Mündig oder nicht mündig

Mit Gesichtsschleier im Schulunterricht? Das hat ein bayerisches Gericht verboten. Recht so?

Jakob Hoff/imago

An den Anblick junger Frauen mit eleganten, modischen Tüchern, die die Haare bedecken, haben wir uns fast schon  gewöhnt. Aber manchmal sehen wir Frauen, die auch ihr Gesicht bedecken. Bilder von Frauen aus Afghanistan oder Saudi-Arabien fallen uns ein. Ist dieser Schleier nicht wie ein Gefängnis aus Tuch? Passt ­er in unsere aufgeklärte Welt?

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat jetzt juristische Grenzen gesetzt: Eine junge Frau, die in einem Berufsvorbereitungskurs den Niqab, den Gesichtsschleier, der nur die Augen freilässt, tragen wollte, wurde nicht zum Unterricht zugelassen. Das Tragen von Gesichtsschleiern dürfe muslimischen Schülerinnen an bay­erischen Schulen verboten werden, weil das verhüllte Gesicht eine ungehinderte Kommunikation unmöglich mache, sagt das Gericht. Damit könne der Staat seinem Bildungsauftrag nicht mehr oder nur unzureichend nachkommen. Das Recht auf freie Religionsausübung werde durch das Verbot nicht in unzulässiger Weise begrenzt.

Recht so, ist eine erste Reaktion. Gerade im Schulunterricht! Was geht uns sonst noch durch den Kopf? Zum Beispiel: Frauen mit Gesichtsschleier passen nicht zu uns. Zweifellos wirken die schwarzen Schleier fremd. Aber ist das ein Argument? In unserem freien Land hat jeder das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf freie Religionsausübung. Ein generelles Kleiderverbot oder -gebot ist nicht vorgesehen.

Wurden die Frauen gezwungen, einen Schleier zu tragen?

Manche kritisieren: Diese Frauen hätten das doch selbst gar nicht entscheiden können, sie seien gezwungen worden. Aber: Jeder jungen Frau in Deutschland, die aus dem europäisch kulturellen Kontext stammt, trauen wir diese Selbstbestimmung zu. Auch junge evangelische Christen werden mit ihrer Konfirmation im Alter von 14 Jahren religionsmündig, können also in religiösen Angelegen­heiten ab diesem Zeitpunkt selbst bestimmen. Warum aber trauen wir einer jungen Frau, die in Deutschland aufgewachsen ist und einen Gesichtsschleier tragen möchte, diese Mündigkeit nicht zu?

Oft höre ich, das sei doch alles nur quasireligiös, nur als Zeichen der Abgrenzung von der deutschen Gesellschaft gemeint. Können wir uns da so sicher sein? Und plötzlich werden viele, die sich über das zweifellos Fremde aufregen, zu detaillierten Kennern des Islam, der die Verschleierung doch gar nicht vorschreibe. In der Tat besteht unter muslimischen Gelehrten weitgehend Konsens, dass Gesicht und Hände einer Frau unbedeckt bleiben dürfen, nicht müssen. Gern wird übersehen, dass es sich um eine sehr ­kleine Minderheit von Frauen handelt, die in Deutschland den Gesichtsschleier trägt – Einzelfälle, die nicht für Grundsatz­­urteile und kulturelle Abwehrhaltungen instrumentalisiert werden dürfen. Die Entscheidung darüber, was zur Tradition einer Glaubensgemeinschaft gehört, liegt ohnehin bei dieser Gemeinschaft selbst.

Wie gehen religiöse Identität und der Wunsch nach Integration in die Gesellschaft zusammen? Reden möchte ich darüber mit den verschleierten Frauen, auch über ihre Ängste und Hoffnungen, ihre Lebensvorstellungen, Ziele und Pläne. Unsere Haltung für ein solches Gespräch wird vom Apostel Paulus selbst beschrieben, im Brief an die Gemeinden in Galatien: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22–23a) Wer sich so seinem Mitmenschen, dem Nächsten und dem vermeintlich Fremden zuwendet, kann dabei vielleicht überraschende und unerwartete Entdeckungen machen.

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Lesermeinungen

Es ist schade, dass nicht jeder Kommentator von chrismom dazu in der Lage ist, zwischen der subjektiven Beobachtung des Verhaltens einzelner Individuen und verallgemeinerbaren Analysen des politisch-religiösen Totalitarismus Islam zu unterscheiden.
Die Beschäftigung mit den politischen Forderungen des Islam gegenüber Nichtmuslimen sowie ihren Kulturen und Staaten (Entrechtung, Demütigung, Beschädigung, Täuschung, Vernichtung) ist berechtigt und entspringt nicht selten einer Diagnose der Bedrohung.
Die am stärksten verfolgte Religionsgruppe weltweit sind nicht die Moslems in westlichen Staaten, sondern Christen. Organisationen wie Open Doors beziffern deren Zahl auf 100 Millionen, die am stärksten diskriminierenden und verfolgenden Staaten sind mehrheitlich islamisch. Der Vatikan beziffert die Anzahl wegen ihres Glaubens getöteter Christen weltweit auf 100.000.

Informationen
http://www.thereligionofpeace.com/Pages/ChristianAttacks.htm
http://www.islam-watch.org/HistoryOfJihad/index.html
http://www.christenverfolgung.org/100000-christen-jaehrlich-getoetet.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/reportagen/dossier-christenverfolg...

Veneranda (nach Aureliana und Basilia hatte ich Cleopatra erwartet) schrieb am 8. November 2014 um 9:21: "Die Beschäftigung mit den politischen Forderungen des Islam ..... ist berechtigt." Dann beschäftigen Sie sich doch mal damit! Dann kämen Sie nämlich dahinter, dass der IS Ernst macht mit der Vorstellung, der Mensch habe seine Bestimmung in seiner Sittlichkeit und die gründe in Gott. Diese Vorstellung teilt hierzulande nahezu jeder Redakteur der christlichen Publizistik, jeder Pfarrer und der Papst weiß sie regelmäßig besonders schön auszudrücken. Hiesige Stammesführer und Stammesführerinnen, die eher amerikanische Präsidenten oder deutsche Bundeskanzlerinnen genannt werden, bedienen sich zur Verteidigung dieses höchsten Wertes ihrer fix und fertigen Gewaltapparate und lassen deswegen den Irak, Afghanistan und Libyen bombardieren. Der IS will es auch zu so einer Machtfülle bringen und muss deswegen zunächst alle diejenigen in seinem Machtbereich köpfen, die den falschen Klingelton auf ihrem Handy gespeichert haben.___________________________________

Zitat: "Die am stärksten verfolgte Religionsgruppe weltweit sind nicht die Moslems in westlichen Staaten, sondern Christen." Also müssen Ihrer Logik nach die Christen mit der Moslemverfolgung etwas Dampf machen, damit zumindest ein Unentschieden, besser noch ein christlicher Sieg in der edlen Verfolgungsdisziplin herausspringt. Dafür versuchen Sie wacker die gedanklichen Grundlagen auf Trab zu halten._______________________

Zitat: "Islam und Dschihad sind zwei Seiten einer Medaille". Nein, diese Münze haben Sie erfunden. Dschihad ist praktizierter Glaube. Der Islam ist eine Form des Glaubens, das Christentum ist ebenfalls eine Form des Glaubens. Wie christlicher Glaube im Mittelalter und heute praktiziert wurde und wird, können Sie an aktuellen Leichenbergen und denen der Geschichtsbücher erkennen.

Ja, selbst das Schreckliche ist ein Ideal des Bösen. Soweit sollte Jeder folgen können. Schließlich gibt es ja auch den idealen Torschuß, der den Verlierer absteigen läßt. Zwar banal, aber soweit wollen sich die Meisten nicht herunterlassen. Wir haben Menschenrechte und soziale Werte, die nicht so zwingend, wie im Islam, an eine Religion gebunden sind und dort je nach Belieben interpretiert werden können. Werte, von denen wir glauben, dass sie weltweit über alle politischen und religiösen Grenzen hinweg Gültigkeit haben sollten. Dass diese Werte auch die Schattenseiten unserer Zivilisation und der Macht stützen, dass sie auch bei uns von den Mächtigen mißbraucht wurden und werden, nehmen wir mangels einer pragmatischen Alternative hin. Als Korrektiv haben wir dann ja immer noch die Demokratie mit ihren Werten. Melde sich, wer was Besseres weis.

Deshalb gilt:
Ideale und Idealisten sind Kraft und Motor einer freien Gesellschaft,
aber auch Droge und Werkzeug ihrer Verführer

Ockenga schrieb am 11. November 2014 um 17:33: "Melde sich, wer was Besseres weis." Ich melde mich als Freiwilliger, wobei ich allerdings nichts Besseres weiß. Das würde nämlich voraussetzen, dass etwas Gutes bereits genannt worden wäre. Nein, das Lob der Werte nützt der Herrschaft, nicht denen, die die Herrschaft zu beglücken vorgibt. Was ist falsch am Lob der Werte? Ich werde "Droge und Werkzeug ihrer Verführer" benutzen, also mit Hilfe der Diskussionsdroge und dem Argument als Werkzeug Kritik an der Wertschätzung der Werte betreiben.____________________________ Zitat.: "Werte, von denen wir glauben, dass sie weltweit über alle politischen und religiösen Grenzen hinweg Gültigkeit haben sollten." Ich gehöre nicht zu den Fans der Werte und erst recht nicht zu denen, die diese Werte exportieren möchten. Was tatsächlich Gültigkeit hat, ist die staatliche Gewalt und die sie unterstützende Ideologie. Wer den modernen, also demokratischen Staaten unterstellt, sie seien in die Welt gekommen, um Werte wie Menschenrechte, Gerechtigkeit, Würde und was sich sonst noch alles im Wertehimmel tummelt, zu befördern, übernimmt schlichtweg die Propaganda für diese Herrschaftsform. Wer diesen Fehler macht, kann sich dann seine Enttäuschung über das, was sich wirklich abspielt, auch immer nur erklären als Abweichung vom Ideal. Schattenseiten und Missbrauch sind dann die hilflosen Vokabeln.______________________________ Nein, ich empfehle dringend, anders vorzugehen. Zur Kenntnis nehmen, was Staaten machen. Dann überlegen, warum sie machen, was sie machen. Dann klären, wer davon welchen Schaden und wer welchen Nutzen hat. Und schließlich erkennen, dass die gängigen Vorwürfe, dieses oder jenes sei aber ein Verstoß gegen die Menschenrechte, ungerecht, würdeverletzend oder undemokratisch genau das Gegenteil von Kritik sind. Es ist die Bekräftigung der grundlos guten Meinung über Menschenrechte, Gerechtigkeit, Würde und Demokratie.___________________________________________ Das gab es beim Rechtsvorgänger der Bundesrepublik Deutschland genau so. Es hieß damals: "Wenn das der Führer wüsste!". Man fragte sich nicht, was macht der Führer, seine Partei und sein ihn mehrheitlich liebendes deutsches Volk, warum machen sie das und zu wessen Nutzen und Schaden ist das. Nein, der Führer war in Ordnung und wenn dann etwas doch unangenehm auffiel, dann konnte es nur daran liegen, dass der Führer es eben nicht wusste. Denselben Fehler macht heute, wer die Werte hochhält und das, was ihm sauer aufstößt, als Werteverstoß ansieht.

Zitat Ockenga: "Melde sich, wer was Besseres weis."

Damit war nicht gemeint, dass wir mit dem was ist das absolut Gute erreicht haben.

Zita Iwan: "Nein, das Lob der Werte nützt der Herrschaft, nicht denen, die die Herrschaft zu beglücken vorgibt".

Kann es auch so sein, dass es auch die Herrschaft der Beglückten (Wahlbeteiligungen!) ist, deren Teil größer sein könnte?

Zitat Iwan: "..ich gehöre nicht zu den Fans der Werte".

Aber die eigenen Werte sollen doch sicher von Anderen nicht infrage gestellt werden. Hat vielleicht der, der kein Fan der eigenen Werte ist, überhaupt keine? Das kann doch wohl Iwan nicht gemeint haben.

Zitat Iwan: "Was tatsächlich Gültigkeit hat, ist die staatliche Gewalt und die sie unterstützende Ideologie".

Soweit so gut oder schlecht. Daraus folgt, dass jedwede politische und religiöse Ideologie (die sich nicht nur mit dem Jenseits befasst) mit dem ihr zwangsläufig verbundenen Absolutheitsanspruch höchst gefährlich ist. Ideologie ist nahezu immer intolerant und damit diktatorisch. Selbst die Ideologie der absoluten persönlichen Freiheit bedeutet letztlich die Macht des Stärkeren über den Scwachen.

Zitat Iwan: "Wer den modernen, also demokratischen Staaten unterstellt, sie seien in die Welt gekommen, um Werte wie Menschenrechte, Gerechtigkeit, Würde und was sich sonst noch alles im Wertehimmel tummelt, zu befördern...".

Diese Staaten bzw. Gesellschaftsformen sind in die Welt gekommen, weil ihre Vorgänger versagt haben. Erst dann kam von Franzosen und Amerikanern die Vision in die Welt, dass auch andere Völker zwingend (Kriege!) davon Gebrauch machen müssen.

Zitat Iwan: "...ich empfehle dringend, anders vorzugehen. Zur Kenntnis nehmen, was Staaten machen. Dann überlegen, warum sie machen, was sie machen. Dann klären, wer davon welchen Schaden und wer welchen Nutzen hat".

Zu diesem Procedere gehören Werte und Maßstäbe, die von Allen anerkannt werden. Fehlt die Voraussetzung, kann es keinen Konsens und keinen Anspruch auf Umsetzung geben. Und wenn nicht? Dann sind wir wieder dort, wo angefangen wurde.

[...] von der Redaktion bearbeitet. Danke für den Hinweis.

Ockenga schrieb am 16. November 2014 um 12:23: "Zu diesem Procedere gehören Werte und Maßstäbe, die von Allen anerkannt werden." Genau das verlangt der Islamische Staat. Werte und Maßstäbe, die von allen anerkannt werden. Vorneweg der wahre Glaube an den wahren und einen Gott, herunterbuchstabiert bis zur richtigen Barttracht. Wer die Anerkennung der Werte und Maßstäbe verweigert, wird einen Kopf kürzer gemacht. Hierzulande ist das nicht anders. Da wird man zwar nicht geköpft für einen falschen Bartwuchs, der ist den Machthabern egal. Die Anerkennung der Werte (Menschenrechte, Demokratie, Freiheit usw.) wird aber genau so unerbittlich gefordert. Wer zu Recht oder Unrecht im Verdacht der Missachtung dieser Werte steht, landet im Knast, auf dem elektrischen Stuhl oder ist ein heißer Kandidat dafür, die freiheitlichen Bomben und Raketen übergebraten zu bekommen._______________________
Zitat: "Diese Staaten bzw. Gesellschaftsformen sind in die Welt gekommen, weil ihre Vorgänger versagt haben." Keineswegs. Der absolutistische französische Staat hat nicht versagt. Der hat wacker Abgaben verlangt. Insassen dieses Staates, mehrheitlich Handel und Gewerbe treibende Bürger, aber auch Bauern und andere, haben jedoch ihre eigenen Interessen nicht mehr den anerkannten Werten opfern wollen und haben den alltäglichen Gehorsam aufgekündigt. Das nennt man eine Revolution. Die ist unter der freiheitlich demokratischen Ordnung strengstens verboten. Auch jede gedankliche, geschweige denn praktische Vorbereitung dazu, wird rigoros unterbunden. Und bitte eine Revolution nicht verwechseln mit lautstarken Bürgern, die mit dem Slogan "Wir sind das Volk" nichts anderes meinten, als sich der schon sehnsüchtig wartenden Westherrschaft mit Karacho in die Arme zu schmeißen._____________________________
Zitat: "Hat vielleicht der, der kein Fan der eigenen Werte ist, überhaupt keine? Das kann doch wohl Iwan nicht gemeint haben." Doch, genau das habe ich gemeint. Jeder Mensch hat Interessen. Die zu verfolgen ist von höchst unterschiedlichem Erfolg gekrönt. Die Pflege der Werte dient dazu, dass bestimmte Interessen sich prächtig durchsetzen, wogegen andere Interessen regelmäßig untergebügelt werden. Das ist nicht nur im Islamischen Staat so, sondern auch in der BRD des Jahres 2014. Und sowohl im Kalifat wie auch in der entwickelten Demokratie kommt es darauf an, diejenigen, die tagein, tagaus durch die Röhre gucken, ganz besonders feste auf die allgemein anerkannten Werte zu verpflichten. In beiden Fällen offenbar mit vollem Erfolg.

Redaktion schrieb: " von der Redaktion bearbeitet. Danke für den Hinweis." Einen dreifach donnernden Dank für die schnelle Behebung des Problems! Da ein Dankgebet der rechte Ort für weiteres Bitten ist: Könnte sich jemand mal des Problems annehmen, eine Leerzeile zwischen Absätzen in den Kommentaren einfügen zu können. Das geht nämlich nicht und ergibt bei längeren Beiträgen äußerst leseunfreundliche, optisch unstrukturierte Wortmassen. Oder man versucht sich wie ich zu behelfen mit diesen albernen aneinandergefügten Unterstrichen oder ähnlichen Krücken. Danke im Voraus!

Sie können Leerzeilen einfügen, indem Sie die Shift-Taste gedrückt halten, während Sie Enter drücken.

Viele Grüße

Eine Gastfreundschaft kann nicht soweit gehen, dass der Gastgeber sich selbst verleugnen und seine Gesetze den Gästen anzupassen hat. Die Gäste haben sich so zu verhalten, dass sie die Gesetze des Gastlandes in vollem Umfang respektieren. Wer in Saudiarabien keinen Schleicher tragen will, muß draußen bleiben. Bei uns gelten die Menschen- und nicht die Religionsrechte, oder was man andernorts dafür hält. Und was dann bei uns so unendlich verquer unter Toleranz verstanden wird, ist schon seltsam. Was ist was?
Wahre Toleranz ist Anteilnahme am Anderen, der anders ist als ich. Entscheidend ist der Grad der Anteilnahme. Nach diesem Maßstab beurteilt, ist der größte Teil der angeblichen Toleranz pure Gleichgültigkeit bzw. Ignoranz.
Wenn ich nur deshalb jemand toleriere, bzw. notgedrungen akzeptiere, weil er mir gleichgültig, oder reicher, oder besser ist als ich, hat das mit Toleranz absolut nichts zu tun. Was ist denn, wenn man Intolerante akzeptiert, ist man dann auch tolerant, oder einfach nur gefährlich dumm?

Damit hat sich der Begriff Toleranz ins Gegenteil verkehrt und wird zum puren Egoismus, weil man den Anderen nur so lange akzeptiert, wie er die eigenen Kreise und Befindlichkeiten nicht stört.

Sind es 97 oder gar 99,9%, die deshalb widerwärtig den Begriff Toleranz für sich beanspruchen?

In diesem Kommentar tauchen wieder verwirrende Behauptungen zum Thema Religionsfreiheit auf. Die vom Grundgesetz geschützte Bekenntnisfreiheit ist aber kein Recht, mittels dessen sich politisch-juristische Unterstützung beim Vorhaben Islamisierung einklagen ließe.

Mehr Informationen zu Fragen der Vereinbarkeit des Islams mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik:
Prof. Karl Albrecht Schachtschneider, Vortrag "Religionsfreiheit für den Islam?"
https://www.youtube.com/watch?v=Vl3Ju9Vd3x8
Publikation "Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam"
http://www.kaschachtschneider.de/component/content/article/2-aktuelles/2...

Dr. Bill Warner, Direktor des Instituts zur Erforschung des politischen Islams (politicalislam.com) dazu, warum der Gesichtsschleier als (politisches) Diskriminierungsmerkmal aufgefasst werden sollte:
http://www.politicalislam.com/the-political-side-of-the-hijab/

Aureliana verlinkte am 5. November 2014 um 12:23 auf http://www.kaschachtschneider.de/component/content/article/2-aktuelles/2...
Zwei Zitate daraus: "Der Islam ist mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung unvereinbar." "Widerstand gegen Verfassungsfeinde ist sittliche Pflicht jedes Bürgers." Also ist es sittliche Pflicht jedes guten Deutschen, gegen die Moslems vorzugehen. Dazu muss man sie zuerst kenntlich machen. Während die Muslima das Hotelzimmer putzt, ist sie sowieso alleine. Aber später auf der Straße? Ist es nicht demokratische Widerstandspflicht, sie zum Tragen eines Erkennungszeichens zu zwingen? Einen Halbmond vielleicht? Als nächstes dann der Aufruf: "Deutsche, kauft nicht bei Moslems!".________________________

Wer übrigens nach dem Lesen der Zitate als Autor irgendeinen Stammtischbruder nach der fünften Maß Bier vermutet, irrt. Es handelt sich um Herrn Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, bis 2005 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Hetze gegen die Moslems als Absurdität verwirrter Individuen anzusehen, wäre eine gefährliche Unterschätzung dessen, was hier tatsächlich läuft.

Der Islam ist wie das Christentum und das Judentum eine monotheistische Religion und wird zu den abrahamitischen Religionen gezählt. Der Islam hat etwa 1,5 Milliarden Anhänger, das Christentum 2,1 Milliarden. Es gibt viele Versuche zu definieren, was eine Religion ist. Der Brockhaus schreibt: „dass Religion als ein existenz- und situationsbezogenes Phänomen erscheint, als eine spezifische Funktion des Menschseins, die es außerhalb der Welt des Menschen nicht gibt.“ Das ist kein spezifischer Kriterienkatalog. Der Islam entspricht sehr wohl dieser Definition. Es gibt politische Strömungen, die dem Islam den Religionscharakter absprechen wollen. Damit werden politische Ziele verfolgt. Auch wenn es Länder gibt, die Christen verfolgen und ihnen die Ausübung ihrer Religion verweigern, ist es in keiner Weise akzeptabel, wenn in einem christlich geprägten Land wie Deutschland unter dem Vorwand , der Islam sei keine Religion, Muslimen die Ausübung ihrer Religion verweigert würde. Es ist Ideologie, dem Islam den Regligionscharakter abzusprechen.

Neben den vielen richtigen Einwendungen, die aus prinzipiellen und praktischen Gründen gegen Verschleierung hier vorgebracht wurden und die Frau Schwaetzers Meinung als Populismus entlarven, sollte man noch einen Schritt weiter zurückgehen. Der Islam ist keine Religion nach westlichen Verständnis, sondern eine politische Ideologie, an die man grundsätzlich andere Maßstäbe anlegen sollte.

Zitat:
"Wie gehen religiöse Identität und der Wunsch nach Integration in die Gesellschaft zusammen. Reden möchte ich mit den verschleierten Frauen.... Unsere Haltung für ein solchen Gespräch wird vom Apostel Paulus selbst beschrieben..." So schreibt die Autorin in ihrem Artikel. Es ist mehr als NUR eine Meinung, vielmehr eine Einladung zum Gespräch, b.z.w. zu einer Diskussion. Die meisten Antworten dagegen schmähen eindeutig die von ihr demonstrierte einladende Haltung. Toleranz also ? Mitnichten ! Zur Kenntnisnahme, mehr nicht ? Das kann doch nicht alles sein ?

"Nette und Doofe gibt es überall", sagt Frau Ott. Na, bitte, wo Profis am Werk sind, da ist eine zartbesaitete Seele wie die meine, unterprivilegiert wie unterrepräsentiert. ------------
"Warum sollte Fr. Schwätzer sich noch einmal zum Gesichtsschleier äußern ? " Diese Frage lasse ich unbeantwortet.

In dem Kommentar zum bayerischen Gerichtsurteil (und wahrscheinlich genauso zum
Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der das Verbot der Burka in der Öffentlichkeit in Frankreich bejaht) beschreibt Frau Schwaetzer exakt den Mechanismus einer Desintegration und des Missbrauchs der Religionsfreiheit. Überhaupt nicht hilfreich und intellektuell unredlich ist der HInweis auf Paulus, der islamische Praktiken bekanntermaßen nicht beurteilen konnte. Ich bin sicher, dass ein heute lebender Paulus sehr starke Worte gegen das Tragen des
Gesichtsschleiers oder einer Burka aussprechen würde.

Ich kann mich den kritischen Kommentaren zur Meinung einer Tolerierung, die heute leider
auch im Deutschlandfunk zu hören war (mit dem Unterton, dass wir Deutschen das Problem viel besser aus Sicht des Grundgesetzes beurteilen könnten), nur anschließen. Frau Schwaetzer
leidet aus meiner Sicht an Realitätsverlust.

Als ehemaliger Berufsschullehrer habe ich vor Jahren erlebt, dass eine Schülerin ohne Migrations- oder islamischen Hintergrund sich ihr Gesicht so stark geschminkt hatte. dass sie nicht mehr zu erkennen war. Mir war völlig klar, dass ich ihre Teilnahme an der kurze Zeit
später stattfindenden Prüfung zum Abschluss Bankkauffrau so nicht akzeptiert hätte. Ich hätte mich geweigert, sie in dieser Maskerade zu prüfen, weil eine Beurteilung nicht möglich gewesen wäre. Sie erschien dann ohne Schminke!

In der Schule (aber auch anderswo) findet in hohem Maße Kommunikation (und Erfolgskontrolle) statt, die ohne Zuordnung und ohne eine Mimik bei einer Schülerin einfach
nicht möglich ist. So hat vor Jahren eine Schule im Raum Köln zwei Schülerinnen, die eine Burka
getragen hatten, sofort der Schule verwiesen. Die eine hat dann die Burka abgelegt, die andere
Schülerin ist mit ihrer Familie weggezogen.

Weiter kann ich mich an eine TV-Diskussion mit Sandra Maischberger über den Gesichts-
schleier erinnern, den eine Konvertitin aus der Schweiz dort vorführte. Alle kritischen Fragen
(z. B. "Wie essen Sie?", "Wie können Sie überhaupt Autofahren?") hat sie unter Verweis auf den Koran und auf die Religionsfreiheit abgeblockt. Die beiden als Christen apostrophierten Teilnehmer Norbert Blüm und Frank Elstner fanden viel Positives und Bedenkenswertes am Standpunkt der Konvertitin. Ihr ebenfalls zum Islam konvertierter Ehemann aus der Schweiz war nur als Bild "zu sehen" - und natürlich (?) unverschleiert. Keiner hat gefragt wieso. Einzig eine Teilnehmerin, deren Namen mir entfallen ist, und die sich als bekennende Atheistin vorstellte, hat genau das bezeichnet, was den Fernsehzuschauern von der verschleierten Konvertitin präsentiert wurde: nämlich eine glatte Unverschämtheit.

Ich weiß wirklich nicht, was Frau Schwaetzer bezwecken will. Vielleicht die Abkehr von der Aufklärung und der Säkularisierung in Europa, zu der ich als Christ stehe und sie bejahe. Will sie eine Art Fundamentalismus, einen Gottesstaat - vielleicht auch im Christentum?

Dr. Christel Happach-Kasan schrieb am 3. Juli 2014 um 11:00: "Das Burkaverbot, das der EGMR als mit den Menschenrechten vereinbar erklärt hat, ist viel weitreichender als das Urteil des bayrischen Gerichtshofs, das den Gerichtsschleier lediglich im Unterricht verboten hatte,..." Auch wenn es der Bayerische VGH und nicht der bayrische Gerichtshof war, so kann doch jedermann und jedefrau, mit und ohne Schleier, daraus etwas Wichtiges lernen. Ausländische Schülerinnen integriert der Staat, in dem er ihnen die gewünschte Kleidung in der Schule verbietet. Menschenrecht ist, wenn der Staat die Kleidung auch außerhalb der Schule verbietet. Schule ist, wenn der Schüler und die Schülerin lernen, dass Integration und Menschenrecht ganz unbedingt sein müssen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat geurteilt, dass das in Frankreich und Belgien beschlossene Verbot des Tragens einer Burka in der Öffentlichkeit mit den Menschenrechten vereinbar sei. Die Vertreterin Frankreichs hatte argumentiert, es sei "eine Grundbedingung des menschlichen Zusammenlebens", sein Gesicht zu zeigen. Die deutsche Richterin Angelika Nußberger hatte sich diesem Urteil nicht angeschlossen. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist rechtskräftig, eine Berufung ist nicht möglich.

Das Burkaverbot, das der EGMR als mit den Menschenrechten vereinbar erklärt hat, ist viel weitreichender als das Urteil des bayrischen Gerichtshofs, das den Gerichtsschleier lediglich im Unterricht verboten hatte, also in einer bestimmten Lebenssituation, in der die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern wichtig ist. Das allgemeine Burkaverbot halte ich für nicht angemessen. Es geht den Staat nichts an, welche Kleidung frau beim Einkaufen oder Spazierengehen trägt.

Warum sollte Frau Schwätzer sich noch einmal zum Gesichtsschleier äußern? Sie hat ihre Meinung gesagt, im Übrigen ohne die Menschen zu schmähen oder ihnen Ausländerfeindlichkeit zu unterstellen, die eine andere Meinung haben. Das unterscheidet sie wohltuend von denjenigen, die ihre eigene Meinung zum alleinigen Maßstab machen und Menschen mit einer anderen Meinung abwerten.

"Wie gut, dass es den Bayerischen Gerichtshof gibt." Wie arm und verlassen muss man sein, um so zu denken ! Und feige obendrein. Das Urteil ist ganz offensichtlich weise, aber ist es auch der Sache angemessen und gerecht ? Das bezweifle ich sehr, denn es spricht den Menschen in diesem Lande die Mündigkeit ab, mit Herausforderungen, die die Migration und die Globalisierung an das Leben stellen, schlicht und einfach ab. Und die Schüler werden ebenfalls um Entswicklungsschancen gebracht. Ich denke dennoch, dass dieses Urteil NICHT Schule machen wird, wie sich das der eine oder andere der Kleinkrämerseeelen, die hier schreiben, so sehr wünscht. ---------------------
Ich vermisse aber noch eine Stellungnahme der Autorin Irmgard Schwätzer, Präses der Synode der EKD, zu diesen im großen Teil mickrigen Komemntare hier. Schweigen und ignorieren ist keine gute Publicity. Vielen dank.

Liebe Frau Schwaetzer, Ihren Artikel habe ich mit einem gewissen Unbehagen gelesen. Wollen Sie Toleranz um jeden Preis? Ich kann das Urteil des Bayrischen Verwaltungsgerichtshofs nur begrüßen: Ein Gesichtsschleier hat in unseren Schulen nun wirklich nichts zu suchen. Auch die Muslime, mit denen ich befreundet bin, sehen das übrigens so. Wir leben in einem toleranten Staat, daher kann die Schülerin nach dem Unterricht ihren Gesichtsschleier jederzeit wieder anlegen. Wer am Unterricht einer staatlichen Schule teilnehmen möchte, muss aber auch bereit sein, sich bis zu einem gewissen Grade anzupassen. Diese Ansicht entspringt keiner 'kulturellen Abwehrhaltung', sondern wird auch von Menschen geteilt, die sich offen und freundlich 'dem Nächsten und vermeintlich Fremden' gegenüber verhalten. Wie weit soll Toleranz gehen? Können Sie sich vorstellen ,Frau Schwaetzer, dass Ihre Kinder bzw. Enkel von einer verschleierten Lehrerin unterrichtet würden?

"Naja, sie hat auch ausgesehen wie ein schwarzer Ballon im Wasser."---------------
"Leider gibt es auch in diesem Forum viele übertolerante Dummschwätzer! " Viele ?
Ich weiß nicht, Lieschen "(?) Müller, eher wenige. ---------------
Die "Kümmernis ", die erfundene Heilige". "In den Wurzeln geht die Legende zurück in die Frühzeit des Christentums ( eine kleine Erinnerung daran, dass es sich hier um ein evangelisches Forum handelt ! ), (...) Die Verbindung der Heiligen Kümmernis mit dem Volto Santo von Lucca ergab sich durch das Unverständnis gegenüber dem bekleideten Christus am Kreuz. Frühester Kultort ist Steenbergen in den Niederlanden, von wo Wunderheilungen berichtet werden. " ---- ( in Relig. Brauchtum )
"Das Unverständnis dem bekleideten Christus am Kreuz"- wie man sicher unschwer erkennen kann, hat das Unverständnis der Bekleidung gegenüber, eine lange Tradition. Ich wünsche noch weiterhin eine erbauliche Diskussion.

Der Beitrag von Frau Schwaetzer hat mich überrascht. So eine große Toleranz, die ich bestimmt nicht in einem islamischen Staat erfahren würde.
Vor einigen Monaten kam eine voll verschleierte Person, in einem weiten Ganzkörperbadeanzug, in unser Frauenschwimmen. Diese Person (kann auch ein Mann gewesen sein) hat sich weder vor- noch nach dem Schwimmen geduscht. Am gleichen Tag kam auch eine Freundin, nach langer Abweseneheit wieder zum Schwimmen und brachte Sekt und viel Humor mit. Die verschleierte Frau kam jedoch nie wieder in unsere Schwimmstunde.
Naja, sie hat auch ausgesehen, wie ein schwarzer Ballon im Wasser.
Leider gibt es aber auch in diesem Forum viele übertolerante Dummschwätzer!
Aber ein Kompliment für die sachlichen Meinungen von Babina von der Heydt vom 10. 06., Gast vom 23.06., Monica am 11. 06. Denen pflichte ich voll und ganz bei.

Uta Schlegel schrieb am 25. Juni 2014 um 21:54: "Iwan Grosnij" Aber, aber! Wir befinden uns im echten Deutschland und da gehört sich Englisch und nicht Russisch als Fremdsprache!_________________________

Zitat: "Ich rede von Schule in Berlin/Deutschland und nicht in Ankara/Türkei!" Ich rede auch davon. Deutschland ist ein wichtiges Einwanderungsland. Da reden Kinder zunächst mal die Sprache ihrer Eltern. Zu den Zeiten, als jede Menge Deutsche in die USA auswanderten, haben die deutschen Kinder zunächst auch nur Deutsch geredet. An den Orten und soweit es überhaupt Schulen gab, hat niemand ein Gedöns aus dieser Tatsache gemacht._____________________________________

Zitat: "Es geht um die Deutsche Sprache!" Der deutschen Sprache geht es prächtig. Um die brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Wer in Deutschland kein Deutsch kann, erlebt zweierlei. Ist er typischer Arbeitsmigrant, muss er sie lernen, weil er sonst nicht integriert ist. Stammt er aus betuchten Kreisen, ist weiblich, trägt einen Ganzkörperschleier und gibt im Schnitt mehrere Tausend Euro in den besseren Läden der Großstädte aus, kommt kein Verwaltungsgericht und verfügt, dass an verschleierte Frauen mangels angeblicher Kommunikationsmöglichkeiten nichts verkauft und an ihnen nichts verdient werden darf. Im Gegenteil! Plötzlich ist auch der Herr Abteilungsleiter zur Stelle und die ach so schlimme Schleier- und Sprachbarriere ist überhaupt keine._________________________________

Zitat: "Die Katastrophe ist, dass von der Migrantenfraktion etwa jeder 8. Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlässt und somit kaum Aussicht auf einen Ausbildungsplatz hat." Da liegen Sie richtig. Was folgt als Nächstes? Wenn eine es dann doch zur Berufsausbildung schafft, aber diesen albernen Schleier trägt, fliegt sie aus dem Unterricht raus, das Gericht bestätigt den Rausschmiss und das anständige deutsche Volk steht mehrheitlich dabei und klatscht eifrig Beifall. Das ist nicht nur eine Katastrophe, sondern eine ziemliche Sauerei. __________________________________

Zitat: "Für mich ist die Botschaft der Verschleierung..." Ein Schleier ist ein blöder Fetzen Stoff. Der sendet überhaupt keine Botschaften aus. Der ist absolut stumm. Wer aber nicht will, dass hierzulande verschleierte Ausländerinnen Schulen besuchen, der legt in das Tragen dieses lächerlichen gelöcherten Lappens all das hinein, was die Schleierträgerin dann ins schlechte Licht rücken soll.

Iwan Grosnij - das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder??? Ich rede von Schule in Berlin/Deutschland und nicht in Ankara/Türkei! Es geht um die Deutsche Sprache! Übrigens haben Untersuchungen (u.A. Einschulungsuntersuchungen) gezeigt, dass viele dieser Kinder keine Sprache richtig können, weder Türkisch noch Deutsch. Wenn sie dann in der 3. Klasse auch noch Englisch lernen sollen, ist das Chaos perfekt. Aber langsam lernt ja sogar das Berliner Schulamt dazu: das Fach DAZ (=Deutsch als Zweitsprache) ist jetzt Pflicht in allen Sparten der Lehrerausbildung. Vielleicht wäre es künftig sinnvoll, das Kurrikulum noch um Türkisch, Arabisch, Farsi und Russisch zu erweitern.
Die Katastrophe ist, dass von der Migrantenfraktion etwa jeder 8. Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlässt und somit kaum Aussicht auf einen Ausbildungsplatz hat. (Zahl von 2009)
Was hat das nun alles mit dem Schleier zu tun? Für mich ist die Botschaft der Verschleierung zum Einen die Abgrenzung von der Gesellschaft der "Ungläubigen" (damit sind immer alle Nicht-Muslime gemeint) und zum Anderen die Degradierung der kompletten weiblichen Bevölkerungshälfte zu Objekten der männlichen Begierde (vor der sie ja geschützt werden müssen!). Haben wir jahrhundertelang für die Gleichstellung beider Geschlechter gekämpft, um auf dem Umweg über den Islam wieder in eine archaische Gesellschaftsform zurückzufallen? Bitte nicht!

Sieht man also von aller Individualität ab, und schaut auf die Notwendigkeit, dann sind in erster Linie Vernunft und Toleranz angesagt, und jegliche radikale Haltung ist eh von Übel. Das Urteil wurde gesprochen, nun sollte man beginnen, an sich selbst und seinen persönlichen Einstellungen zu arbeiten! Charakterschwächen dürfen nicht massgebend dafür sein, wie eine Gesellschaft sich weiter entwickelt.
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Stichwort "Ausländerfeindlichkeit": Nicht jedem, der das Tragen eines Gesichtsschleiers in bestimmten Situationen nicht gefällt, sollte man Ausländerfeindlichkeit unterstellen." , schreibt Christel Happach-Kasan. So pauschal wohl nicht, aber sicher würde eine Deutsche, die verhüllt erschiene, ohne böse Absichten, nicht die selben Empfindungen auslösen, wie eine fremd anmutende Islamangehörige. Es hat wenig Sinn, zu versuchen, etwas zu beschönigen, was man nicht mag. Es kommt darauf an, nicht sofort mit Panik und Ablehnung zu reagieren, bzw. mit Kälte, Härte und Zurückweisung. -------
"30 Jahre politische Versäumnisse", schrieb Uta Schlegel, am 20 Juni. Das heißt aber auch , 30 Jahre NULL persönliche Entwicklung , ganz offensichtlich !!! Eine schlichte Bilanz für Deutschland, oder ? Es geht nur mit Akzeptanz, Toleranz, Umsicht, und Vernunft, ja, und, bitte, zuerst den eigenen Schleier entfernen, bzw. den Balken vor dem eigenen Auge erkennen...Dieses ist nicht Aufgabe der Politik, sondern die der persönlichen Verantwortung und Entwicklung. ------------
"Integration stelle ich mir anders vor." , schreibt Fr. Schlegel weiter. Ich auch, sicher ganz anders, als sie es sich vorstellt, doch in einer Gesellschaft von Menschen sind Kompromisse notwendig, Unterschiede müssen berücksichtigt, ohne Durchsetzung von irgendwelchen Ideologien. Demokratische Lösungen beruhen auf freiheitlichen Übereinkünften, zwischenmenschlichen Lösungen. Lösungswege müssen gefunden werden, um Diskriminierung und Auschluß vorzubeugen. Streithähne und "Spinner" müssen sich verantworten. Ich finde, dass es nicht geht, dass man einen Beitrag in seine Einzelteile verreißt. Es geht um die Essenz einer Aussage, nicht das raubtierhafte ausagieren an jedem Wort, jedem Satz, um anschliessend zu triumphieren. Gehässigkeit ist dumm und eine Karikatur der Mündigkeit.

Die Stimme der Vernunft, wenn nicht eindeutig positioniert, scheint kaum wahrgenommen zu werden. -----------------
Das zitierte Zitat vom Poster Iwan : "Wie nicht anders zu erwarten, ..." , sehe ich nicht ganz so politisch, kenne es aber in einer etwas anderen Version : Wem es hier nicht gefällt, der darf das Land verlassen!" , ein Ausdruck innerer Gnadenlosigkeit, die nicht glücklich macht. Und eigene Erfahrungen fließen doch in die persönliche Meinung hinein, das kann kein Mensch bestreiten. ------------
Die Lehrerin : eine Haltung, die auch ich an Lehrern gut genug kenne, die weder hilfreich, noch förderlich für eine gesunde Entwicklung des Schülers sein kann, wenn er nicht gerade ein gehorsamer Musterschüler und ein sgn. Streber ist/war. Eine nachträglich unreflektierte Meinung, die nach Bestätigung sucht, und lediglich Duldung zeigt, die, wie sie meint, nur Gerichte und das Recht, aber keine zwischenmenschliche Kommunikation, zu einem verträglichen Ausgang führen können. Integration als Durchsetzung von Recht. Ich frage mich, wie das Dazwischen und das Miteinander, dieser Meinung nach, vor sich gehen soll ? ----------
Beide Beiträge, der von Gast und Christel Happach -Kasan, drücken die allgemeine So SOLLST DU DENKEN -Maxime aus, mit unüberhörbarer politischer Suggestion, Tut mir leid, das ist falsche Politik. Zwischenmenschliche gesellschaftliche Probleme löst man mit einer solchen Politik nicht, das führte schon einmal in eine völlig falsche Richtung. Und der Hinweis auf andere Länder heißt gar nichts. Mitmachpolitik, angelehnt an andere Länder, kopiert lediglich. ------------
Zitat von Iwan : "Werte Schülerschar ", da jeder einmal Schüler war, räume ich jedem das Recht ein, aus meiner Perspektive, sich IRONISCH bis SARKASTISCH , darüber zu äußern, will sagen, bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, vielleicht besser jedes zweite, oder noch besser , mehrmals lesen ?
Aber vielleicht ist der Poster noch belehrbar und fügt sich in einen braven Rahmen hinein ? Und "Respekt und Achtung vor Schülern und Schülerinnen" ? Der beste Unterricht ist der, welcher nicht mittels BlickKONTROLLE stattfindet, sondern frei und nach Neigung, und ohne ideologischen Nimbus, dafür mit Interesse am Stoff ? ( Anm. am Rande: hier ein Riesenbonus für Montessori-, oder Waldorfschulen ? )
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Uta Schlegel schrieb am 25. Juni 2014 um 9:15: "Ist es für Sie in Ordnung, wenn in einer Grundschulklasse außer dem Lehrer kein Muttersprachler mehr anwesend ist?" Nur zur Klarstellung, was die Begriffe bedeuten. Junge Türken sind in aller Regel Muttersprachler. Ihre Muttersprache ist türkisch. Eine reine Ausländerklasse besteht normalerweise aus Muttersprachlern. _______________________________ Zitat: "Ich finde das katastrophal" Welche Katastrophe bricht denn herein?

Gast schrieb am 23. Juni 2014 um 17:31: "Eltern, Lehrer, Arbeitgeber usw. sollten weiterhin darauf achten, dass sich kein Mitglied, Mitschüler, Mitarbeiter durch Verhalten oder Kleidung absondert, damit ihre Gruppe ein Team ist und bleibt." Dieser Gedanke fand schon 1938 beim Anschluss Österreichs an Deutschland begeisterte Zustimmung, insbesondere in der berühmten Formulierung "Ein Volk, ein Reich, ein Führer!".

Iwan der Schreckliche - das ist auch eine Methode, seine Identität zu verschleiern. Viele machen das so, dann kann man unbeschwerter lästern. Nun ja, zur Sache. Beim Anblick so mancher nahezu unbekleideter Zeitgenossen könnte man in der Tat AllahJahweGott um ein gnädig verhüllendes Gewand bitten, das stimmt schon. Aber davon reden wir nicht, oder? Die Kommunikation ist hier das Schlüsselwort. Guter oder schlechter Unterricht, darum geht es hier eigentlich auch nicht, sondern um nonverbale Kommunikation. Ist es für Sie in Ordnung, wenn in einer Grundschulklasse außer dem Lehrer kein Muttersprachler mehr anwesend ist? Ich finde das katastrophal und frage mich, warum es nicht schon längst eine Quotenregelung gibt (die könnte so aussehen: bei mehr als 25% Ausländeranteil in einer Klasse/Schule ist der Zugang weiterer Ausländer an diese Schule nicht mehr möglich. Die Schüler müssen auf andere Schulen verteilt werden. Der Weg ist dann zu weit? Dann kann man auch in den Nachbarbezirk ziehen, kein Problem. Das Ziel ist die Verhinderung von Ghettobildung.) Durch diese feige, fahrlässige, pseudotolerante Untätigkeit machen sich alle Verantwortungsträger (in diesen Fragen) schuldig an der jungen Generation von Migranten, deren erfolgreiche Eingliederung in die Gesellschaft unseres Landes auf diese Weise regelrecht torpediert wird!
Frau Schwaetzer, mittlerweile habe ich gelesen, dass Sie tatsächlich in Berlin leben. Unglaublich! Wie machen Sie das, diese von mir beschriebenen Dinge zu übersehen? Bieten Sie doch mal eine Diskussionsrunde an zum Thema "Verschleiert aber mündig" . Damit kriegen Sie sogar die Urania voll! Ich würde mir dafür sogar frei nehmen!

Dr. Christel Happach-Kasan schrieb am 23. Juni 2014 um 15:25: " "Einbimsen" ist kein Unterricht." Die Formulierung "Einbimsen" ist ein schwerer Verstoß gegen die Regeln der Sprachpolizei, bekannt unter der Bezeichnung "politisch korrekt". Dessen bekenne ich mich schuldig. Sachlich ist der Ausdruck zutreffend. Auch und gerade der nach modernsten pädagogischen Gesichtspunkten vollstreckte Unterricht hat das Ziel, in die Köpfe und Gemüter der Schüler und Schülerinnen den staatlicherseits vorgegebenen Lehrplaninhalt hineinzubefördern. Wer diesen Vorgang nicht mit ideologischem Glorienschein überhöhen will, erlaubt sich die umgangssprachliche Formulierung "Einbimsen". ___________________________________________
Zitat: "Wer von Schülerinnen und Schülern ironisch als "werter Schülerschar" spricht, zeigt an, dass er Schülerinnen und Schüler nicht achtet." Das trifft zu. Die Missachtung geht sogar soweit, dass er eine Schülerin, die mit unmöglichen Klamotten, nämlich einem Gesichtsschleier, aufkreuzt, schlichtweg ganz normal unterrichten würde. Wer die Schülerin jedoch achtet, begrüßt explizit das Urteil, das der ausbildungswilligen Schülerin den Unterricht verwehrt und sie somit in der Einkommenshierarchie ganz nach unten stößt. Ich zolle Ihnen, verehrte Frau Dr. Happach-Kasan, ausdrücklich allen Respekt für die umstandslose Offenheit, mit der Sie klarstellen, was es mit der Achtung und dem Respekt hierzulande auf sich hat. Mitdenkenden Lesern dürfte somit klar sein, warum ich mir ausdrücklich wünsche, nicht mit Respekt behandelt zu werden. Ich weiß, dass dieser Wunsch in dieser Gesellschaft nicht in Erfüllung geht. __________________________________
Zitat: "Allerdings hatte Iwan der Schreckliche bei seinem Zitat den ersten Satz weggelassen, obwohl beide Sätze erkennbar zusammengehören." Es freut mich außerordentlich, dass Sie auf diesen Zusammenhang hinweisen. Dieser Zusammenhang ist nämlich der springende Punkt der Angelegenheit. Der zweite Satz lautet: "Wer das nicht kann, darf unser Land verlassen, die Möglichkeit besteht." Das ist das nach den Regeln der politischen Korrektheit formulierte altbekannte "Ausländer raus!". Der erste Satz lautet: "Integration bedeutet nicht Unterordnung aber das Akzeptieren unserer Lebensformen und das Anerkennen und tolerieren unserer christlich geprägten Werte." Das ist der aus der Mitte der Gesellschaft kommende Anspruch an die Ausländer, neben der Gesetzestreue, die man auch von Inländern fordert, noch eine zusätzliche Gehorsamsleistung zu erbringen, die sich Integration nennt. Der Inländer darf sich seine Klamotten selber raussuchen, er darf so miserabel Deutsch sprechen wie er will, er darf sogar auf die christlichen Werte pfeifen. Der Ausländer darf sich das nicht leisten, denn sonst ist er nicht integriert. Und weil es jede Menge gute Gründe gibt, sich nicht zu integrieren, stellt die Mitte der Gesellschaft den Rechtsradikalen die Grundlage zur Verfügung für deren Verlangen nach Rausschmiss der Ausländer. Jetzt klar?

Kommunikation zwischen Menschen erfolgt nicht nur durch Sprache; was ein Mensch wirklich sagt und wer es sagt, ist nur zu erkennen, wenn der andere sein Gesicht zeigt. Verschleierung verhindert genau dies. Mit einem verschleierten Menschen kann ich nicht angemessen kommunizieren. Das ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern eine offene Kommunikation ist eine Grundvoraussetzung unserer demokratischen Gesellschaft, ohne die sie nicht funktionieren würde. Um diese Grundvoraussetzungen zu gewährleisten, sind Beschränkungen individueller Interessen und Bedürfnisse durchaus erforderlich. Es ist auch klar, dass dabei sorgfältig zwischen Einzelinteresse und gesellschaftlichen Bedürfnissen abgewogen werden muss. Bei der Verschleierung ist die Beeinträchtigung gesellschaftlicher Interessen so grundlegend, dass wir dies zumindest in staatlichen Zusammenhängen wie Schule oder Verwaltung nicht hinnehmen können. Hinzu kommt:Regeln funktionieren auch nur, wenn sich alle daran halten. Verschleierte Menschen in der Öffentlichkeit machen für mich nur deutlich, dass sie eben nicht bereit sind, sich an die grundlegenden Übereinkünfte unserer Gesellschaft zu halten. Wenn mich das ärgert, hat das nichts mit Intoleranz zu tun; gegenüber - im Wortsinn - asozialem Verhalten bin ich nicht tolerant.

Unsere Toleranz ist weltweit einmalig.
Es gibt kaum ein Land, in dem man sich so viel Gedanken über die Rechte von Minderheiten macht, wie in Deutschland.
Die Bevölkerung der meisten Länder weiß ganz genau, was in ihrem Land erlaubt ist und was nicht und fordert entsprechende Verhaltensweisen ein.
Wir lernen bspw., wie wir uns in anderen Ländern benehmen müssen, um nicht unangenehm aufzufallen. Gleichzeitig erlauben wir Menschen aus anderen Ländern, ihre Sitten, Gebräuche und oft auch Gesetze in unserem Land frei auszuüben.
Die kleinste Einheit eines Staates ist die Familie. Wenn sich ein Familienmitglied dauerhaft nicht bemüht, sich den Regeln der Familie anzupassen, wird es nicht lange zur Familie gehören.
Eltern, Lehrer, Arbeitgeber usw. sollten weiterhin darauf achten, dass sich kein Mitglied, Mitschüler, Mitarbeiter durch Verhalten oder Kleidung absondert, damit ihre Gruppe ein Team ist und bleibt.

Der Bayrische Verwaltungsgerichtshof hat über das Tragen eines Gesichtsschleiers im Unterricht entschieden. Das ist das von Frau Schwätzer angesprochene Thema. Mehrere Autoren haben das Urteil zustimmend kommentiert. Widerspruch kommt vom Autor Iwan dem Schrecklichen. Der Autor selbst hat dieses Pseudonym, oder sollte man in dieser Diskussion besser sagen, diesen Schleier gewählt.

Iwan der Schreckliche, 21. Juni 17.22 Uhr: „Wer im Laufe seines Berufslebens dann das zweifelhafte Privileg genoss, als Lehrer der verehrten Schülerschar den Lehrstoff einbimsen zu müssen…“ „Einbimsen“ ist kein Unterricht. Er beschreibt eine Karikatur von Unterricht. Wer von Schülerinnen und Schülern ironisch als „werter Schülerschar“ spricht, zeigt an, dass er Schülerinnen und Schüler nicht achtet. Solch ein Unterricht vernachlässigt die Kommunikation. Da ist es verständlich, dass ihm egal ist, ob seine Schülerinnen einen Schleier tragen oder nicht. Aber das ist keine allgemeingültige Beschreibung von Unterricht und in vielen Unterrichtsstunden sieht es zum Glück anders aus.

Iwan der Schreckliche, 22. Juni 13.08 Uhr: „Wie nicht anders zu erwarten, der tausendste Aufguss von "Ausländer raus!" So kommentiert er die beiden Sätze von Dieter Zauft: „Integration bedeutet nicht Unterordnung aber das Akzeptieren unserer Lebensformen und das Anerkennen und tolerieren unserer christlich geprägten Werte. Wer das nicht kann, darf unser Land verlassen, die Möglichkeit besteht.“ Allerdings hatte Iwan der Schreckliche bei seinem Zitat den ersten Satz weggelassen, obwohl beide Sätze erkennbar zusammengehören.

„Der Islam ist ein Teil von Deutschland“, hat Christian Wulff in seiner viel beachteten Rede gesagt. Das verlangt gegenseitigen Respekt von Christen gegenüber Muslimen und umgekehrt, aber auch, wie die Diskussion zeigt, von Christen untereinander. Nicht jedem, der das Tragen eines Gesichtsschleiers in bestimmten Situationen für unangemessen hält, sollte Ausländerfeindlichkeit unterstellt werden.

Uta Schlegel schrieb am 20. Juni 2014 um 21:29: "In der U-Bahn sieht man alle islamischen Kleidungsvarianten vom "eleganten Tuch" bis zur Ganzkörperverhüllung" Und was ist daran so entsetzlich? Ich kann Ihnen gerne Bademöglichkeiten in Deutschland nennen, wo Sie jede Menge Bierbäuche und von Zellulitis und Adipositas gezeichnete Oberschenkel, alles garantiert deutsch, genießen können. Da kann jeder Geschmack befriedigt werden. __________________________
Zitat: "dass es hier Schulklassen mit 0 (null!) deutschen Kindern gibt." Und warum soll ich da jetzt vor Schreck in Ohnmacht fallen? Können Schüler erst dann Lesen und Schreiben lernen und brave, fremdenfeindliche Untertanen werden, wenn deutsche Schüler dabei sind? Ich fürchte, das bekommen die Ausländer auch alleine gut hin.________________________
Zitat: "und hier befindet man sich als deutscher Christenmensch in der klaren Minderheit" Wenn Sie so darauf erpicht sind, zur Mehrheit zu gehören, könnten Sie katholisch werden und nach Paderborn ziehen oder nach Altötting. Oder Sie werden atheistisch und ziehen in ländliche Gebiete der Ex-Zone. Ist es evtl. mit Nachteilen verbunden, zur Minderheit zu gehören? Mit welchen? Woran liegt das? ____________________
Dieter Zauft schrieb am 20. Juni 2014 um 10:02: "Wer das nicht kann, darf unser Land verlassen, die Möglichkeit besteht." Wie nicht anders zu erwarten, der tausendste Aufguss von "Ausländer raus!" Da haben Sie allerdings Ihre Rechnung ohne den verehrten deutschen Staat gemacht. Die Türken sind nicht deswegen nach Deutschland gekommen, weil sie scharf auf die eingeborenen Islamhasser gewesen wären. Die Ausländer hat vor Jahrzehnten der deutsche Staat als billige und willige Arbeitskräfte ins Land geholt, damit saubere deutsche Geschäftsleute schönen Reibach machen. Und dafür sind sie immer noch vorgesehen. Insofern ist Ihre Hetze gegen die Moslems zwar ziemlich ähnlich zur Hetze der Nazis gegen die Juden, die politische Lage ist aber eine andere. Der Adolf und große Teile seines ihn liebenden deutschen Volkes hat die Juden umbringen wollen und das auch getan. Der jetzige deutsche Staat gibt zwar jedem Deutschen Recht, der die Ausländer beargwöhnt und ihnen alles Schlechte zutraut, rausfliegen sollen sie aber nicht. Dann würden sofort ganze Branchen zusammenbrechen und die Krankenhäuser und Hotels schließen müssen, wo die moslemischen Frauen putzen. Also wird es mit dem "Ausländer - raus!" nichts werden. Dem Irrsinn des Moslemhasses muss allerdings nicht erst eine Tür geöffnet werden. Der darf sich weiter austoben.

Hoppla, mir ist etwas ganz wichtiges aufgefallen, da hier so oft vom Blickkontakt die Rede ist, der wegen des Schleiers nicht statt finden könne: es gibt ja unterschiedliche Varianten des Schleiers, also durchaus mit einem mehr oder weniger großen Augenschlitz, der den Blick vielmehr intensivieren würde, als es umgekehrt der Fall hätte sein können. Überhaupt ist das, alles in allem, eine erbärmlich biedere, und unfassbar arrogante Diskussion die da stattfindet, nicht nur hier bei chrismon . Und es tut tatsächlich not, darüber mit den islamischen Frauen gemeinsam zu diskutieren. Aber es ist eine absolut lächerliche, aufgeblasene Situation, und es erstaunt mich, wie viel faschistische, hämische Denke hier so unumwunden und unreflektiert zum besten gegeben wird ! Im Grunde wird dadurch persönliche Unzufriedenheit deutlich. Sich von Furcht und Gehässigkeit lenken zu lassen, führt zu nichts.

Eine Bemerkung am Rande: sehr gut, Iwan d.Schreckliche, Ihr Beitrag gefällt mir gut !

@Uta Schlegel: Selbstvergessene Unzufriedenheit ist ungesund. "30 Jahre Ignoranz der Politiker ...", das ist als Erklärung für die Situation zuwenig. Mündigkeit ist gefordert, nicht Schuldzuweisungen und Gehässigkeit. Ein solches Verhalten gehört der Vergangenheit an. ---------
Eine Klasse mit Null deutschen Schülern ? Der Lehrer hat demnach die einmalige Chance, zur Abwechslung mal, von den Schülern zu lernen? So wenig Flexibilität ? Das ist absolut traurig. Vielleicht haben Sie den Lehrer aber auch missverstanden, und es ging ihm gar nicht um Kritik ? Vielleicht wollte er sich nur seine, verständliche, Ratlosigkeit von der Seele reden ? ;- --- und das Zitat:
"Tja, zu spät Mädels !" Was soll man dazu sagen ?

Dr. Christel Happach-Kasan, ehemals MdB, schrieb am 19. Juni 2014 um 14:31: "Normalerweise kann ich an den Reaktionen der Schülerinnen und Schüler erkennen, ob ich verstanden werde." Dieser Witz ist wirklich gut. Jeder, der sich noch an seine eigene Schulzeit erinnert, weiß, dass zu den ersten Pflichten eines Schülers gehörte, egal ob männlich oder weiblich, möglichst interessiert aus der Wäsche zu gucken. Ja nicht durch das Mienenspiel erkennen lassen, wie einen Stoff und Unterricht anödeten und nervten! Das hätte sich nachteilig auf die Note auswirken können. Wer im Laufe seines Berufslebens dann das zweifelhafte Privileg genoss, als Lehrer der verehrten Schülerschar den Lehrstoff einbimsen zu müssen, konnte feststellen, dass diese Gucketechnik Generationen und pädagogische Wandlungen perfekt überlebte. Und jetzt soll angeblich ein Gesichtsschleier das Unterrichten unmöglich machen.

In manchen Koranschulen mancher Länder wird durch Sitzanordnung und bauliche Maßnahmen dafür gesorgt, dass der männliche Lehrer die weiblichen Schülerinnen überhaupt nicht sehen kann. Ja, nicht nur der liebe Christengott, sondern auch Allah wissen, was sich gehört. Lernen die solchermaßen des Blickkontaktes beraubten Schülerinnen nichts? Die lernen jede Menge. Sie lernen unter anderem auch, welche Kleidung sich wann für welche Frau schickt. Es ist kein Privileg der BRD-Schulen der 50-er Jahre, falsch gekleideten Schülerinnen (Hose statt Rock oder Kleid) jede erdenkbare Schwierigkeit zu machen.

Selbst wenn es wahr wäre, dass fehlender Blickkontakt Unterricht erschwert, was ist daraus die Konsequenz? Was passiert einer Schülerin mit Eingeboreninnen-Hintergrund, die den Blickkontakt verweigert, weil sie ständig aus dem Fenster glotzt? Die kriegt irgendwelche Lehrersprüche hingerieben des Inhalts, dass sie selber schuld ist, wenn sie nichts lernt und das Fach nicht schafft. Was passiert einer Schülerin mit Migrations-Hintergrund, die den Blickkontakt verweigert, weil sie einen Gesichtsschleier trägt? Die wird nicht zum Unterricht zugelassen!

Mit einem besonderen Misstrauen Ausländern gegenüber hat das selbstverständlich alles nichts zu tun.

Sehr geehrte Frau Schwaetzer,
nach der Lektüre Ihres Artikels kamen mir spontan 2 Fragen in den Sinn:
1. Warum sprechen Sie nicht mit diesen Frauen, wenn es Sie doch interessiert? Finden Sie keine, die mit Ihnen (offen) reden will?
2. Wo leben Sie? Vielleicht in einem kuscheligen Vorort von Stuttgart?
Jedenfalls nicht in Berlin. Hier hört man die "demografische Uhr" von Jahr zu Jahr lauter ticken. Am Weddinger Leopoldplatz findet man keine Würstchenbude mehr, sondern nur noch türkisch-arabische Imbisse mit dem freundlichen Hinweis: hier ist alles HALAL (= erlaubt, also ohne Schweinefleisch oder andere unreine Zutaten...). Der Markt regelt sowas, und hier befindet man sich als deutscher Christenmensch in der klaren Minderheit. In der U-Bahn sieht man alle islamischen Kleidungsvarianten vom "eleganten Tuch" bis zur Ganzkörperverhüllung, auch bei 9jährigen Mädelchen und hochsommerlichem Wetter. Am traurigsten sind die Gesichter der jungen deutschen Frauen, die sich nun verhüllen müssen, weil ihre frischgebackenen muslimischen Ehemänner wohl doch nicht so tolerant und integriert sind, wie sie gehofft hatten. Tja - zu spät, Mädels!
Über die Integrationsbereitschaft ganzer Berliner Bevölkerungsgruppen sind diverse Bücher geschrieben worden (Sarrazin, Heisig, Buschkowski, Pirincci etc.) und 30 Jahre Ignoranz unserer Politiker haben dazu geführt, dass es hier Schulklassen mit 0 (null!) deutschen Kindern gibt. Integration stelle ich mir anders vor.
Ich lade Sie herzlich nach Berlin ein! Von Reinickendorf aus machen wir dann ein paar interessante Ausflüge nach Wedding, Schöneberg, Kreuzberg und Neukölln. Auch ein Gespräch mit einem Grundschullehrer aus Kreuzberg kann ich arrangieren, wenn es Sie interessiert.
Mit freundlichen Grüßen, Uta Schlegel, Berlin

Das Verwaltungsgericht hat zu recht den Gesichtsschleier im Schulunterricht verboten,
bezeichnend ist ja auch, dass solche eine Frage durch ein Gericht geklärt werden muss.
Es ist wieder mal ein Artikel in dem man die „Gutmenschen“ unseres Landes herauslesen kann, dazu wird dann noch der Apostel Paulus zitiert.
Europa / Deutschland mit seiner abendländischen Kultur ist christlich geprägt, wir sind es
gewohnt, dass wir Menschen bei der Arbeit, im Gespräch ins Gesicht sehen können, auch um Reaktionen und Stimmungen deuten und erkennen zu können.
Wer nach Deutschland kommt und hier lebt muss sich integrieren, wir können und wollen nicht zum Spielball muslimischer oder sonstiger Gruppen und Menschen werden, die dann von unserem Land aus in den z.B. in den Heiligen Krieg ziehen (siehe Syrien) und dann hierher zurück kehren um unsere Bürger einzuschüchtern oder vorzuleben, dass wir im eigenen Land Fremde werden.
Integration bedeutet nicht Unterordnung aber das Akzeptieren unserer Lebensformen und das Anerkennen und tolerieren unserer christlich geprägten Werte. Wer das nicht kann, darf unser Land verlassen, die Möglichkeit besteht.
Die Demokratie muss wehrhaft sein und darf nicht aus falsch verstandener Toleranz geopfert werden, wir haben die Grundrechte nicht dazu, um jedem Irrsinn eine Türe zu öffnen.

Unterricht ist Kommunikation. Ein Gesichtsschleier behindert die Kommunikation. Deswegen sind im Unterricht Gesichtsschleier nicht akzeptabel. Als ehemalige Lehrerin stelle ich mir vor, mir sitzen im Unterricht 20 Schülerinnen mit Gesichtsschleier gegenüber und ich erkläre einen schwierigen Sachverhalt. Normalerweise kann ich an den Reaktionen der Schülerinnen und Schüler erkennen, ob ich verstanden werde. Bei Schülerinnen mit Gesichtsschleier ist dies nicht möglich. Deswegen halte ich es nicht für eine „kulturelle Abwehrhaltung“, das Tragen eines Gesichtsschleiers im Unterricht zu untersagen. Es wird damit die Unterrichtssituation gewürdigt. Es ist keine Frage der Anerkennung der Mündigkeit der jungen Frau, die einen Gesichtsschleier zu tragen wünscht, sondern eine Frage des Respekts der jungen Frau gegenüber den Mitschülerinnen und Mitschülern und den Lehrerinnen und Lehrern. Bei mündiger und eigenverantwortlicher Bewertung der Unterrichtssituation durch die junge Frau hätte sie selbst erkennen müssen, dass die Unterrichtssituation ungeeignet ist für das Tragen eines Gesichtsschleiers.

Es fällt auf, dass im Islam nur für Frauen Kleidervorschriften bestehen. Das Kopftuch, so heißt es, soll die Frauen vor den begierigen Blicken der Männer schützen. Wenn es um den Schutz der Frauen geht, wäre es doch das Einfachste, Männer würden sich verpflichten, Frauen nicht mit begierigen Blicken anzugucken? Das funktioniert zwar nicht immer, aber doch meistens. Offensichtlich wollen Männer sich diese Pflicht nicht auferlegen.

Auch wenn ich Ihre Meinung nicht teile, Frau Schwätzer, finde ich es gut, dass Sie diese Diskussion auf Chrismon angestoßen haben.

Unterricht heißt Unterricht, weil er nach unten richtet.
Das hat mir nicht geschadet, das wird dir auch nicht schaden.
Wir machen DRUCK und nennen es Er"zieh"ung.
Wir tun, was wir tun, weil wir es gewohnt sind, nicht weil wir es verstanden haben.
Lieber eine höchstrichterliche Denkschablone vorgeschrieben als selber verantwortlich denken.
Lieber müssen und nichts dafür können als können und dafür verantwortlich sein.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

Integration ist eine sozial politische Angelegenheit, und der Staat ist verpflichtet die Integration zu ermöglichen. Es geht nicht um Gleichmacherei, oder völlige Assimilation. Ich liebe die Individualität, und finde, dass ein religiöses Symbol sehr wohl dazu gehören darf/ kann, und glaube, dass die Geschichte der jungen Schülerin instrumentalisiert und aufgebauscht wird. Die besagte Ausbildungsstätte hat hier versagt, war nicht in der Lage, die selbstbewusste, ( denn das war sie doch offensichtlich ), junge Frau zu akzeptieren. Das ist alles. Hier prallten bildlich, Welten aufeinander. Das Thema ist heiß, der Islam macht von sich reden, da ist so ein kleiner "Brandherd" ein willkommenes Thema, und Anlass zu Spekulationen. Wichtig ist aber, dass es hier um eine junge Frau geht, die am Anfang ihres Lebens steht, und die möglicherweise unklug genug war, nicht genau zu wissen, was sie tat, d.h. die ihre religiöse Einstellung aus ideologischen Gründen instrumentalisierte. Ich finde , keine Religion ist es wert , dass ich für deren Ideologie mein Leben aufs Spiel setze. Eine religiöse Überzeugung verlangt nicht nach dauerndem äußeren Beweis. Wenn es heute zu zwischenmenschlichen Problemen kommt, und dazu zähle ich auch die Situation der verschleierten Schülerin, dann stecken dahinter in erster Linie unreife Menschen, die ihre persönlichen Kämpfe zulasten Anderer führen, vlt handelte diese Ausbildungsstätte sogar verantwortungsbewusst, weil sie erkannte, dass die Schule hier nicht tragfähig genug war? Das heißt aber nicht, dass es nicht hätte besser verlaufen können. Wenn hier Gerichte einschreiten müssen, dann ist es immer noch besser, als ein Selbstbehauptungskampf im Alleingang. Der Schleier hat eine große Wirkung, er ist sichtbar, und keiner kann leugnen, nichts gesehen zu haben. Er ist Schutz und Schild. Warum wird er nur so gefürchtet ? Wer hat etwas zu verbergen ? Ich finde, derjenige , der ihn ablehnt, fürchtet sich . Und es stimmt, dass sich dahinter Schönheit verbirgt, innere Schönheit und Verletzlichkeit.
Der Rest ist Belletristik, Geschichte, Mythos, Literatur und hat mit unsere realen Welt leider nichts zu tun, bis auf die anderen, die Paulus zitieren, und diese tiefe Liebe und Weisheit von Damals ins Heute zu retten versuchen.
Möge es ihnen gelingen !

Sehr geehrte Frau Schwaetzer,

der Niqab ist ein Relikt aus der Beduinen-Tradition aus vor-islamischer Zeit. Er dient zum Schutz gegen Sand und Sonne. Dafür ist er gut.
Warum er in Europa zunehmend zum Einsatz kommt, ist mir nicht klar. Man sollte doch meinen, die streng gläubigen Muslime müssten sich in islamischen Ländern besser fühlen.

Sie jedoch-als Vertreterin der Evangelischen Kirche - hätten meiner Meinung nach viel zu tun, wenn sie sich intensiver um die vielen verfolgten Christen in Ländern des Islam kümmerten. Seit Jahren wird dieses Problem klein geredet, stattdessen sorgen Sie sich, um das Tragen des Niqab und freuen sich über "elegante Kopftücher"!?!
Die Interessen der Muslime werden doch ganz offensichtlich von den islamischen Vereinen vertreten, da braucht es keinen christlichen Kniefall.

Gesichtsschleier und Kopftuch gehören nicht in unsere Gesellschaft!

Ich werde bei diesem Thema u.a. immer daran erinnern, wie in meiner Jugend unsere frühere Nachbarin jeden unserer Schritte und Handlungen überprüfen konnte und dies auch tat. Sie agierte hierbei aus sicherer Position hinter einem höher gelegenen Fenster mit Gardine und bewegte zwecks Kontrolle die Gardine kurz zur Seite um den Blick frei zu haben auf das äußere Geschehen nämlich uns Kinder. Sobald sich die Nachbarin jedoch ertappt fühlte, weil man zum Fenster hochsah, schlug die Gardine zu.

Für uns war das immer ein Zeichen, alles SEHEN wollen aber nicht GESEHEN werden. Wir empfanden so etwas immer als unredlich.

Das Tragen von Kopftuch, Gesichtsschleier und Burka sehe ich analog zu den geschilderten Erlebnissen. Es kommt mir wie ein Agieren im Hinterhalt vor.

Liebe Frau Schwätzer,
gibt es unveräußerliche Menschenrechte?
Sie schreiben:
"Die Entscheidung darüber, was zur Tradition einer Glaubensgemeinschaft gehört, liegt ohnehin bei dieser Gemeinschaft selbst."
Sind nun Menschenrechte relativ?
Sicher, jede und jeder kann "vielleicht überraschende und unerwartete Entdeckungen machen", wie Sie schreiben, wer sich im Sinne des Apostels Paulus "dem vermeintlich Fremden zuwendet."
Aber wollen Sie wirklich die Errungenschaft unveräußerlicher Menschenrechte der Entscheidungsfreiheit Einzelner oder religiöser Gemeinschaften anheim geben?

S. Hartmann schrieb am 13. Juni 2014 um 16:44: "Wenn nicht die meisten Moslems ebenso nachlässig mit ihrem Koran umgehen würden wie die meisten Christen mit ihrer Bibel, dann wäre Deutschland demzufolge schon längst ein Islamstaat." Einfach furchtbar, diese Vorstellung. So war und ist Deutschland ein christlich geprägter Staat. Welch Segen! Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, heute Europas führende Kraft beim Verarmen von griechischen Rentnern und portugiesischen Arbeitslosen. So muss es sein! ______________________ Zitat: "Andere Steinchen sind der Moscheebau" Sofort Schluss damit! Oder soll man sie doch bauen lassen, wenn sie später ohnehin in Brand gesteckt werden müssen. Oder welche Lösung - endgültige oder vorläufige - der Islamfrage schwebt Ihnen denn vor, lieber Herr oder liebe Frau Hartmann? _____________________ Zitat: "der islamische Unterricht an deutschen Schulen" Das geht endgültig zu weit! Aus denen müssen Christen gemacht werden! In Konvertierungsfragen von falschgläubigen Schülerinnen darf Deutschland nicht hinter Boko Haram zurückfallen! _____________________ Zitat: "die Diskussion über die Übernahme von Teilen der Scharia" Das Recht muss sich auf Gott gründen und nicht auf Allah! Erst dann wird Knast so richtig schön.

Unabhängig davon, wie wir den großen Schöpfergott im Namen verschiedener Religionen nennen; er hat uns die individuellen Gesichter als Ausdruck unserer persönlichen Einzigartigkeit gegeben. Zum gottgewollten friedlichen Zusammenleben gehört daherunbedingt, dass wir uns mit offenem Gesicht begegnen und miteinander sprechen, nicht aber uns voreinander verbergen. Das verschleierte Gesicht symbolisiert: Ich bin nichts aus mir selbst, bin das Eigentum eines Anderen - aber nicht etwa Allahs, denn der fordert es nicht - , sondern meines Mannes und meiner Familie, und daher unsichtbar für alle Andern. Dagegen jedoch sind diejenigen, die ihr Gesicht in der Öffentlichkeit - es gibt dagegen das richtige Vermummungsverbot - verdecken vor allem Diebe, Einbrecher, Terroristen, Gewalttäter oder Demonstranten, die nicht friedlich bleiben wollen. Ausnahmen sind nur für die Sonderpolizei bei Spezialeinsätzen berechtigt (und vielleicht mal beim Karneval). Auch wenn islamische Frauen dies aus Zwang, oder weil sie daraus eine Art der angeblichen Selbstverwirklichung gemacht haben, anders sehen, sollen, ja dürfen wir die eigentlich weltweit geltenden Grundsätze des zivilisierten menschlichen Umgangs miteinander in der Öffentlichkeit nicht verraten. Der Bayrische Gerichtshof hat also richtig entschieden.

Lieber Frau Schwätzer,

beim Thema "Gesichtsschleier" sind Sie in Ihrer Toleranz und Liberalität zu weit gegangen. Das bayerische Gericht hat richtig entschieden. In unserer Gesellschaft sollte jeder sein Gesicht zeigen. Das gesetzliche Vermummungsverbot beschränkt sich zwar auf öffentliche Versammlungen, liegt aber im Grunde auf dieser Linie.

Hinzu kommt, dass Burka und Gesichtsschleier schon als Mittel für kriminelle Handlungen gedient haben. Entscheidend aber ist, dass der Islam für sich zwar alle Rechte beansprucht, aber gegenüber Andersgläubigen in seinem Machtbereich alles andere als tolerant ist. Die christlichen Gemeinschaften im Orient können ein Lied davon singen.

Wir leben leider nicht mehr in den Zuständen wie sie einst im maurischen Andalusien herrschten. Dehalb müssen wir gegenüber religiös begründeten Verschleierungsansprüchen Distanz wahren.

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