (zutiefst pietistisch, puritanisch, ohne Lebensfreude) erlebt, wie die Pastoren jeden Sonntag versucht haben, den Glauben zu erklären. Ein Gleichnis hat das andere "gejagt". Keines wurde als eindeutig und zweifelsfrei verständlich erachtet. Die angemahnte Klarheit Gottes war nirgends sichtbar. Auch viele Glaubensvirtuositäten in diesem Forum sind ähnlich formuliert. Wenn Jesus wirklich mit diesen Glauben in seiner von Menschen gemachten Auslegungsvielfalt einverstanden ist, warum ist dieser Glaube dann nur für Insider-Sprachen und einem speziellen Inhaltsverständnis geeignet? Mission ist so unmöglich.

Ich verstehe. Der Herr Weitz hat also ein Missionshindernis zu Papier gebracht. Da würde ich mich an Ihrer Stelle, lieber Herr Ockenga, nicht nur tüchtig ärgern, sondern einen weiteren Schritt machen. Schreiben Sie doch mal auf, was es eindeutig und zweifelsfrei verständlich zum Messias zu sagen gibt, insbesondere zur Frage, ob er schon da war und ob er noch kommt.

Ich werde es mir genau durchlesen. Ich bin durchaus auch ein Freund von Verständlichkeit und Eindeutigkeit. Ich kann allerdings nicht versprechen, dass sich meine Antwort als Missionstext eignen wird.

Fritz Kurz

Zitat: "Schreiben Sie doch mal auf, was es eindeutig und zweifelsfrei verständlich zum Messias zu sagen gibt, insbesondere zur Frage, ob er schon da war und ob er noch kommt".
Was es grundsätzlich von mir zu sagen gibt, steht in meinem Beitrag zu "Will Gott uns strafen?
So wie die Theologen es uns vorgeben, ist nichts eindeutig und zweifelsfrei. Der Messias war weder da, noch kommt er. Seine fiktive Beschreibung ist nur das Ergebnis der totalen Unsicherheit all Derjenigen, die hoffen und glauben, dass besonders sie, wie auch immer, unsterblich sein müßten. Schwerer getan als gesagt: Der Messia lebt in denen, die anerkennen, dass die Essenz der Menschlichkeit darin liegt, dass sie in Demut und Güte den Anderen als gleichwertig, wie sich selbst, anerkennen. .

@Ockenga: "Der Messia lebt in denen, die anerkennen, dass die Essenz der Menschlichkeit darin liegt, dass sie in Demut und Güte den Anderen als gleichwertig, wie sich selbst, anerkennen."

Schön beschrieben, die ebenbildliche Metapher von Gott / dem Göttlichen der Geist ist und Mensch ..., aber das Jesus da war, das beweist für mich VOR ALLEM diese kleine und prägnante Geschichte vor und nach der Tempelreinigung: Matthäus 21,18-22

Wenn ich meinen Nachbarn frage, ob der Postbote schon da war oder ob er erst noch kommt, dann lauten eindeutige und verständliche Antworten so: Er war schon da, hatte aber keine Post für Sie. Oder: Er war noch nicht da, er kommt erst noch. Oder: Heute ist überhaupt keine Postzustellung. Oder: Er war sogar zweimal da, weil er beim ersten Mal etwas vergessen hatte. Oder: Der kommt überhaupt nicht mehr, die Post hat Pleite gemacht.

Würde mein Nachbar mir aber antworten: "Der Postbote lebt in allen, die anerkennen, dass die Essenz......", dann würde ich je nach Stimmungslage entweder anfangen, zu lachen, oder mich am Kopf zu kratzen. Oder ich würde mich pfeilgerade an Predigten oder an Artikel in christlichen Zeitschriften erinnert fühlen.

Ich dachte, Sie wollten sich absetzen von solchem Treiben, lieber Herr Ockenga!

Fritz Kurz

Ja Herr Kurz, Sie haben ja Recht. Ich bin täglich "pfeilgerade" mit dem "Neuenburger Kalender" beglückt worden. Wenn Antworten so einfach wären! Ein Glaube erzeugt immer viele Fragen, während eine Wahrheit sofort endgültig ist. Aber Jesus mit einem Postboten zu vergleichen, beider Handeln beispielhaft auf eine Stufe stellen? Jedes Gleichnis ist individuell auslegbar und damit ein Quell für alle Kanzeln. Die letzten Beiträge in diesem Forum zu diesem Thema beweisen nur die Hilflosigkeit, Wahrheiten, Meinungen und Glauben mit einander verbinden zu wollen. Das Ergebnis ist dann ein Glaubenseintopf, der je nach Zutaten bunt zusammengewürfelt, jedem anders schmeckt. Womit hat Jesus dieses Durcheinander verdient?

Das lag mir fern, Jesus mit einem Postboten auf eine Stufe zu stellen. Vom Postboten weiß ich nämlich, dass der neben all der unerwünschten Werbung und sonstigem Krampf gelegentlich doch mal was bringt, was nützlich oder erfreulich ist.

Den Postboten habe ich zur Sprache gebracht, weil es beim vorliegenden chrismon-Artikel unter anderem um die Frage ging, ob der Messias schon da war oder erst noch kommt. Und genau diese Frage "War er schon da oder kommt er erst noch" stellt man sich, wenn man auf Post wartet. Sie, lieber Herr Ockenga, weisen öfters darauf hin, dass Ihre Mitgläubigen gerne ziemlichen Wirrwarr äußern. Da haben Sie völlig recht. Das gilt sowohl für Profigläubige in Zeitschriftenredaktionen wie auch für Amateurgläubige, die Leserkommentare verfassen. Deshalb habe ich beim Warten auf den Postboten auf Antworten verwiesen, die eindeutig und zweifelsfrei verständlich sind. So, wie Sie es häufiger anmahnen.

Sie schreiben: "Ein Glaube erzeugt immer viele Fragen". Da stimme ich Ihnen völlig zu. Ergänzend möchte ich noch anfügen, dass es die meisten dieser Fragen ohne den Glauben gar nicht gäbe. Beispielhaft für solche Fragen ist Ihre Frage: "Womit hat Jesus dieses Durcheinander verdient?"

Jetzt könnte man sich ganz entspannt zurücklehnen und sagen: Sollen die Gläubigen doch ihre Glaubensfragen, ihre Glaubensgewissheiten, ihre Glaubenszweifel, ihre Glaubensmeinungen, ihre Glaubenswahrheiten und ihre Glaubensantworten nach allen Regeln der Glaubenskunst hin und her schieben. Dumm nur, dass sich die Gläubigen mit ihren Einfällen, vom Glaubenseintopf bis zum Glaubenskrieg, nicht auf einer abgegrenzten Spielwiese tummeln, sondern in der schnöden Wirklichkeit herumwerkeln. Also wird man sich darum kümmern müssen. Das gilt für beide Sorten von Gläubigen. Die einen sehen es als teuflischen Fehler an, wenn sich Glaube und Politik mischen. Die anderen wollen sich ganz vorsätzlich einmischen.

Fritz Kurz