Erledigt: Ist Häkeln Frauensache?

Komische Handarbeiten
Ursula Ott, Chefredakteurin von chrismon

Foto: Katrin Binner

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon

Ich kann stricken. Zu den drei Dingen, die alle Umzüge überstanden haben, gehört ein lila Norwegerpullover mit grünen Hirschen, nach Brigitte-Anleitung im zarten Alter von 15 gefertigt, „nur für geübte ­Strickerinnen“. Das mal vorweg. Aber als ich dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse zu einem „Handmade-Tag“ eingeladen wurde, dachte ich: Och nee, Mädels. Buchmesse! Das ist doch da, wo sonst die bewährten Kulturtechniken Lesen und Schreiben gefeiert werden. Da wollen wir jetzt ernsthaft stricken und häkeln?

Natürlich schreiben auch Frauen große Bücher. Aber deprimierend ist es schon, wenn man in Halle 3 Richard David Precht erlebt, wie er seine „Geschichte der Philosophie“ in drei Bänden vorstellt. Und tags drauf die Jungschauspielerin Maja Celiné Probst in der Do-it-yourself-Arena „an der Häkelnadel“. Die mir bislang unbekannte Akteurin verrät in „Häkeln ­ladylike!“, am Filmset reihe sie bei langen Wartezeiten Masche an Masche. Tja. Man liest ja so viel. Dass 85 Prozent der Filme von Männern produziert werden. Kann es sein, dass Männer in Drehpausen am Set ebenfalls knüpfen – und zwar Netzwerke? Und dann Erfolg haben? Während Frauen häkeln. ­Und dass Männer dann so erfolgreich wie Til Schweiger sind und Flüchtlingsheime bauen können?

Was Liebe aushält

 Ein Mann verknallt sich mit Haut und Haaren, und nach einem Jahr fällt seine Freundin in eine schwere Depression. Eine Frau macht eine steile Karriere mit liebevoller Unterstützung ihres Mannes, und dann wirft er sich vor einen Zug. Das ist ja nicht zum Aushalten! Sieben Reportagen über Liebe und Leidenschaft, Trauer und Abschied. Von der preisgekrönten Autorin und chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott. Zum chrismonshop.

In denen Frauen dann wieder handarbeiten. In meiner Helfer-Facebook-Gruppe gibt es nämlich jetzt auch „Stricken mit Flüchtlingen für Flüchtlinge“. Hauptsache, die Flüchtlingsfrauen fangen nicht auch noch an, ihre Blechcontainer zu ­umhäkeln. Die „Guerilla-Häklerin­nen“ verschandeln ja schon genug unschuldige Laternenpfähle und Straßenbäume und posten danach ihre Kunstwerke im Netz. 

Eine gewisse Daniela etwa zeigt das Foto ­einer Fähre, mit der sie von Portsmouth nach Guernsey geschippert ist. Und auf der sie „ein paar Blümchen um die Scheinwerfer“ ge­häkelt hat. Blümchen. Auf Scheinwerfer. Hilfe! Männer bauen Schiffe. Frauen be­häkeln Schiffslampen. So ist sie, die Geschichte der Geschlechter in zwei Sätzen. Bislang unver­öffentlicht.

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Lesermeinungen

Liebe Frau Ott, ein toller Artikel! Ich fühle mich so verstanden.... Das Problem mit der Gleichberechtigung (und übrigens irgendwie auch das mit dem Weltfrieden) perfekt auf den Punkt gebracht. Wie perfekt, lässt sich auch unschwer an den Reaktionen ablesen. Als wollte man einem Dreijährigen ein Lieblingsspielzeug wegnehmen. Nein, es geht nicht gegen das Stricken oder das Handarbeiten an sich (ja, ich kann das auch – stricken, nähen, häkeln – muss man wohl, weil ohne das, darf man hier offenbar gar nicht erst antreten, seine Meinung kund zu tun) Es geht um die Vergeudung von Zeit, Energie, Geld und Grips. Bestes Beispiel: Schalstricken 'zugunsten syrischer Flüchtlingskinder'. Ich staune, weshalb man eigentlich das viele Geld (45 Euro für einen Schal) nicht direkt und komplett spendet. Aber dann hätten weder Brigitte noch der Wollhersteller etwas davon. Brigitte hat übrigens 2014 alle schreibenden Redakteure entlassen. Vorwiegend Frauen. Ob die es sich jetzt noch leisten können, für den Weltfrieden zu stricken? Ob man nicht mal etwas unternehmen sollte, wenn vor allem Frauen auf die Straße gesetzt werden, obwohl es dem Blatt doch sehr gut geht? Keine Ahnung! Wir sind ja gerade mit Strickmusterlesen beschäftigt....

guten tag frau ott,
nein, hass möchte ich ihnen aufgrund ihres beitrages freundlicher weise nicht unterstellen. dafür aber eine menge intoleranz, einen hang zur überheblichkeit ( „… im zarten alter von 15 gefertigt ...“) und noch mehr unüberlegtheit.
eigentlich könnte ich mich ja freuen, über das viele wasser nämlich, dass da eben über meine mühle stürzt, denn ich halte die kirche bereits per se für intolerant. ich kann es eben aber nicht, anhand der zu vielen von ihnen verprellten.
eben auch genau ihre institution sorgt doch immer wieder dafür frauen möglichst „klein“ zu halten und an herd und kinder zu ketten, dass wäre also schon mal der widerspruch in sich. sie unterstützen indirekt mit, dass frauen nicht zugetraut wird unternehmerisch tätig zu sein. also bitte ganz vorsichtig mit ihren geschlechtertrennungen und daraus resultierenden arbeitszuweisungen!
sind sie sich wirklich sicher, sich nicht in ihrer derzeitigen beruflichen tätigkeit geirrt zu haben? ich meine da so einen anflug von unzufriedenheit, wenn nicht sogar schon verbitterung zu spüren.
sie sollten so dankbar sein über die strickenden und häkelnden flüchtlinge. das kommt uns nämlich preiswerter als eine evtl. jahrelange psychologische behandlung. und geb’s gott und die kuh dass das handarbeiten da große hilfe leistet! fahrrad reparieren? eher nicht meditativ.

stellenweise war er trotzdem lustig, ihr artikel. da habe ich sehr gelacht. ausgerechnet til schweiger…. so erfolgreich .. nee … wie herrlich … . (ich glaube ja, falls, baut er nicht selbst, sondern lässt bauen – mit sponsoren und vielleicht sogar handwerkerinnen. und das kann ich auch – das „machen lassen“) … da wäre das ‚aufgeblasene werben‘ zu zitieren angebracht gewesen … (und nichts gegen ein neues flüchtlingsheim – gott bewahre!)
was ist denn nur daran deprimierend, wenn jeder tut was er am besten kann? die männer hauen immer kräftig auf den putz und die frauen häkeln (u.a. auch um sich von diesem wahn gesund zu meditieren) und andere wiederum schreiben seichte liebesgeschichten. alles ist gut.
nur ihr unterton in diesem beitrag, der ist es nicht! auch nicht lustig und noch nicht mal sarkastisch komisch. das nenne ich ein phänomen! und da kann ihnen auch der arme luther nicht helfen. und als endgültige ablage ist das nun mal gar nicht zu sehen. ansonsten habe ich in meiner ablage ihre institution als unnütz zu betrachten, selbst wenn ich den caritativen einsatz durchaus zu würdigen weiß.
einen besonnenen tag wünscht
ella aus leipzig

Liebe Fr Ott,
ich habe den Text gelesen und winde mich vor Fremdscham! :-(
Ich muss wohl meine Einstellung zu chrismon und zur ev. Kirche überdenken.
Wenn das Ihre Meinung ist, bitteschön. Aber warum so viel Häme und Boshaftigkeit? Was haben Ihnen die Handarbeiterinnen getan?
Und kann es wirklich sein, dass Sie über die Buchmesse gelaufen sind und all die großartigen Schriftstellerinnen übersehen haben, die wunderbare Literatur schreiben? Warum hatten Sie nur Augen für die Männer?

Stricken und Häkeln erfreuen sich also starken Zuspruchs. Freut mich sehr. Aber muss man sich denn hier immer so aufeinander einschießen, bis es weh tut ?
Darf denn die Kolumnistin nicht ihre Meinung äußern ? Es ist schließlich eine Zeitungskolumne, und mich selbst würde das Häkeln, als das typisch weibliche, auch nicht befriedigen.
Gott, Leute, haltet selber inne ! Wetten, dass der Tratsch bei der gemeinsamer Handarbeit, trotz aller hier aufgezählten geistigen Vorzüge, Eure willkommenste Abwechslung darstellt ? ?

„Wetten, dass der Tratsch bei der gemeinsamer Handarbeit, trotz aller hier aufgezählten geistigen Vorzüge, Eure willkommenste Abwechslung darstellt ? ?“

Wette verloren!
Sie haben die Kommentare genauso wenig verstanden wie die Kolumnistin.

Ich bin bestürzt, was, bitte, gibt es hier zu verstehen , bzw. misszuverstehen ?
Mag der Tratsch, natürlich in diesem Falle aufgrund der Verständigung, keine Rolle spielen, aber es wundert mich doch sehr, dass man eine solch banale Beschäftigung, ( die ich übrigens an sich gar nicht schlecht finde ), dermaßen überbewerten kann !
In welch einen Riesenfettnapf mag die Autorin hier nur hereingetappt sein ?!
Analog zum "großen Kuchen, von dem der Flüchtling einem nix wegnimmt", frage ich zurück:
"Heh, Leute, geht`s noch ? "

Ich muss mich sehr wundern über so viel Häme und Herablassung in Bezug auf das Hobby anderer Menschen. Nicht alles muss super produktiv und total sinnvoll sein, was man so tut. Und ehrlich gesagt ist Handarbeit zumindest was den Output angeht, durchaus produktiv und sinnvoll. Es kommt was dabei raus - ob nun warme Socken, Decken für Obdachlose, kleine Kokons für zu früh geborene Babies, die so klein sind, dass der Bestatter keine Kleidung für sie hat oder von mir aus auch die Verschönerungen urbaner Plätze.
Was davon nun das Sinnvollste sein mag, darüber darf man gern streiten. Dennoch: Die Menschen, die Handarbeiten machen, entspannen sich dabei, können ihre Gedanken weit werden lassen, vielleicht sogar mit Gott ins Gespräch kommen (Stichwort Jesusgebet).
Es ist etwas zu kurz gegriffen, die Handarbeiten mit einer vermeintlich typisch weiblichen, untergeordneten Rolle gleichzusetzen. Nicht alles, was vermeintlich "männlich" ist, ist gleich hoch sinnvoll und weltverändernd - ebenso wie alle Handarbeit nicht gleich Mumpitz ist.
Etwas mehr Toleranz für die Ästhetik des anderen und weniger herablassendes Heruntermachen würde einem christlichen Magazin schon gut zu Gesicht stehen.
Wie gesagt: Ich muss mich doch sehr wundern...

Lamasus

Sehr geehrte Frau Ott,

 

"Komische Ansichten!" sage ich zu Ihrem Artikel im Chrismon 11/2015, Seite 8.

Ich selbst, Mutter von 4 Kinder, Hausfrau, Krankenschwester, mein Mann als Pfarrer im XXL- Job, entspanne mich sehr gut beim Stricken, bzw. Häkeln. Es ist ähnlich einer Meditation, dabei habe ich schon so manche Ideen und Überlegungen entwickelt, die mir und meiner Familie geholfen haben. Ich finde dabei Ruhe und Entspannung, "Guerilla-Häkeln" peppt öde Masten auf und zeigt, andere haben auch Spass an dieser Form der Kreativität. Sollte ich Ihre Häme vielleicht darauf zurückführen, dass Sie leider nicht handarbeiten können? Auch ein Handarbeitskreis als Angebot für Flüchtlinge finde ich durchaus sinnvoll. Um diese Arbeit zu erlernen, braucht es nicht viel Worte, mann/ frau kann es einfach praktisch vormachen. Wenn eine Socke fertiggestellt wurde, ist es ein schönes Gefühl etwas gestaltet zu haben. Auch dieses Erlebnis tut manchen gut, gerade wenn sie zur "Untätigkeit" verdammt sind und warten.

Ich kann verstehen, wenn Sie dazu keine Lust haben, Begabungen sind eben unterschiedlich, aber sich so diffamierend darüber zu äußern, steht dieser Zeitschrift nicht gut zu Gesicht!

 

Mit freundlichen Grüßen,

Anne Kutzschbach

Möchte "eine gewisse Daniela" diesen Krieg hier nicht vielleicht langsam einfach mal beenden?
Es kann doch wohl nicht sein, dass ein Fremder(?) Behauptungen aufstellt, die dann von der Redaktion als falsch bewiesen werden und dann wird via Social Media - vgl. Twitter - von der vorgeblich Geschädigten noch zickig nachgekartet.
@Fujolan:
Schämen Sie sich!

Interessant, dass hier der Text nur noch auf die Inhaberin des Fotos (Daniela von gemachtmitliebe) verlinkt. Im pdf war mal ganz elegant das Bild abgedruckt - und zwar ohne vorher zu fragen, ob der Bild-Inhaberin die Veröffentlichung - und billige Häme, auch genannt Lästern - recht sei.
Professionellen Journalismus kenne ich von Chrismon sonst anders. So aber nicht.

Ernsthaft? Das darf ja wohl nicht wirklich wahr sein. Hat das PDF noch jemand und kann es mir vielleicht bitte zukommen lassen? In diesem Fall bekommt die Redaktion natürlich eine Rechnung von mir - Bilder gibt´s von mir nämlich sowas von gar nicht umsonst und ich verstehe bei so etwas auch nicht viel Spaß. Und Ihr wisst Ihr was? Das Geld spende ich dann einem der Flüchtlingsheime - wir können ja zusammen mal gucken, an welches. Einfach über mein Blog gemachtmitliebe.de melden.

Bitte, bitte nicht alles glauben, was irgendjemand im Internet behauptet!

Selbstverständlich haben wir kein Foto aus Ihrem Blog abgedruckt und auch keines online gestellt. Hier ist das PDF, damit Sie sich selbst überzeugen können
http://static.evangelisch.de/get/?daid=7Rx2k3DErf7PArlkn9akwJQA00123753&dfid=download

Ich habe auf Ihre Bitte hin den Hyperlink zu Ihrem Blog im Text gesetzt.

Hallo fujolan,

 

wir haben uns alle Mühe gegeben - wissen aber nicht, wovon Sie sprechen. Schicken Sie uns doch einen Link oder ein Foto von der betreffenden Stelle.

 

Beste Grüße aus der chrismon.de-Redaktion!
 

Frau Ott,
ich bin Kursleiterin in der Erwachsenenbildung im Bereich Handarbeiten beim evangelischen Gemeindeverband.
Und ich koche! Innerlich!

1. Wussten Sie, dass auch Ingenieurinnen in ihrer Freizeit handarbeiten?
2. Wussten Sie, dass auch Männer diesem Hobby mit Leidenschaft frönen?
3. Wussten Sie, dass Patienten im Rahmen einer Krebstherapie geraten wird zu handarbeiten, um ihre manuellen Fähigkeiten zu stärken?
4. Wussten Sie, dass dadurch kulturelles Wissen erhalten wird? Viel zu viel ist schon verloren! Und WIR können unsere Familie in Notzeiten kleiden.
5. Wussten Sie, dass man beim Handarbeiten in den Flow geraten kann, etwas, das hilft, die emotionale Gesundheit zu erhalten?

Was mich so ärgert, ist die Tatsache, dass Sie Frauen verunglimpfen, die Freude an ihrem Hobby haben, darin Erfüllung finden oder auch sich damit den Unterhalt verdienen.
Was ich so schlimm finde, ist, dass es immer noch Frauen gibt, die über andere Frauen herziehen unter dem Deckmäntelchen des Emanzipationsbestrebens.
Das finde ich schädlicher als alles Stammtischgeschwätz der Männer in Wirtschaft und Universitäten.
Sie und Ihr herablassender Artikel schaden den Frauen!
Lassen Sie uns unseren Spaß und schreiben Sie über die wirklich wichtigen Dinge in dieser Welt.
Und kommen Sie doch einfach mal in meinen Kurs.
Erleben Sie, wieviel Solidarität und gegenseitige Unterstützung dort zu finden ist.
Wie Frauen sich gegenseitig ermutigen, Projekte zu beginnen, die sie sich sonst nicht zugetraut hätten.
Es ist nicht wichtig, was man tut, es ist wichtig, dass man es von Herzen gern tut.
"Unsere wahre Aufgabe ist es glücklich zu sein!" sagt der Dalai Lama
Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Die AW v. "Gudrun" ist ein gewaltsamens Mißverständnis. Bitte aufhören mit diesen semantischen Inhaltsquälereien. Es gibt doch wahrlich sinnvollere Themen als eine "Verhäkelei" von Inhalten, die so nie gemeint waren.

Liebe Frau Ott, schreiben ist eine Kulturtechnik. Nachdenken vor dem Schreiben gehört dazu. Eigentlich.
Stricken, nähen, sticken etc. sind übrigens ebenfalls Kulturtechniken. Falls Sie über diese die Nase rümpfen, legen Sie doch konsequent mal alles Gestrickte und Genähte ab. Dann sehen Sie, wie es sich mit der Relevanz dieser Techniken verhält.
Ansonsten sehe ich in Ihrem Text eine erschreckende Ignoranz. Gegenüber Versuchen, Flüchtlinge mit gemeinsamen Aktivitäten einzubinden, zum Beispiel. Gegenüber Frauen, die ein Hobby ausüben.
Sie müssen ja nicht stricken, häkeln oder nähen. Aber ernsthaft, Frau Ott: Wie wäre es stattdessen mit relevanten Gedanken statt billigem Abwatschen in Ihrer Kolumne?
Almut Wilhelm

Liebe Strickerinnen und Häklerinnen, danke für so viel Streit und Argumente, Martin Luther hätte seine Freude an diesem Diskurs - "Worte lasset aufeinander prallen, aber keine Fäuste". Bitte aber auch keine Stricknadeln, also: "erledigt" ist eine Kolumne, eine Glosse. Kein Besinnungsaufsatz mit These, Antithese, Synthese. Schon gar kein Gesetzentwurf für den Interntionalen Strafgerichtshof, der Stricken und Häkeln unter Gefängnisstrafe stellen will. So ähnlich klingen aber manche Eurer Entgegnungen. Ich erledige in jeder Ausgabe kleine Alltagsphänomene, die mich nerven - sehr überwiegend aus der Männerwelt, aus der Welt der aufgeblasenen Werber oder Unternehmerberater. Diesmal hat s die Frauenwelt erwischt. Ok, ich freu mich mehr, wenn im Flüchtlingsheim Fahrräder repariert werden - aber, don´t worry, ich nehm niemandem die Wolle weg. Keep cool. Ach ja, und alles dürft ihr mir gerne unterstellen. Aber Hass - nö, Hass geht anders. Liegt mir fern. Hat nichts in chrismon verloren. Ihr wisst doch: Man (und frau) setzt sich nur mit Dingen auseinander, die einem was wert sind. Dem Verhältnis von Männern und Frauen zum Beispiel. Danke fürs Zuhören, Ulla Ott

Hallo Frau Ott,
ich bin eine von denen, die Flüchtlingen Sinnfreies Stricken beibringt. Wir sind eine Gruppe von 20 Frauen, die diese Auszeit vom stupiden "Lageralltag" genießen. Warum Fahrräder reparieren nun besser oder befriedigender ist, erschließt sich mir nicht. Muss es wohl auch nicht.
ich zitiere aber gern eine unserer syrischen Frauen, die mich anstrahlt und sagte, das wäre um Welten besser als den ganzen Tag vor dem Smartphone zu sitzen.
ich sag mal, jeder wie er mag. Fahrräder reparieren hat sicher auch seinen Reiz, aber nicht für mich.
Ich finde Ihren Text einfach nur blöd.

Ist jetzt irgendwie schade, nicht nur den Sinn der Kommentare nicht nachvollzogen zu haben, sondern das auch noch in einer astreinen Abwehrreaktion kundzutun. Es gibt wenig unangemessene Reaktionen auf eine Kommentierflut, die implizite ich weiß gar nicht, was ihr habt, Mädels-Botschaft ist eine davon, wie sich hier eindrücklich zeigt. Meine Antwort:
1. Dass ich meine Wolle behalte, hat mit Ihnen wenig zu tun.
2. Das stand niemals zur Debatte.
3. Beides ist unerheblich, denn darum gings nicht.
Nur als Erklärung: Das Ganze hier entzündete sich an Ihrer Implikation, Handarbeit sei ein Zeichen dafür, dass Frauen sich unter Wert verkauften. Direkt nachgeliefert präzisieren Sie jetzt, Handarbeit sei beispielsweise weniger hilfreich als Fahrrad Reparieren. Was denken Sie, wenn die Leute nicht wissen, wann sie vom einen Lager ins nächste gebracht werden, ist es doch recht unerheblich, ob sie ein repariertes Fahrrad zurücklassen oder etwas Wolle, richtig? Und Fahrradreparatur wie Mützenstricken haben denselben Effekt: Die Menschen beschäftigen sich, wenns gut läuft zu mehreren.
Fazit: Auch ohne These, Antithese und Synthese hätten Sie mit etwas geschärfter Prägnanz sich diese Diskussion klemmen können.
Nur zum Einsortieren: Wenn ich nicht stricke, bin ich Kommunikationsberaterin mit Spezialisierung auf Online-Medien. Allein schon deshalb finde ich das hier spannend, weil sowohl Ausgangsglosse wie Reaktion geradezu klassisch zeigen, wie in der virtuellen Welt etwas quasi mit Ansage in die Grütze geht.
Achso, und letzte Frage: Wo sehen Sie Streit? Bis zu Ihrer Einlassung waren sich die Kommentierenden recht einig.
Schönen Tag noch
Nanika

Nanika schrieb am 12. November 2015 um 15:13: "Achso, und letzte Frage: Wo sehen Sie Streit? Bis zu Ihrer Einlassung waren sich die Kommentierenden recht einig." Kleiner Irrtum, zwei meiner Kommentare, die sich nicht dem Mainstream-Shitstorm anschlossen, erschienen am 10. November, also vor dem Kommentar von Frau Ott vom 11. November. Oder machen meine Kommentare den feinen Unterschied zwischen "einig" und "recht einig" aus?

1. Ich hab Ihre Kommentare eher als Kommentierung denn als konträre Haltung zu den anderen verstanden. (Beispiel: "Was ist das für eine Gesellschaft, in der offenbar noch das harmloseste Hobby Anlass zu mancher Bedenklichkeit sein muss." Jau, passt.)
2. Ich bin ziemlich sicher, ein Shitstorm ist etwas anderes ist als das, was hier passierte. Selbst eine Empörungswelle verlangt mehr Heftigkeit, als hier zu finden war. Ich war nur an der Stelle nicht erfreut, wo mein (=Strickerin, in diesem Fall nicht ich persönlich) Engagement gegenüber anderem Engagement minderwertig zu sein schien. Alles andere fand ich einfach nur plattes Handarbeiten-Bashing, wie es zuletzt bei Brigitte - im übrigen mit ähnlichem oder deutlich heftigerem Effekt - vorgeführt wurde.
3. Auch das Wort Mainstream passt so mittel, weil gerade nicht platt abqualifiziert wurde, sondern unterschiedliche Aspekte zur Betrachtung kamen. Vermutlich deshalb habe ich Ihre Haltung nicht als konträr wahrgenommen, sondern einfach als weitere Facette. Sie unterscheiden sich eigentlich nur darin von den anderen, dass die Kommentierenden überwiegend die Glosse daneben fanden, Sie darüber aber gerne gelacht haben. Daher in der Tat "recht einig" statt "einig".

Nanika schrieb am 13. November 2015 um 17:25: "Sie unterscheiden sich eigentlich nur darin von den anderen". Bevor ich mich dazu äußere, ob ich freiwillig oder zwangsweise eingemeindet werde bei denen, die ich nur recht bedingt zutreffend als Mainstream-Shitstorm-Produzentinnen geschmäht haben soll, wäre festzuhalten: Frau Ott schrieb am 11. November 2015 um 13:37: "danke für so viel Streit". Sie retournierten am 12. November 2015 um 15:13 mit: "Wo sehen Sie Streit? Bis zu Ihrer Einlassung waren sich die Kommentierenden recht einig." Das ist zwar eine sehr hübsche und deshalb von mir goutierte, aber doch zu kritisierende logische Blutgrätsche. Frau Ott meinte selbstverständlich nicht, dass innerhalb der Kommentierenden Streit zu beobachten gewesen wäre. Mit Streit meinte sie die nicht geringe Menge an Widerspruch zu ihrer Glosse. Sie, liebe Frau Nanika, machen daraus flugs einen Streit innerhalb der Kommentierenden.
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Keine Chefredakteurin eines christlichen Magazins dürfte sich die Freiheit nehmen, einfach hinzuschreiben: "Liebe Leserinnen, Ihr geht mir erheblich auf den Geist mit Eurem nahezu einhelligen Gemecker an meiner Glosse." Nein, nein, da muss ein Dank ausgesprochen werden und Luther darf gütig und wohlwollend auf die so eifrig und putzig Diskutierenden vom Jenseits herabblicken.
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Zitat: "Ich bin ziemlich sicher, ein Shitstorm ist etwas anderes ist als das, was hier passierte." Keine Sorge, mir ist nicht entgangen, dass die Beiträge, die ich in so schnöder Weise unter diesen Begriff subsumiert hatte, in recht unterschiedlichen Anteilen einerseits Argumente und andererseits doch bloß moralische Empörung beherbergen. Falls wir unseren munteren Dialog fortsetzen, wird das sowieso wohl noch genauer zur Sprache kommen.
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Zitat: "Auch das Wort Mainstream passt so mittel, weil gerade nicht platt abqualifiziert wurde, sondern unterschiedliche Aspekte zur Betrachtung kamen." Vorsicht! Wer sich als Charakteristikum des Mainstreams Plattheit vorstellt, verniedlicht die gefährlichen Irrtümer, die der Mainstream beinhaltet.
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Um zu der Eingemeindungsfrage am Anfang dieses Beitrages zurückzukommen: Sie haben z.B. am 12. November 2015 um 15:13 geschrieben: "Handarbeit sei ein Zeichen dafür, dass Frauen sich unter Wert verkauften." Was die wahre und was die falsche Münze ist, mit der Frauen sich zu verkaufen haben, interessiert mich nicht. Kein Wunder, ich bin keine Frau. Ich finde es allerdings widerwärtig, dass überhaupt irgendwer oder irgendwerIn sich zu verkaufen hat. Und da konnte ich sehr wenig lesen in den Kommentaren, was in mir Eingemeindungsgelüste aufkommen lassen würde. Aber vielleicht haben Sie ja frohere Kunde.

Mit einer Glosse wird üblicherweise die Meinung des Schreibers in pointierter Form zum Ausdruck gebracht. Ihre Bewertung des "Verhältnis von Männern und Frauen" wird von den Leserinnen nicht geteilt und Ihre Illustration dessen, wie Sie dazu kommen, ist wenig populär. Widerspruch muß ein Kolumnist aushalten; zu implizieren die Leser, die sich hier äußern, seien zu dumm zu erkennen, daß es doch bloß eine Glosse sei, ist mindestens schlechter Stil.

Frau Ott,
dieser Kommentar war keine Antwort auf die Leserinnen-Beiträge, sondern eine Bestätigung der dort vertretenen Ansichten.
Ich lese u.a. daraus, dass Sie nach wie vor der Meinung sind, Handarbeiten mit Flüchtlingen sei lächerlich. Vielen Dank auch!

... ihre Einstellung. Frauen von heute sind weiter – denn sie kommunizieren miteinander. Dieser Artikel ist für mich wieder ein Beweis, dass Frauen gerne Frauen richtig niedermachen, wenn ihnen etwas nicht passt. Das Wort Toleranz kommt bei Ihnen, liebe Frau Ott, wohl nicht vor. Was mich interessiert: Wenn Sie so heftig austeilen, wenn Frauen stricken, häkeln, nähen - was machen Sie eigentlich, wenn Menschen in Ihrem Umfeld nicht nach Ihren Lebens-Maßstäben leben oder nicht Ihre politische Meinung teilen? Wenn Ihre Kolleginnen statt eines leisen Schwarzbrots gar ein lautes krümeliges Knäckebrot zum Mittagessen knabbern? Obwohl... eigentlich interessiert es mich nicht, denn Frauen, wie Sie, sind für mich von gestern, sind Wichtigtuerinnen, die immer nur von Netzwerken faseln, als Gutmenschen auftreten (weil sie ja scheinbar Gutes tun im Netzwerken), aber nicht bereit sind, ihren Mitmenschen tolerant gegenüber zu treten.
Dass so ein Artikel in einer christlichen Zeitung erscheint, schlägt dem Fass noch den Boden aus. Und sagt viel - zu viel? - über die Werte, die diese Zeitung vertritt, aus.

Mich ärgert bei solch einem Mumpitz, wie ihn Frau Ott hier serviert, dass wir das alles mit unseren Kirchensteuern finanzieren müssen. Muss meine Kirche Presseerzeugnisse mit derart herablassenden Beiträgen herstellen? Oh ja, Meinungsfreiheit. Schön und gut, aber gibt es denn nicht wirklich Dringenderes, was die Kirche zu finanzieren hätte?

Es wäre ja schon viel gewonnen, würde Frau Ott nicht denen vor den Kopf stoßen, die letztlich ihren Job bezahlen. Und sich um Dinge kümmern, die tatsächlich Relevanz haben.

Sehr gut Frau Ott!
Herr Precht war zielstrebig. Die Haeklerin war verträumt. Warum gehen Autoren zu solch einer Messe? Doch um mit ihren Geistesblitzen Erfolg zu haben. Und dann kommen die, die diesen Unterschied nicht sehen wollen und diskutieren den inneren Wert der Haekelei. Besser kann doch ein Realitätsverlust nicht gezeigt werden.

christentum ohne toleranz?
wenn jemand etwas findet, das ihn / sie erfüllt - egal ob Astrophysik, Zaunpfahlumhäkeln oder sinnlose texte schreiben, dann kann das doch anderen völlig egal sein, solange sie daraus keinen Nachteil haben. und wenn ich irgendwo eine häkelblume sehe, dann freue ich mich darüber. damit hat es schon einen kleines bißchen sinn, so etwas zu tun. glauben sie, IRGENDWER lächelt über ihren Artikel???

katrin schrieb am 10. November 2015 um 13:55: "glauben sie, IRGENDWER lächelt über ihren Artikel???" Was die Autorin Frau Ott glaubt und wie sie den Erfolg ihrer Glosse einschätzt, weiß ich nicht. Ich habe auf jeden Fall lachen müssen, als ich den Artikel las. Vielleicht muss ich mich jetzt für mein politisch unkorrektes Lachen entschuldigen. Mir ist unklar, ob meine Schuld noch größer wird oder ob ich mildernde Umstände bekomme, wenn ich weiterhin gestehe, dass ich noch herzlicher gelacht habe über manche Passagen im Shitstorm, der über die Glosse hereingebrochen ist?
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Zitat: "wenn jemand etwas findet, das ihn / sie erfüllt - egal ob Astrophysik, Zaunpfahlumhäkeln oder sinnlose texte schreiben, dann kann das doch anderen völlig egal sein" Oh Schreck lass nach! Jetzt muss gleich noch Erfüllung im Spiel sein beim Blümchenhäkeln oder Fußballgucken. Das Ziel der Glosse war eindeutig nicht, irgendwelchen Häklerinnen den Spaß an der Handarbeit zu versauen. Die heiße Frage, ob Stricken & Co der individuellen weiblichen Karriere oder der Emanzipation der Frauen allgemein eher nützt, schadet oder ergebnisneutral ist, könnte vielleicht zu einer anderen Überlegung führen. Was ist das für eine Gesellschaft, in der offenbar noch das harmloseste Hobby Anlass zu mancher Bedenklichkeit sein muss?

Zitat aus dem Artikel: "Blümchen. Auf Scheinwerfer. Hilfe! Männer bauen Schiffe. Frauen behäkeln Schiffslampen." Scheinwerfer, besonders die leuchtstarken auf Schiffen, können sehr heiß werden. Textilien können leicht brennen. Die freiwilligen Feuerwehren an Land haben zunehmend Frauen in ihren Reihen. Vielleicht braucht man doch die gemischtgeschlechtlichen Feuerbekämpfer. Die in den Kommentaren hochschlagenden Wellen löschen bisweilen nicht sehr zielgenau.

Nun weiss ich nicht, welche Temperaturen diese Scheinwerfer erreichen, aber Schurwolle brennt sehr schlecht, gilt als selbstlöschend sogar. Materialkunde ist ein Teil des Wissens der verhöhnten Handarbeiterinnen. Stricken war einst ein wichtiges Handwerk mit eigener Zunft. Da wurde es auch von Männern als Broterwerb ausgeübt. Nun plötzlich wird es schlecht gemacht, nur weil es ein Hobby geworden ist. Um die Lampen mit Blumen geht es sowieso nicht.

Sabine schrieb am 11. November 2015 um 7:19: "Um die Lampen mit Blumen geht es sowieso nicht." Richtig. Es geht allerdings genau so wenig darum, ein Hobby schlecht zu machen oder gar Handarbeiterinnen zu verhöhnen. Die Autorin nimmt meistens Gewohnheiten auf die Schippe, die sich tatsächlich oder vermeintlich vorwiegend bei Männern finden. Auch da kommt es bisweilen vor, dass sich irgendwelche Männer furchtbar auf den - Was hängt am Mann dran? Richtig, der - Schlips getreten fühlen und wütende Repliken verfassen, die dann viel komischer zu lesen sind als die ursprüngliche Glosse. Hier wurde jetzt dasselbe Spiel geschlechtervertauscht durchgezogen. Mit ziemlich durchschlagendem Erfolg.
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Zitat: "welche Temperaturen diese Scheinwerfer erreichen" Hängt von der Bauart, dem Leuchtmittel und der Leistung ab. Ein paar Hundert Grad im Inneren ganz locker. Das hält keine Elektronik aus. Also muss gekühlt werden. Wie? Gängig ist die sogenannte Konvektionskühlung. Bei der wird dafür gesorgt, dass heiße Luft nach außen entweicht, dort ggf. auf liebevoll handgestreichelte Strickereien trifft und kalte Luft nachströmen kann.
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Zitat: "Schurwolle brennt sehr schlecht, gilt als selbstlöschend sogar" Es ist ein Unterschied, ob bei einer Brennprobe ein Bunsenbrenner kurz an das Prüfmaterial gehalten wird und dann geguckt wird, was passiert oder ob ein Material stundenlang einem heißen Luftstrom ausgesetzt ist. Übrigens sollten die Werbeaussagen von Unternehmen, die mit dem Verkauf von Wolle ihren Reibach machen, nicht mit Sachauskünften verwechselt werden.
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Für Interessenten: Eine auch für Laien verständliche Auskunft einer Feuerwehr: http://ff-ampass.at/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=22&...
Temperaturverlauf in einem Scheinwerfer, verlangt Vorkenntnisse:http://www.itwm.fraunhofer.de/abteilungen/transportvorgaenge/projekte/te...

Werte Kolumnistin,
ich warte nun voller Ungeduld auf die Bilder von den Schiffen, die Sie in ihrer Freizeit bauen, die ja reichlich bemessen sein dürfte, wenn sich sich profanen "weiblichen" Tätigkeiten so konsequent verweigern. Ach so? Es ist Ihnen im Eifer des Gefechts entgangen, dass Ihnen da die Logik abhanden gekommen ist und Sie Beruf auf der einen Seite mit Hobby auf der anderen Seite gleichgesetzt haben? Und jetzt, wo Sie so darüber nachdenken, fällt Ihnen auf, dass Sie auch kaum schiffbauende Freizeitmänner kennen, aber dafür jede Menge, die sich auf der Couch von Fußball und Formel 1 berieseln lassen?

Oder hätten Sie nicht einen interessanten wissenschaftlichen Artikel aus Ihrer beruflichen Laufbahn parat, der mir die Feinheiten der Teilchenphysik ein wenig näher bringt? Da knabbere ich schon seit geraumer Zeit dran. Ach so? Können Sie nicht? Weil sie große Teile Ihrer beruflichen Laufbahn damit verbracht haben für Brigitte, Vogue etc. Textchen zu verfassen? Wahrscheinlich über so Mädelskram ... Rührt Ihr gespaltenes Verhältnis zur Handarbeit etwa da her? Dass Sie sich jahrelang von Magazinen bezahlen ließen, die von der Hoffnung der Anzeigenkunden leben, dass die Leserinnen die im "redaktionellen" Teil vorgestellte Mode kaufen, statt selber Kleidung anzufertigen?

Ja, ich stricke selber. Das werden Sie sich jetzt schon gedacht haben. Schiffe gebaut habe ich noch keine, aber schon das ein oder andere abgeschleift, falls das Ihre Vorurteile etwas reduziert. Während des Strickens höre ich mir übrigens gern Vorlesungen zur Astrophysik an. Oder ich lese dabei. Allerdings eher nichts von Richard David Precht. Der schreibt mir ein klein wenig zu banal.

Und eines müssten Sie mir zum Abschluss auch noch erklären: Inwiefern ist ein Büchlein über Liebeskram denn ein Beitrag zur Gleichberechtigung? Können Sie denn nicht mal was Substanzielles schreiben, über die Geschichte des Schiffsbaus zum Beispiel? Kein Wunder, dass uns Frauen keiner ernst nimmt...

Ja das bin ich wirklich! Welche Absicht haben Sie mit diesem Artikel verfolgt? Ich verstehe die vielen wirklich bösen Gedanken nicht- gar nicht! Ich genieße es unglaublich in meiner Freizeit zu entspannen durch häkeln, stricken oder nähen. Ich liebe es tatsächlich. Und ich weiß wie gut es der Seele tun kann mit den Händen etwas zu schaffen, kreative Ideen auszuprobieren und Neues zu entwickeln. Gerade deswegen finde ich kreativ Angebote für Flüchtlingsfrauen, Kinder oder Männer so gut. Ich bin geschockt über Ihre harten abfälligen Worte dazu, wie schade so etwas in einer evangelischen Zeitschrift zu lesen.

Liebe Frau Ott,
Ihr Beispiel Til Schweiger hat bisher noch keinen einzigen Stein für sein groß in den Medien angekündigtes Flüchtlingsheim bewegen können. Vielleicht wäre Stricken eine gute Alternative gewesen, einen Schal oder eine Mütze, dann hätte er schon was Vorzeigbares...

Chrismon orientiert sich offensichtlich an BRIGITTE online. Publikumsbeschimpfung geht bei denen jedesmal komplett nach hinten los. Warum sollte es hier anders sein? Und dass handarbeitende Frauen durchaus reflektierte Leserinnen sind, kann man auch hier wie dort nachlesen. Muß man/frau nur wollen.

Mit dem Guerilla-Häkeln bzw. Stricken kann ich ja auch so gar nichts anfangen, aber weshalb eine Frau, die ihr Häkeln offensichtlich erfolgreich vermarktet, oder das Angebot zum gemeinsamen, integrativen Handarbeiten Anlaß seien sollten, einen Abgesang auf die Emanzipationsbestrebungen der Frau zu halten, bleibt mir unklar.

Ja, es war Buchmesse. Bücher zum Thema Hobby/Heimwerken/Handarbeiten haben derzeit tatsächlich einen nennenswerten Markt. Sollte es Ihnen in Ihrer kleinen heilen (Verzeihung, angesichts der handarbeitenden Frauen wohl eher gerade zerbrochenen) Welt entgangen sein: Auf der Buchmesse geht es zu weiten Teilen um knallhartes Business. Was meinen Sie, wie viele schiffsbauende Männer sich die Geschichte der Philosophie in drei Bänden tatsächlich kaufen werden?

Sie tun "den Frauen" keinen gefallen, wenn Sie sie anklagen dafür, daß sie vermeintlich traditionell weiblich Tätigkeiten als Hobby behalten. Frauen dürfen doch nicht ihre Weiblichkeit ablegen müssen, um für Gleichberechtigung und Gleichstellung zu bezahlen. Ich bin dankbar für die Frauen, die vor mir da waren und dafür kämpften, daß ich heute den von mir gewählten Beruf ergreifen durfte, die das Frauenwahlrecht erstritten, die die vielen Dinge durchsetzten, die bereits zur Gleichberechtigung der Frau beitragen. Die wenigsten dieser großartigen Frauen dürften es mir mißgönnen, nach getaner Arbeit Entspannung in einem Hobby zu suchen, daß mir Freude bereitet und mich kleidet.
Machen Sie Ihre Geschlechtsgenossinnen nicht schlecht, denn mit ihrer Fehlanalyse der Geschichte der Geschlechter leisten sie der Frauensache einen Bärendienst.

Den Lila-Brigitte-Pullover hatte ich dermaleinst auch gestrickt: nur determiniert das mein professionelles Schreiben nicht. Weder Content, Technik noch Stil. Wenn ich bei der kirchlichen Bäcker-Blume arbeitete, wäre ich zudem etwas zurückhaltender beim Ehrenamtlichen-Bashing. Und gelegentlich würd ich mal auf der re:publica bei den Panels zum Maker-Movement vorbeischauen. Stricken mit Flüchtlingen ist allemal kultursensibler und zukunftsorientierter als alles, was Sie in ihrem Subkultur-Publishing so leisten. Was sagten wir noch in der frühen Bloggosphäre zu blasierten Besserwissern?

[Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir mussten ihn leider bearbeiten. Bitte bleiben Sie sachlich.]

Frau Ott, Ihr Titel ist mit einem Fragezeichen versehen, Ihre Meinung lässt keine Frage offen. Thema verfehlt, völlig daneben. Herr Schweigers Flüchtlingsprojekt hat sich wie wir wissen erledigt, soviel dazu. Die vielen freiwilligen nicht Prominenten unterstützen , auf eigene Kosten immer noch und sei es durch Handarbeiten.

Ahhh, jetz wissen wirr es endlich. Es liegt am Stricken und Häkeln, daß Frauen immer noch nicht den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen und in Führungspositionen unterrepräsentiert sind.
Was für ein Glück, daß da endlich mal jemand drauf gekommen ist und uns sagt, wo’s langgeht. Also liebe Karrierefrauen, laßt euch einfach nichtmehr beim Stricken erwischen, hört auf, eure Schreibtische und Firmenwagen zu umhäkeln, dann klappts auch endlich mit dem Aufsichtsratsposten.

Noch befremdlicher, als diese, sagen wir mal, etwas "engmaschige" Betrachtung und Aburteilung eines sehr alten Kulturguts (ganz sicher älter als Schreiben und Lesen, dessen Erfindung sicher wesentlich schwerer fällt, wenn man sich dabei den Hintern abfriert) und heute wieder sehr verbreiteten Hobbies, finde ich, daß eine Dame, die wohl privat und offensichtlich auch beruflich den christlichen Glauben vertritt, sich dazu hinreißen läßt, unterstützenswertes, soziales Engagement bei der Betreuung von Flüchtlingen ins Lächerliche zu ziehen, nur um ihre kleine Kolumne äh "witziger" (?) zu gestalten.
Andererseits bestätigt das eines MEINER gut gepflegten und immer wieder mal bestätigten Vorurteile.

Jupp, genau dieser Art leicht unsortierter Vorurteile begegne ich quasi täglich, wenn ich, öffentlich verkehrt unterwegs, Socken stricke, während manch ach so wichtiger Mensch seinen Laptop schubbert und frühs um halb sieben irgendwem mitteilen muss, dass er (oder sie) jetzt im Zug säße und sich meldete, wenn er (oder sie) angekommen sei.

Klar geht das auf die Nerven, wenn jemand geradezu provozierend unaufgeregt ist, wenn ein Zug sich um paar Minuten verspätet, wenn man die Laternenpfähle und Scheinwerfer nackig bewundern möchte und statt dessen quitschbunt gehäkelt vorfindet, wenn diese Handarbeiterei wie ein Rückfall in Großmütterchens Zeiten scheint.

Nur mal so nebenbei, wussten Sie, verehrte Frau Ott, dass Lawrence Fishburne strickt, seines Zeichen beinharter Matrix-Darsteller, oder Rosie Greer, ähnlich beinharter ehemaliger Footballplayer? Aber ich schweife ab.

Hier reden wir von der Aufgeschlossenheit im Denken. Wenn wir alle mit unseren Sichtweisen in den 1950er Jahren verhaftet bleiben, wo Stricken durch die "Mädels" geleistet wurde, die das Haus nicht verlassen sollen, tut sich da auch nix. Wenn wir schauen, was dieser Sport so alles bewirkt (neben wunderbaren Socken, Tüchern, Pullovern und sonstigem, selbstverständlich), also etwa Beschäftigung, während es gilt, auf die Antwort auf den Asylantrag oder einen Lohnerwerb zu hoffen, die Flexibilität im Denken, das Kennenlernen wunderbarer Menschen, denen ich ohne die Strickerei nie begegnet wäre, können wir ganz schnell aufhören, uns mit Och nee Mädels zu titulieren und statt dessen die 18 Seiten Charts für den Jacobean Square Shawl auf auf einen Notenständer tackern. Lohnt mehr, das Ergebnis lässt weniger schalen Nachgeschmack im Mund. Und sollten Sie sich von Ihren Hirschen aus weiterentwickeln und die Welt internationaler Handarbeitskunst kennenlernen wollen, sind Sie herzlich eingeladen, sich anzuschauen, wie die Welt der handarbeitenden Menschen heute aussieht. Wir ziehen immer noch Faden durch Faden, DAS hat sich nicht geändert. Aber es gibt sogar Stricktreffen, wo vorgelesen oder über Bücher geredet wird, oder Werke entstehen, die guten Zwecken zugute kommen.

Dies ist dann auch der Punkt, wo ich nicht mehr fröhlich bin: Wer sind Sie, verehrte Frau Ott, dass Sie denken, Sie könnten beurteilen, welche Hilfe eine bessere ist, wer sind Sie, die meint, sie müsse die aus tiefstem Herzen großzügige Natur unglaublich vieler Strickerinnen belächeln. Nö, schade, Frau Ott, ich mag Überspitzung und freue mich über jede "ach Gott, Bastelmuttis"-Glosse, aber in Summe ist Ihre Bewertung grade den Tacken zu überheblich, der aus einer Glosse etwas Unfeines macht.

Und was die Guerillas betrifft: Ich mag bekleidete Laternenpfähle, ich mag nicht mehr nackige Scheinwerfer und ich mag es, wenn eine Frau in den Siebzigern sich schwarze Klamotten kauft und stramme Spaziergänge macht um sich aufzutrainieren, damit sie nachts guerillamäßig unterwegs sein kann, weil sie findet, die Stadt braucht mehr Farbe und die Sprühdosen sind nicht ihre Sache.

Sie könnte statt dessen auch lesen, die Gute.

Mit besten Grüßen
Nanika

Sehr geehrte Frau Ott, sehr geehrte Damen und Herren,

um gleich vorweg etwas über mich zu sagen und damit meine Verärgerung über den o.g. Artikel zu begründen:

Die Kulturtechniken Lesen und Schreiben beherrsche m.E. sehr sicher und darüber hinaus stricke, häkele und nähe ich seit meiner Jugend mit großer Begeisterung.

Meine Freude am Handarbeiten hat mich aber keineswegs daran gehindert immer  meinen Beruf - auch in leitender Funktion -  auszuüben, zwei Kinder großzuziehen, im Ehrenamt zu arbeiten und mich um meine Eltern zu kümmern. Aus Beobachtungen in allen Bereichen stimme ich mit Ihnen überein, dass trotz jahrzehntelangen Bemühungen die Gleichberechtigung der Frau noch nicht wirklich gesichert ist und die heutigen jungen Frauen aufpassen sollten, dass sie bisher Erreichtes nicht wieder leichtfertig aufgeben.

Dennoch: Ist Ihnen noch nie der Gedanke gekommen, dass Frauen beim Stricken und Häkeln auch denken können? Vielleicht haben sie in der Zeit gerade die besten Ideen zur Problemlösung, während die Männer noch diskutieren? Und glauben Sie ernsthaft, dass Frauen dann nicht mehr erfolgreich sein können, wenn sie ihr Wissen über das Stricken von  Zopfmustern regelmäßig anwenden?

Und was bitte schön ist schlecht daran mit Flüchtlingsfrauen zu handarbeiten? Immerhin wird beim gemeinsamen Handarbeiten normalerweise auch gesprochen, am besten natürlich Deutsch, und es werden viele soziale Kontakte geknüpft.

Zudem gibt es bei uns für viele Menschen ungewohnt kalte Winter, und es fehlt überall an warmer Bekleidung für die Flüchtlinge. Können Sie sich nicht vorstellen, dass es für die Frauen ein gutes Gefühl sein kann für Ihre Familien Schals, Mützen oder Pullover anzufertigen und so selbstständig für sie zu sorgen statt nur gespendete Kleidung anzunehmen? Vielleicht haben diese Frauen das Handarbeiten sogar im Rahmen eines solchen Projektes erst in Deutschland erlernt – ist das in Ihren Augen wirklich nichts wert?

Ihren Vergleich von behäkelten Laternenpfählen mit der Aktion „Stricken mit Flüchtlingen für Flüchtlinge“ halte ich zudem für vollkommen unangebracht. Im ersten Fall geht es um Spaß und Auffallen, im zweiten um Hilfe zur Selbsthilfe, um soziales Miteinander, um das Erlernen von Sprache und – ganz profan – um den Schutz vor Kälte. Und warum ist Ihnen das weniger wert als der Bau eines Flüchtlingsheimes? Ganz sicher wissen Sie doch, dass nicht jede/jeder über das Vermögen eines Til Schweigers verfügt und deshalb andere Wege der Flüchtlingshilfe sucht.

Ach ja – und was sagen Sie zu den Männern, die für und mit Flüchtlingen Fahrräder reparieren, Spielzeug basteln oder andere handwerkliche Arbeiten erledigen? Ganz sicher philosophieren sie dabei nicht, mag Herr Precht noch so viele Bücher herausgeben.

Ich kann solche Hilfen nur positiv sehen, und bin sicher, dass konkrete und praktische Zusammenarbeit ein mindestens ebenso wichtiger Weg zur Annahme und Integration der Flüchtlinge ist wie Planungsdebatten und die gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit der aktuellen Situation. Zudem hoffe ich, dass die vielen Menschen, die aktiv und kreativ helfen, sich durch solche Gedanken wie in Ihrem Artikel nicht verletzt und in ihrem Engagement abgewertet fühlen.

In diesem Sinne mit freundlichen Grüßen

Ulla Buse, Hürth

Ich bin Naturwissenschaftlerin, gut 20 Jahre Erfahrung, international anerkannt, dreisprachig, recht gut bezahlt. Ein anspruchsvoller und stressiger Beruf. In meiner Freizeit stricke ich. Wissenschaftliche Studien bestätigen, stricken ist gut für das Gehirn, die kognitiven Fähigkeiten also, senkt das Risiko für Alzheimer, senkt den Blutdruck und reduziert Stress. Es ist ausserdem intellektuell stimulierend und da man etwas brauchbares produziert sehr zufriedenstellend. Ich könnte nie nur untätig sitzen und in die Glotze starren oder Wartezeiten bei Ärzten und lange Bahnfahrten auf Reisen ohne Strickzeug überleben. Nach meiner Erfahrung findet sich unter Strickenden eine überdurchschnittlich hohe Anzahl hoch ausgebildeter und überaus intelligenter Frauen und Männer.

Liebe Frau Ott, ist das nicht vielleicht etwas zu kurz gedacht? Als Doktorandin der Ingenieurwissenschaften bei einem großen Unternehmen treffe ich mich regelmäßig mit Doktorandenkollegen und -innen zum gemeinsamen Handarbeiten. Wird das unserer aller Karriere abträglich sein? Ich hoffe nicht - das ist doch auch Networking. Kreativ tätig zu sein und etwas selbst mit den Händen zu schaffen macht Spaß und ist nicht nur der Rückzug von den großen Problemen dieser Welt sondern kann auch unseren Horizont erweitern.

Frau Ott,
kann es sein, dass sie garnicht wissen worüber sie schreiben? Nur eines zu ihrem "wie nenn ich es nur": Handarbeiten mit Flüchtlingen ist eine Möglichkeit gerade den Frauen eine Möglichkeit zu bieten auch Kontakte, Beschäftigung und Entspannung zu haben. Wie immer noch sehr häufig in unserer, immer noch männerdominierten Gesellschaft, wird für die männlichen Flüchtlinge viel angeboten aber für Frauen, raten sie mal, garnichts. Eine Bekannte von mir hat sich in ein Übergangsflüchtlingsheim hingesetzt mit einem Korb voll Wolle, Strick- und Häkelnadeln und nach und nach trauten sich die weiblichen Flüchtlinge und kamen dazu. 2 Stunden eine Menschen, über die Kulturen hinaus, verbindende Angelegenheit. Ein sehr gutes Gefühl. Sorry aber sie sind entweder unwissend oder borniert. Vielleicht werfen sie mal einen Blick auf die Plattform ravelry.com. Dort werden sie feststellen, dass sich da über 5 Millionen Menschen beiderlei Geschlechts gefunden haben die doch wirklich alle stricken und häkeln :)
Ana

Wenn ich schon im Beruf sinnfreie oder gar bedenkliche Dinge tun müsste, um meine Brötchen zu verdienen, dann möchte ich doch wenigstens in meiner Freizeit etwas tun, was nur schön ist und mir Freude macht. Und ob die Theater-, Vernissagen- und Konzertbesucher, die Golfer, Segler, Skifahrer und auch die Weltverbesserer soviel mehr an Weltverbesserung erreichen? Und ja, Auswüchse gibt es auf beiden Seiten, da ist das Umsstricken von Laternenpfählen noch harmlos.

Mir ist auch nicht ganz klar, welchen Sinn oder Inhalt dieser kleine Artikel haben soll. Bisher habe ich Chrismon geschätzt, aber dieser Text, noch dazu von der Chefredakteurin?

Betrifft Ihre Geringschätzung "niederer" Freizeitbeschäftigungen auch "niedere" Arbeiten? Kochen, Nähen, Stricken, Häkeln, Putzen, Care-Arbeit? Stellen Sie sich einfach mal vor, diese Arbeiten würden weder umsonst noch bezahlt nicht mehr geleistet, und zwar schon seit Jahren... ach nee, die braucht man ja, um Zeit zu haben zum Weltverbessern und Kolumnen zu schreiben.

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