Mahlzeit: Susanne Breit-Keßler und der Wochenmarkt

Ein Leben ohne Wochenmarkt

Ich lebe seit Neuestem in einem anderen Stadtviertel von München. Der Abschied vom alten ist mir sehr schwer gefallen - auch deswegen, weil es am Samstag dort immer einen herrlichen Markt gab. Mit allem, was das Herz begehrt: Blumen, Brot, Fisch, Gemüse, Gewürze, Käse, Obst, Wurst- und Fleischwaren … Sogar einen Stand mit Kleidern konnte man aufsuchen und einen mit Putzmitteln. In der Mitte der Stadt, wo wir jetzt wohnen, habe ich nur Supermärkte vermutet.

Bei einem ersten Rundgang durch die Straßen, drei Minuten von unserem  Wohnhaus entfernt, haben wir einen Wochenmarkt entdeckt. Rund um eine große alte katholische Kirche stehen immer dienstags kleine Stände. Es gibt nicht soviel wie dort, wo wir vorher gewohnt haben. Aber manches Neues: Zwei Damen bieten selbst gebackenen, herrlich kalorienreichen Kuchen an, der meist köstlich duftet und nur gelegentlich so aussieht wie mein eigener - ein bisschen dunkelbraun. 

Auf einem anderen Tisch entdecke ich Blaubeeren, Himbeeren und Brombeeren. Hmmmm! Aus dem Niederbayerischen kommt ein Händler, der Salzgurken wie bei Muttern feilbietet, ein anderer verkauft hauseigene Nudeln im Sonderangebot. Eine Frau hat um ihren Wagen herum Bierbänke und Tische aufgestellt, an denen man mit ihren belegten Semmeln und dem Gegrillten Brotzeit machen kann. 

Kinder tanzen unter den Kastanien und ich beginne, das Leben wieder schön zu finden. Und summe dazu ein neues Lied.

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler war bis 2019 Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Sie war Sprecherin vom "Das Wort zum Sonntag" und regelmäßige chrismon- Autorin. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne" und Mitglied im Aufsichtsrat des GEP, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, in dem auch chrismon erscheint.

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