E-Mail aus Ljubljana: Weltgebetstag der Frauen

Weltgebetstag der Frauen am 1. März
Posteingang - Ljubljana

Heiner Heine

Die Slowenin Vera Lamut (3.v.r.) bereitet mit anderen Frauen den Weltgebetstag vor

Posteingang - Ljubljana, Weltgebetstag der Frauen am 1. März

Der Weltgebetstag der Frauen kommt 2019 aus Slowenien. Seit drei Jahren bereiten ihn Frauen dort vor. Vera Lamut ist eine von ihnen.

Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass sich bald Frauen weltweit mit Slowenien beschäftigen! Unser Land ist noch so unbekannt, obwohl wir doch mitten in Europa liegen. Auch auf meinen Reisen in Deutschland treffe ich immer wieder Leute, die es mit der Slowakei verwechseln. Das, hoffe ich, wird nach dem 1. März, dem Weltgebetstag der Frauen 2019, anders sein. Seit drei Jahren sind wir dabei, ihn vorzubereiten. Wir haben slowenische Frauen interviewt und ihre Geschichten aufgeschrieben, wir haben typische Rezepte, traditionelle Tänze und Musikstücke gesammelt, Interviews gegeben, versucht, die Idee publik zu machen – vor allem auch im eigenen Land. Den Weltgebetstag kennen hier nicht viele. Religion hat hier eben lange keine Rolle gespielt. Im Sozialismus wurden Gläubige zudem oft als zweitklassig behandelt.

Vera Lamut

Die Slowenin Vera Lamut ist Germanistin und Übersetzerin. Sie gehört dem slowenischen Nationalkomitee des Weltgebetstag der Frauen an und arbeitet dabei eng mit der deutschen evangelischen Auslandspfarrerin Corinna Harbig zusammen.
Heiner HeineVera Lamut

Das Motto des Weltgebetstages 2019 lautet: "Kommt, alles ist bereit" und bezieht sich auf das Gastmahl aus dem Lukasevangelium, in dem alle an einen Tisch geladen sind, auch "Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde" 
(Lukas 14,13–24). Es ist ein gutes Motto, 
finde ich. Slowenien ist ein wunderschönes und gastfreundliches Land.

Aber auch hier stehen Menschen am Rand der Gesellschaft. So leben ­etwa 10 000 Roma in ihren Siedlungen und kämpfen darum, einen offiziellen Minderheitenstatus zu bekommen, wie ihn etwa die italienischen und ungarischen Minderheiten genießen. Immerhin sind die Behörden gesetzlich verpflichtet, die Roma-Siedlungen mit Wasser und Strom zu versorgen und sie mit offiziellen Namen auf der Landkarte einzutragen. Aber der Weg zu einem echten Miteinander ist noch weit. Davon werden wir hören am Weltgebetstag der Frauen und noch von vielem mehr. Ich freue mich darauf!

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