Dorothea Heintze denkt über Fridays for Future nach

Hat das gereicht?
Hamburg Fridays for Future

privat

Hamburg Fridays for Future

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Liebe Dominique,

danke - Sambalita muss ich unbedingt mal probieren, obwohl ich gegen süße Getränke in meiner Kindheit eigentlich immunisiert wurde: Bei uns gab es damals TriTop, ein in meiner Erinnerung wirklich unfassbar süßes und künstliches Zeug, das mit Wasser verlängert wurde. Erlebt gerade ein Revival, vermutlich aus den gleichen Gründen wie bei Euch Sambalita: Die gute alte Zeit... oder so.

In Frankfurt war ja letzte Woche Buchmesse: Klima, Klima, Klima, hießen da die Themen, auch bei uns am chrismon-Stand: Unser Klima-Blogger Franz Alt war da, und auch ARD-Wetter-Moderator Sven Plöger, auf den eine ganze Horde junger Mädchen wartete, die ein Autogramm haben wollten. Klima ist ein junges Thema. Auch Luise Neubauer, das deutsche Gesicht von Fridays for Future stellte, allerdings leider nicht bei uns, ihr neues Buch vor. Unglaublich, was da immer für ein Andrang herrschte. Sie ist ein echter Star und erst 23 Jahre alt.

Ostermärsche und Ökogemüse - reicht das?

Ich habe gelesen, dass sie in Hamburg auf das gleiche Gymnasium wie ich gegangen ist. Kaum im Studium hat sie sich politisch engagiert, auch schon ein paar Jahre vor Fridays for Future.

Mh, was hab ich eigentlich so auf der Schule und mit 23 gemacht? Ich glaube, ich fand mich damals sogar engagiert: Ich bin bei Ostermärschen gegen die AKWs mitgelaufen, hab gegen dicke Autos geschimpft, fand damals schon innerdeutsche Flüge vollkommen schwachsinnig. Später als Familie haben wir früh auf ein Auto verzichtet (das ging in Hamburg auch prima ohne). Das Gemüse für die Kinder hab ich auf dem Ökomarkt gekauft; ich hab Grün gewählt, ich hab Vereine und Bürgerinitiativen mit gegründet und schreibe seit Jahren regelmäßig Artikel über Bio-Landwirtschaft, alternative Energien oder Entwicklungszusammenarbeit. Reicht das?

Es geht wieder mehr um Politik

Unsere Söhne, 22 und 24 Jahre, beide engagiert und politisiert, finden: Nein! „Wieso habt Ihr nicht mehr demonstriert?“ „Warum seid Ihr nicht politisch aktiv?“ „Wieso sind wir damals eigentlich nach Portugal in den Urlaub geflogen?“ – usw. usw. Anstrengende Diskussionen, finde ich. Aber auch gute Diskussionen. Wir haben viele Freunde, schon immer ging es bei uns am Esstisch heiß her – aber seit Kurzem reden wir wieder viel mehr über Politik. Um unsere Verantwortung in der Gesellschaft, um grundsätzliche Umbrüche, ja sogar um Revolutionen und Umsturz.

Wie ist das bei Euch? Spielt Fridays for Future in den Familien eine Rolle? Wir hatten das ja grad im letzten Blog mit den Generationengesprächen. Und jetzt frage ich schon wieder: Reden junge Leute mit ihren Eltern auch darüber bei Dir in Dresden?

Ja, das würde mich interessieren.

Auf bald liebe Dominique

Deine Dorothea

 

 

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Über diesen Blog

Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.

Dominique Bielmeier
Dominique Bielmeier ist Stellvertreterin in der Stadtredaktion Dresden bei der Sächsischen Zeitung. Im Februar tauschte sie mit chrismon-Redakteurin Anne Buhrfeind drei Wochen lang die Schreibtische, Jobs und sogar Ehrenämter. Sie hat in Leipzig Journalistik studiert und arbeitet seit knapp sechs Jahren für die "Sächsische Zeitung" und für Saechsische.de.
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Dorothea Heintze
Dorothea Heintze ist Redakteurin bei chrismon, allerdings in Teilzeit. Sie pendelt aus Hamburg dazu. Zwei Jahre lang, von 2016 bis 2018 war ihr Weg kürzer, denn da wohnten sie und ihr Mann in Erfurt. Eine tolle Stadt, nicht nur wegen des guten Biers und der leckeren Würstchen. Überhaupt der Osten: Dorothea Heintze ist schwer verliebt in alle neuen Bundesländer! Immer noch entdeckt sie so viel neues und hört spannende Geschichten, die sie gerne weiter erzählt.
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Anne Buhrfeind
Anne Buhrfeind ist schon mal von Hamburg nach Dresden geradelt, da lag Meißen auf dem Weg. Das ist aber lange her. Und seither war sie immer nur kurz in Leipzig, Dresden oder Erfurt. Sie arbeitet seit zwölf Jahren bei chrismon, jetzt als stellvertretende Chefredakteurin, vorher war sie bei "Gala" und "woman" in Hamburg.

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Fußball ist ihr Leben - sagt die ehemalige Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie schon bei der EM 2016 und der WM 2018 - wieder auf, was sie während der EM 2021 bewegt.

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Schön bunt ist das Familienleben, manchmal auch zu bunt. Geschichten aus dem turbulenten Alltag von Claudius Grigat