Suche nach einem Endlager für Atommüll

Störfall Söder
Streitfall - Störfall Söder

Thomas Trutschel / photothek / imago images

Eines ist jetzt klar: Der Salzstock in Gorleben (Foto) wird kein Endlager für Atommüll.

Streitfall - Störfall Söder

Warum der bayerische Ministerpräsident die schwierige Suche nach einem atomaren Endlager behindert.

Gesucht wird: ein Lager für die Ewigkeit für 1900 Castorenbehältnisse voll mit hoch strahlendem Müll. Es ist das Vermächtnis aus der zivilen Nutzung der Atomkraft in Deutschland. Und klar: Niemand wird "Hier!" schreien, wenn es darum geht, einen Ort zu bestimmen, an dem ein Endlager entsteht. Gorleben, einst allein aus politischen Gründen bestimmt, wird es nicht werden, das ist nun klar.

Nils Husmann

Nils Husmann studierte Politikwissenschaft und Journalistik an der Uni Leipzig und in Växjö, Schweden. Nach dem Volontariat 2003 bis 2005 bei der "Leipziger Volkszeitung" kam er über ein Praktikum zu chrismon. Seit dem Umzug der Redaktion nach Frankfurt/Main ist er chrismon-Redakteur. Nils Husmann interessiert sich für die Themen Umwelt, Gesellschaft, Sport und - Menschen. Nils Husmann ist Herausgeber des Buches "You'll never walk alone" in der edition chrismon.
Lena Uphoffchrismon Redakteur Nils Husmann, September 2017

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat das Beste aus der verfahrenen Lage gemacht und das Konzept der "weißen Landkarte" verfolgt. Das heißt: Prinzipiell kam jeder Ort in Deutschland für ein Endlager infrage. In einer ersten Auswahlrunde bestimmte die BGE nun die 90 Regionen, in denen die geologischen Gegebenheiten ein Endlager grundsätzlich zulassen. Hier wird weitergesucht, auf Basis des Standortauswahlgesetzes. Ein parlamentarisch legitimierter Prozess also, anders lässt sich ein jahrzehntelanger Konflikt auch nicht befrieden.

Schade nur, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder das Verfahren untergräbt. Er will kein Endlager in Bayern, obwohl zwei Drittel des Freistaats auf kristallinem Wirtsgestein liegt, das Wissenschaftler für geeignet halten. Söder, der sich in der Corona-Politik meist am Primat der Forschung orientiert, will ihm bei der Endlagersuche nicht folgen. Das ist nicht nur unlogisch, sondern gefährdet den ganzen Prozess.

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Lesermeinungen

Hallo Chrismon-Team!
Trotz Corona gibt es weiterhin ein ganz großes und sehr strahlendes Problem. Richtig, es geht nach wie vor um den Atommüll, und wohin mit diesem radioaktiven Müll!
Weltweit soll es immer noch kein einziges Atommüll-Endlager geben, aber hier in Deutschland, da gibt man nicht auf, da geht die Suche nach dem Endlager weiter und weiter, und sie wird zu einer endlosen "Endlager-Such-Geschichte".
Die strahlenden Geister, die man rief, die strahlen endlos vor sich hin, vielleicht noch eine Million Jahre lang, vielleicht auch noch ein paar Jährchen länger Franz Josef Strauß (CSU) war der erste Atomminister der Bundesrepublik Deutschland, er wollte auch in Wackersdorf die erste Wiederaufarbeitsanlage (WAA) für abgebrannte Brennstäbe aus Kernreaktoren in Deutschland durchsetzten.
Franz Josef Strauß ist das große Vorbild für Dr. Markus Söder (Ministerpräsident in Bayern), beide waren/sind ganz große Befürworter der Atomenergie; aber wenn es um ein Endlager für abgebrannte Brennstäbe und sonstigen Müll aus Atomkraftanlagen geht, dann kann dieser strahlende Müll überall endgelagert werden, außer hier in Bayern.
Und noch eins: Ohne den Super-GAU von Fukoshima/Japan würden hier in Bayern alle Atomreaktoren mit voller Kraft weiter am Netz sein und Energie liefern.
Ihr Klaus P. Jaworek