Christoph Markschies über unterschätzte Reformationsorte

Christoph Markschies über unterschätzte Reformationsorte
Wo sich ein Besuch zum Reformationsjubiläum lohnt

Der Kirchenhistoriker Christoph Markschies verrät Orte, an denen sich ein Besuch zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 lohnt.

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Lesermeinungen

In keinem der vielen Reformationsorte kann man - nach meinem Eindruck - authentischer nachvollziehen, was die Reformation war, als in St. Annen in Eisleben. Begonnen wurde sie als Augustiner-Kloster, von dem der nie vollendete Kreuzgang als archäologisches Exponat und die originalen Mönchszellen sichtbar sind. Martin Luther war hier als Supervisor zuständig und hielt sich mehrfach hier auf. Weitergebaut wurde die wegen der Reformation aufgegebene Anlage als protestantische Kirche mit Gemeindehaus. In der Kirche ist die aktive Prägung einer protestantischen Bildsprache und -didaktik durch hinreißende Kunstwerke des 16. und frühen 17. Jh. überliefert. Es war nicht die "Medienagentur" Cranach, die hier Reformationskunst schuf, sondern die Pfarrer, die Gemeinde und deren Patronin, eine Gräfin von Mansfeld, beauftragten Künstler für die Ausstattung. Rezipienten waren die fleißigen, stolzen Bergleute der Eisleber Neustadt. Seither stehen die Kirche und das damals umgebaute Kloster erstaunlich authentisch da. Eine enorm engagierte Gemeinde tut alles, um diesen Ort lebendig zu halten und Besuchern zu zeigen. Fazit: beim Besuch in der Lutherstadt Eisleben sollte jeder den Lutherweg bis zu Ende gehen und den Aufstieg zu St. Annen nicht scheuen - die Belohnung ist garantiert!