Flüchtlinge in Deutschland

Wegsehen hilft nicht
Warum es gut ist, wenn sich Deutschland für eine lange Zeit auf viele Flüchtlinge einstellt

Thomas Meyer

Millionen Menschen haben sich auf den Weg gemacht, weil sie in ihrer Heimat keine Zukunft für sich und ihre Kinder sehen. In Syrien und im Irak herrscht Bürgerkrieg. In mehreren afrikanischen Staaten fehlt es an einer funktionierenden staatlichen Ordnung. Diktatoren unterdrücken brutal und unberechenbar jede Freiheit. In vielen Staaten herrscht Hunger. Nicht nur Skeptiker befürchten, dass sich die Lebensverhältnisse in etlichen Ländern nicht so rasch ins Positive verändern lassen.

Die meisten Flüchtlinge möchten so bald wie möglich in ihre Heimat zurückkehren. Deshalb bleiben sie in der Region ihres Heimatlandes. Von den vier Millionen Syrern auf der Flucht wurden die meisten in Jordanien und im Libanon aufgenommen, und sie werden nicht weiterziehen.

Andere Flüchtlinge suchen einen Neuanfang. Das gilt besonders für die religiös verfolgten Minderheiten – Christen vor allem und Jesiden. Aber auch Schiiten auf der Flucht vor den Terrormilizen des „Isla­mischen Staates“ und Sunniten aus dem Irak. Und Afrikaner auf der Flucht vor der grausamen Diktatur in Eritrea und an­deren Ländern südlich der Sahara. Vielleicht eine Million Afrikaner warten in Libyen auf eine Möglichkeit, das Land zu verlassen. Kein Schutzzaun an den Grenzen Europas wird sie aufhalten, ihr Leben bei Wanderungen durch die Wüste oder bei Fahrten über das Mittelmeer zu riskieren.

Wegsehen hilft nicht weiter

Gibt es eine Chance, die Lebensbedingungen der Menschen in ihrer Heimat zu verbessern? In Addis Abeba beriet ein Gipfel über die finanziellen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Hier kann man mehr tun. Wir müssen auch mehr ­legale Wege nach Europa öffnen, benö­tigen ein Einwanderungsgesetz. Wir brauchen junge Menschen in Europa. Aber wird das die anderen aufhalten, die ohne Rechtsgrundlage zu uns kommen? Nicht, solange sie sich nach Freiheit und einem sicheren Leben ohne Willkür sehnen.

Wegsehen hilft nicht weiter. Wir werden uns noch für eine lange Zeit darauf einstellen müssen, dass Menschen Schutz und Hilfe suchend zu uns kommen. Und möglicherweise werden es mehr und nicht weniger sein als heute.

Irmgard Schwaetzer

Irmgard Schwaetzer, Bundesministerin a. D., ist Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und Heraus­geberin des Magazins chrismon.
Thomas Meyer / Ostkreuz
Und wir müssen uns eingestehen, dass wir auf die Zuwanderung von Schutz­suchenden noch nicht vorbereitet sind. Es ist ein großes Glück, dass die Mehrheit der Bevölkerung eine positive Einstellung zu den Menschen hat, die zu uns kommen, dass sie helfen und eine wirkliche Kultur des Willkommens entwickeln. Jetzt geht es darum, die Realität zu sehen und ­mutig eine menschliche Flüchtlingspolitik zu gestalten.

Aber wir müssen auch vorhandene Ängs­te sehen und sie ernst nehmen. Zu einer gefestigten Demokratie wie der deutschen gehört es, die Veränderungen, wie sie die Flüchtlinge von uns erfordern, offen zu beraten und zu beschließen. Offenheit brauchen wir auch in der Frage, wie viele Menschen in Zukunft zu uns kommen werden. Das ist mühsam, aber die einzige Chance, den inneren Frieden zu bewahren.

Dazu gehört eine mutige Zivilgesellschaft, die sich dem politischen Missbrauch vorhandener Ängste entgegenstellt. Hier liegt eine zentrale Aufgabe der Christen. ­

Sie können deutlich machen, dass sich christliche Nächstenliebe gegenüber den Zuwanderern und politische Vernunft nicht widersprechen. Es ist vernünftig – schon aus demografischen Gründen –, Menschen in unsere Gesellschaft aufzunehmen. Es ist vernünftig, Menschen zu helfen und sie ­so der Gefahr zu entziehen, sich zu radikalisieren. Vernunft und Nächstenliebe gehören beide zu einer vorausschauenden Flüchtlingspolitik, die sich auf eine wachsende Zahl von Zuwanderern einstellt.

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Lesermeinungen

Wieso wird in der Bundesrepublik Deutschland seitens offizieller Behörden auf "religiöse Speisevorschriften" Rücksicht genommen, wie dies im Anlockvideo des BAMF gesagt wird (http://www.bamf.de/SharedDocs/Videos/DE/BAMF/ablauf-asylverfahren.html)? Soll das bedeuten, dass mit deutschen Steuergeldern die hiesige Halalwirtschaft (rituelle Schlachtung durch Ausbluten ohne Betäubung, Unternehmensführung nach Schariagesetzen, prozentuale Abgaben zur Förderung der Durchsetzung der Scharia in nichtmoslemischen Staaten, Förderung des weltweiten Jihads usw.), die gegen unsere Staatsform, unser herrschendes Rcht und unsere christlich-säkulare Kultur gerichtet ist, finanziell unterstützt wird? Ein Skandal! Wer nach Deutschland kommt, hat sich unserem Recht und unseren kulturellen Vorstellungen unterzuordnen und nicht umgekehrt. Es kann und darf nicht sein, dass vom Steuerzahlergeld der deutschen Staatsbürger finanzierte Behörden nach islamischen Vorstellungen handeln und sich dem Druck von Migranten beugen. Das Recht der Bundesrepublik Deutschlands muss ausnahmslos und allerorten durchgesetzt werden, Ausnahmen, die durch Religionsfreiheit begründet werden, müssen abgeschafft werden (Beschneidung, Schächtung u. a.). Es ist an der Zeit, dass verantwortliche Politiker hier die Initiative ergreifen, um Gesetzesänderungen zu erwirken. Wer seine Kinder genital verstümmeln, Tiere ausbluten lassen, den Jihad und die Scharia über Halalzwangsabgaben fördern will, der soll ins Ausland gehen. Man kann gegen das deutsche Tierschutzgesetz geschlachtete Tiere importieren und seine Kinder im Urlaub in anderen Staaten beschneiden lassen, wenn man es unbedingt will. Ansonsten bleibt es jedem frei, in ein Land seiner Wahl zu ziehen.

Als Einstieg in die Halalthematik empfiehlt sich der australische Beitrag "Halalzertifizierungsmachenschaften verstehen"
https://www.youtube.com/watch?v=YVPngzSE94o

Interessant wird dieses Thema, wenn man bedenkt, dass zwei Brüder der Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz, ein Internetportal für islamische Wirtschaft (Muslim Markt) betreiben, das wegen islamistischer Umtriebe zeitweise vom Verfassungsschutz beobachtet werden musste. Gibt es hier eine "Arbeitsteilung" in dem Sinne, dass die Schwester in ihrer Funktion dafür sorgt, dass der Einfluss der Islamverbände in der Bundesrepublik steigt und der Zustrom moslemischer Migranten anwächst, während die Brüder daraus kommerziellen Nutzen ziehen?

Diese Aussagen sind eins zu eins auf die die Bundesrepublik Deutschland übertragbar:

"1. A nation without borders is not a nation. There must be a wall across the southern border.
2. A nation without laws is not a nation. Laws passed in accordance with our Constitutional system of government must be enforced.
3. A nation that does not serve its own citizens is not a nation. Any immigration plan must improve jobs, wages and security for all Americans."

Quelle: https://www.donaldjtrump.com/positions/immigration-reform

Die "Grünzeug-Story" habe ich gern gelesen. Schließlich gehört die Botanik auch zur Schöpfung. Das Thema Flüchtlinge hat viele Facetten. Es ist gut, dass Sie auch darstellen, dass viel Flüchtlinge gern zuhause bleiben wollen. Meine Eltern und Schwiegereltern wären auch gern in ihrem Zuhause geblieben. Doch wir sollten uns auch daran erinnern, dass wir nicht nur Verantwortung für Flüchtlinge haben, die bei uns ankommen. Wir haben auch Verantwortung dafür, dass Menschen gar nicht erst aus ihrer Heimat aufbrechen wollen, weil die Zustände in ihrem Land nicht mehr menschenwürdig sind. Die Fluchtursachen müssen stärker bekämpft werden. Das sollte ein Ziel der Entwicklungshilfe sein. Werden da wirklich die richtigen Prioritäten gesetzt? Z. B. Unterstützung für Brasilien durch die Bundesregierung? Ist es richtig, gerade qualifizierte Menschen aus wenig entwickelten Ländern einzuladen, die dort für die Entwicklung ihrer Länder gebraucht werden? Früher wurden die USA deswegen kritisiert. Jetzt machen wir das. Warum reiht sich Brot für die Welt in die Reihen der Gegner der Gentechnik ein, obwohl der Anbau dieser Pflanzen in vielen Teilen der Welt geholfen hat, Armut und damit Hunger zu bekämpfen. Da haben rot-grüne Ideologien offensichtlich die Oberhand gewonnen, das Schicksal hungernder Menschen ist dann leider nachrangig. Das ist nicht christlich.

In der süßlichen Watte des Wohlstandes gedeihen wundersame Ansichten.

Zitat: „ Wir haben auch Verantwortung dafür … weil die Zustände in ihrem Land nicht mehr menschenwürdig sind“.
Wieso denn diese Anmaßung? Woher nehmen wir uns das Recht, Richter über andere Kulturen zu sein, nur weil wir die mit unseren Maßstäben messen? Warum wollen wir die Verantwortung für die ganze Welt tragen? Jedes Volk ist doch selbst verantwortlich für die Zustände im eigenen Land und dafür, dass es keine Revolution gemacht hat. Wir haben doch auch ab 1941 dafür gebüßt. Den Griechen steht dass noch bevor. Anderen Ländern droht doch die gleiche Buße.

Zitat: „Die Fluchtursachen müssen stärker bekämpft werden“.
Womit denn? Mit Geld und gutem Zureden? Mit diesen Mitteln hat doch die Entwicklungshilfe * schmählich versagt. Oder wollen wir, wenn alle friedlichen („..müssen stärker bekämpft werden“..) Mittel versagen, unsere Panzer rollen lassen? Dieses Denken aus dem sicheren Hort einer Wattegesellschaft löst keine Probleme in Ländern, in denen andere Werte regieren.

Zitat: “Ist es richtig, gerade qualifizierte Menschen aus wenig entwickelten Ländern einzuladen, die dort für die Entwicklung ihrer Länder gebraucht werden?“
Das läuft doch auf eine Bevormundung hinaus. Die Ungebildeten zu uns, die Gebildeten werden ihres freien Willens beraubt und müssen bleiben wo sie sind.

Zitat: “Warum reiht sich Brot für die Welt in die Reihen der Gegner der Gentechnik ein, obwohl der Anbau dieser Pflanzen in vielen Teilen der Welt geholfen hat, Armut und damit Hunger zu bekämpfen. Da haben rot-grüne Ideologien offensichtlich die Oberhand gewonnen, das Schicksal hungernder Menschen ist dann leider nachrangig. Das ist nicht christlich“.

Volle Zustimmung. Bis jetzt kenne ich niemand und habe auch noch nicht davon in der Presse gelesen, dass durch die Gentechnik jemand krank wurde oder gar getötet worden ist. Die Presse ist aber voll davon, dass durch neue Sorten die Erträge gewaltig gesteigert wurden, die Resistenzen gegen Ungeziefer besser wurden und inzwischen Flächen genutzt werden können, die vorher den bisherigen Pflanzen (Trockenresistenz!) nicht verträglich waren.

*Zur Entwicklungshilfe: Ungläubiges Staunen über die Bedeutung von Google, Microsoft und anderen IT-Firmen in den Entwicklungsländern! Bei uns wird verteufelt und dort sind diese Firmen ein Segen. Safaricom hat das Zahlsystem M-Pesa zu einem privaten bargeldlosen Zahlungsverkehr entwickelt. Kenianer, die ein Handy besitzen, können ohne Bankkonto Geldtransfers vornehmen. Mittlerweile nutzen rund 80 Prozent aller Mobilfunkkunden in Kenia den M-Pesa-Service. Sogar Gehaltszahlungen auf das Handy nehmen zu und das klassische Bankensystem ist außen vor.

Die Entwicklungshilfe hat seit über 60 Jahren versucht, in vielen Entwicklungsändern die Bildung zu verbessern. Ergebnisse waren mager und die Unterstützung der Regierungen ebenso. War man weg, ist vieles verlottert. Dann kam das Handy. Weil kein gut ausgebautes Festnetz, wollten alle ein Handy haben. Auch die Analphabeten. Die Bedienung war nur möglich, wenn man das Alphabet, die Zahlen und die notwendigsten Englisch-Brocken kann. Das alles können dort aus eigenem Antrieb ohne unsere Hilfe und ohne ausreichende Bildungseinrichtungen jetzt immer mehr Menschen. Leider profitieren davon auch die Piraten und die Terroristen, was nicht zu verhindern ist, denn das Böse erkennt am schnellsten seine Möglichkeiten. Aber Afrika und alle anderen Entwicklungsländern machen zurzeit Bildungssprünge, die bisher als unmöglich galten.

OCKENGA schrieb am 28. August 2015 um 11:37: "Kenianer, die ein Handy besitzen, können ohne Bankkonto Geldtransfers vornehmen." Großartig! Ich dachte immer, um Geld überweisen zu können, müsste man erst mal Geld übrig haben. Als größter Slum Afrikas gilt der Kibera-Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dort tummeln sich geschätzt eineinhalb Millionen Menschen mit Pigmenthintergrund. Die brauchen endlich alle ein Handy, um Geld überweisen zu können. An wen bitte?

Dr. Christel Happach-Kasan schrieb am 21. August 2015 um 14:18: "Die Fluchtursachen müssen stärker bekämpft werden." Wie bitte? Was sind denn die Fluchtursachen? Erstens die ökonomischen und zweitens die politischen Verhältnisse. Wer hat diese Verhältnisse begründet, hält sie am Laufen und verschärft sie? Die Elendsgestalten, die nach Europa fliehen? Nein, das war die Gemeinschaft machtvoller Staaten mit ihrer wunderbaren sozialen Marktwirtschaft und der dazugehörigen politischen Herrschaft, der Demokratie. Nach deren Maßstäben wird die gesamte Welt behandelt und einsortiert. Das Ergebnis sind riesige Menschenmassen, die lieber die Gefahr auf sich nehmen, im Mittelmeer abzusaufen als so weiter zu leben. Der Aufruf, Fluchtursachen zu bekämpfen, wäre ernst gemeint der Aufruf zum politischen und ökonomischen Selbstmord der Staaten, die sich mal wieder als mildtätige Entwicklungshelfer anpreisen.

Sehr geehrte Damen und Herren.

Die Ausgabe 8.2015 habe ich zufällig bekommen und komplett gelesen (außer die Grünzeug-Story, die habe ich mir dann doch gespart), und ich muss sagen: Wenn man es nicht wüsste, dass dies ein, bzw. „Das evangelische Magazin“ ist – man würde es definitiv nicht merken. Wie ist es möglich, dass Gott, Jesus und das Evangelium eine absolute Randrolle spielen und so gut wie gar nicht im Heft vorkommen? Da geht es um Federball spielen, Finanzwesen, den Mezger, den Storch, das Erwachsenwerden, Sudoku, reichlich Sex und Pornos, eine Kriegsreporterin, Ernährung, viele Bahnreisende mit Fotos, ein Sorgenkind, wie erwähnt um Löwenzahn und anderes „Unkraut“, Werbung für chrismonshop.de und Chrystal Meth und manches mehr. Lediglich im Artikel über „Flüchtlinge“ werden Christen erwähnt und im Interview mit einer Schriftstellerin wird diese nach ihrer Vorstellung von Gott gefragt.  Und ein Artikel beschäftigt sich damit, ob die Kirchen mehr wissen als andere? Doch auch hier glänzen Gott und Jesus durch Abwesenheit, sprich: sie bleiben gänzlich unerwähnt. Es ist für mich unglaublichund völlig unerklärlich, wie ein Magazin, deren Herausgeber Dr. Heinrich Bedford-Strohm (Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland) und Dr. Margot Käßmann (ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und aktuell „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017“)  sind, so schändlich und umfänglich auf wesentliche christliche und / oder evangelische Glaubensinhalte verzichten kann?! Die vorletzte Seite lobt sich noch selbst für 1.110.000 Leser, die „sich mit wirklich relevanten Themen beschäftigen.“ Hilfe! Ach ja, auf einer der hinteren Seiten wird noch auf 18 x 55 mm auf Bibelvideos im Netz verwiesen. Bravo!

Viele Grüße.

Jürgen Deppert
71522 Backnang

Grüß Gott Frau Schwaetzer sowie die Damen und Herren der “chrismon”-Redaktion,

als regelmäßige Gottesdienst-Besucher und allerdings nur mäßig-motivierte Kirchensteuerzahler (am 07.08.2015 haben wir gerade ohne jede Begeisterung 1.617,12 € an das Evang.-Luth. Kirchensteueramt Augsburg-München überwiesen) verfolgen wir nun schon seit längerer Zeit die uns äußerst einseitig und wenig objektiv erscheinenden Ausführungen Ihres sich selbst als “evangelisches Magazin” bezeichnenden Periodikums zur Asyl- und Flüchtlingspolitik.

Ihr Artikel “Wegsehen hilft nicht – Warum es gut ist, wenn sich Deutschland für eine lange Zeit auf viele Flüchtlinge einstellt” in der August-Ausgabe 2015 veranlaßt uns aber nun doch, unserer Unzufriedenheit über Ihre einseitig gefärbte Meinung – so ganz im Stil der leider weit-überwiegend links-orientierten Presse -  deutlich Ausdruck zu verleihen.

Auf der einen Seite vermeidet es nach unserer bisherigen Wahrnehmung leider die nahezu gesamte “christliche Amtskirche” schon fast ängstlich die aktuellen Christenverfolgungen in aller Welt, vor allem aber in Afrika, im sog. “Nahen Osten” sowie in Asien schonungslos in all ihrer Unbarmherzigkeit anzuprangern, wohl aus Angst vor “Verwicklungen” oder anderen eher drittklassigen Motiven.

Auch vermeiden unsere beiden “Amtskirchen in Deutschland” – uns geht es aber hier in erster Linie um die evang.-luth. Kirche – beinahe ängstlich und schon  fast traditionell,  den einflußreichen Lobbygruppen von Großindustrie, Hochfinanz, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BdI) bis hin zum Deutschen und Bayerischen Bauernverband (um nur einige wenige ohne erschöpfende Aufzählung zu nennen), die mit selbstsüchtigen Export-Interessen (z.B. Lebensmittel-  Futtermittel-, Textilexporte) ganze Industriezweige in Afrika, vor allem dem dortigen Mittelstand und der Landwirtschaft in unverantwortlicher Weise die Existenzgrundlage entziehen; der Aufkauf von Fischfangrechten durch die EU von skrupellosen Machthabern in Afrika mit existenzvernichtenden Folgen für die einheimischen Fischer ist nur ein weiteres, aber leider nicht das letzte Beispiel.

Freilich müssen wir unbedingt in Afrika auch für eine verantwortungsbewußte Geburtenregulierung werben, zumal wir in unserem ohnedies – das gilt vor allem für Deutschland – dicht besiedelten Europa schon aus den beengten räumlichen Gründen heraus keineswegs den ständigen erheblichen Geburtenüberschuß in  Afrika durch Aufnahme bei uns auch nur annähernd ausgleichen können, von den sozialen und gesamtgesellschaftlichen Problemen ganz zu schweigen.

Fragen lassen müssen Sie sich, sehr geehrte Frau Irmgard Schwaetzer, gerade als frühere Bundesministerin, was ist denn mit den Hunderten von Milliarden DM und EURO, die in den vergangenen mehr als 50 Jahren aus unseren deutschen Steuergeldern nach Afrika “geflossen” sind und daß dort trotzdem Armut, Durst, Hunger und Elend kaum geringer geworden sind und daß bei der Krankenversorgung, den Bildungschancen sowie der Infrastruktur die Defizite nicht abgenommen haben ?

Für einen kleinen Zeitabschnitt tragen auch Sie, Frau Schwaetzer, Mitverantwortung wie alle bisherigen Regierungsmitglieder.

Wie konnte man auch die fast eine Billion an deutscher Entwicklungshilfe dermaßen unverantwortlich in den Kassen der korrupten afrikanischen Eliten versickern lassen ? Man hat all das wohl eher billigend in Kauf genommen und unsere wackeren Amtskirchen bzw. ihre sog. “Würdenträger” haben lieber geschwiegen als sich mit irgendjemand Mächtigem anzulegen !

Feigheit vor der Macht war ja bei den deutschen Amtskirchen leider schon im 20. Jahrhunderts bequeme Praxis: Ohne kirchlichen Segen hätte es vermutlich nicht diese sinnlose und tödliche Kriegsbegeisterung im Jahre 1914 in Deutschland geben können und gegen den – leider fehlenden – mutigen und entschlossenen Widerstand der beiden Kirchen hätte der Massenmörder und Staatsverbrecher Adolf Hitler mit seinen  Nazi-Spießgesellen nicht zwölf Jahre lang die halbe Welt terrorisieren und unser eigenes Volk in den Abgrund stürzen können; vermutlich hat uns trotz der unfaßbaren Nazi-Verbrechen die Allmacht und Gnade unseres Herrgotts langsam, aber sicher wieder empor gehoben.

Zum Schluß unser deutlicher Widerspruch an Sie: das Gebot der Stunde ist die Ursachen-Bekämpfung in den Krisenländern, aber nicht die massenhafte und unbesehene Aufnahme aller “mühselig und Beladenen” in unser ohnehin arg strapaziertes Sozialsystem und in die Gesellschaft.

Der konsequenterweise erforderliche Wohnraum für Hunderttausende bzw. sogar Millionen illegaler Zuwanderer bedeutet letztlich auch weiteren Flächenfraß, weiteren Raubbau an der ohnedies arg geschundenen Natur und Umwelt, also an Gottes herrlicher Schöpfung  sowie unübersehbare finanzielle Folgelasten, die die zahlreichen “Gut und Super-Gut-Menschen” in und außerhalb der beiden christlichen Amtskirchen leider nur allzu gerne einfach ausblenden, ja sogar jeden oder jede, der/die solche Fragen überhaupt zu stellen wagt, praktischer Weise und völlig undemokratisch gleich in ein imaginäres rechtes Eck stellen will und damit eine ernsthafte Diskussion gar nicht erst aufkommen läßt.

Wir werden – trotz alledem und trotz der hohen Kirchensteuerbelastung sowie Ihrer aus unserer Sicht unsäglichen Auffassungen auch weiterhin der Kirche treu bleiben, aber keineswegs Ihretwegen oder wegen des Landesbischofs oder anderer Organe der Kirchenleitung, sondern weil man nach unserer Auffassung der Kirche des Allmächtigen nicht den Rücken kehren darf, wie etwa einem x-beliebigen Verein und weil wir auch Angst davor haben, daß uns der Herrgott einen solchen Schritt übel vermerken könnte, aber Sie jedenfalls haben daran kein Verdienst.

Im übrigen mißbilligen wir auch schon seit langem, daß sich so viele aktive und ehemalig Berufspolitiker, wie gerade auch Sie, Frau Schwaetzer, in den Kirchenleitungen und Synoden “breit” machen. Daß diese noch dazu weit überwiegend dem linken politischen Spektrum angehören, z.B. neben ihnen auch (zwar derzeit im angeblich kirchenpolitischen Ruhestand) Frau Göring-Eckardt mit ihren unsäglichen “Verlautbarungen”, Landesbischof Bedford-Strohm und viele andere bei nur einigen wenigen “konservativen” Feigenblättern, macht uns diese undemokratisch zustande gekommene Machtzusammenballung auch nicht sympathischer.

Frau Schwaetzer und Sie, die Damen und Herren der “chrismon”-Redaktion, es wäre im Sinne einer vielschichtigen Diskussionskultur durchaus angebracht, wenn Sie ihre einseitigen “Gutmenschen”-Auffassungen ein wenig objektivieren könnten. Die offensichtlich mit der aktuellen und geradezu zügellosen illegalen Zuwanderung verbundenen Probleme zu leugnen oder auf homoöpathische Dosen zu verdünnen,  wird sich früher oder später bitter rächen.

Die von Politik und Medien aufgezwungene Willkommens-Euphorie ist ein Irrweg mit sich verstärkende Anziehungskraft für unübersehbare weitere Menschenmassen, die wir schon rein tatsächlich nicht aufnehmen könnten, inzwischen sprechen schon nicht wenige Mitbürger von einer ausufernden “Asyl-, Flüchtlings- und Willkommensindustrie”.

Als Anschauungsmaterial fügen wir eine seriöse Berichterstattung über die angeschwollene und stetig steigenden  Millionärsflut in Afrika bei,  die vermutlich durch die verfehlte Entwicklungshilfepolitik der vergangenen sechs Jahrzehnte auch mit verursacht ist und uns jedenfalls in erhebliches Grübeln versetzt hat.

Vielleicht dient auch dieses überzeugende Anschauungsmaterial dazu, daß Sie sich von Ihrer einseitigen “Gutmenschen-Sicht” ein wenig weg bewegen zu einer objektiveren Betrachtung der Dinge ohne “Tränendrüsen-Mentalität”.

Freundliche Grüße
Manfred und Ute Schmidt, Baldham (Gründer und Vorstand der von uns finanzierten/gegründeten gleichnamigen Sozialstiftung)

Vielen Dank für Ihre umfangreiche Darstellung! Das entspricht haargenau
meiner Meinung. Mit Martin Luther
haben diese heutigen "Würdenträger" nichts zu tun! Sie wären gut in einer
Partei wie der "Grünen" aufgehoben.
Mit freundlichen Grüßen
Annerose Behrisch(Noch-Mitglied der ev.-luth.Landeskirche Sachsen)

Die Bundesrepublik ist in erster Linie für deutsche Staatsbürger zuständig und nicht für die ganze Welt, genauso wie die Europäische Union in erster Linie für EU-Bürger zuständig ist und nicht für den Rest der Welt. Was Pläne zur weiteren Ankurbelung der Masseneinwanderung über neue Gesetze angeht: Automatisierung und neue Kommunikationstechniken machen die physische Präsenz von arbeitssuchenden Zuwanderern in ein Europa mit mindestens 35 Millionen Erwerbslosen neben kulturellen, sozioökonomischen und sozialen Problemen zusätzlich überflüssig.
Und bitte nicht wieder die Demographie- und Fachkräftekeule schwingen, um kulturfremde Masseneinwanderung inklusive Islamisierung als vereinbar mit der Idee von europäischen Nationalstaaten zu verkaufen. Im ganzen Römischen Reich gab es nur etwas über 60 Millionen Staatsbürger, im Deutschen Reich im Jahre 1916 nur etwas über 62 Millionen Staatsbürger. Warum also sollte die Bundesrepublik wegen derzeit rückläufigen Geburtenraten zu einem identitätslosen Multikultistaat gemacht werden? Das Land ist bunt genug, der Migrantenanteil und der von Menschen mit Migrationshintergrund ist riesig. Zurzeit halten sich zudem mindestens 1,2 Millionen Individuen illegal auf deutschem Staatsgebiet auf.
Es geht somit darum, die Bundesrepublik als Nationalstaat der Deutschen (sprachlich, rechtlich, kulturell, historisch, religiös) zu bewahren und den Agenden von globalistischen Eliten den nationalstaatlichen Bürgerwillen entgegenzusetzen. Die Welt geht nicht unter, wenn die deutsche Gesamtbevölkerung ein wenig schrumpft, Gegenmaßnahmen sind zudem noch gar nicht unternommen worden.

Vorweg dies: Ich bin auch ein Flüchtling. 1953, nahezu siebzehn Jahre alt, als politisch Verfolgter aus der „DDR“ abgehauen. Dort wurden damals Schüler aus politischen Gründen zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt oder auch in die Sowjetunion verschleppt. Nachzulesen bei U. Johnson und Walter Kempowski.

Dann dies: Ich habe Freunde in nahezu allen einstigen Ostblockstaaten. und in meinen Stammlokalen, die Wirte und das Personal, nahezu alles Ausländer. Und wir mögen uns. Und noch dies: Ich wurde einst, zu Mauerzeiten, staatsanwaltlich verfolgt, weil ich einen kränkelnden transittrampenden  Russen ohne Aufenthaltsgenehmigung für eine Nacht in meinem Haus aufgenommen habe.

Die Flüchtlinge heute: Wer sagt, wir müssen alle Flüchtlinge aufnehmen, der ist blauäugig. Auch zur Zeit der Auswanderung nach Amerika gab es für die Zulassung zur Einwanderung ganz strenge Regeln. Und die brauchen wir auch heute:

1. Für mich nachvollziehbare Gründe zur Einwanderung nach Mitteleuropa haben Milliarden Menschen, aber wenn wir die alle aufnehmen, dann ist bei uns alles kaputt, und wir können nicht mehr helfen.

2. Es ist unverantwortlich, Handwerker und andere Fachleute, Ärzte z. B., aus Entwicklungsländern bei uns aufzunehmen, diese auch noch abzuwerben. Die werden doch in ihren Heimatländern dringend gebraucht.

3. Wir müssen Entwicklungshilfe leisten. Dafür sorgen, daß die Handwerker, andere Fachleute, Ärzte z. B., in ihren Heimatländern menschenwürdige Lebensverhältnisse haben und dafür unseren Wohlstandsluxus abbauen: Der Belltunnel, die Elbphilharmonie, die Steinwüste auf unserem Ratzeburger Markt, die B 208-Umgehung östlich von Ratzeburg, die Prachtbeleuchtungen  unsrer Wohnungen, Straßen, öffentlichen Gebäude und Kirchen, Rente für gesunde Menschen mit 63: Bitte alles ersparte Geld in Entwicklungshilfe stecken und Bescheidenheit leben. Papst Franziskus als Vorbild nehmen.

Bitte keine kurzsichtige und blauäugige Flüchtlingspolitik.

Dieter Haker, Bäk

Chrismon wirbt so verständnisvoll um Mitgefühl und Akzeptanz für die Verfolgten dieser Erde. Das wäre noch viel erfolgreicher, wenn all diese reichen Millionärinnen (z.B. Frau Irmgard Schwätzer, Frau Margot Käßmann oder eben Frau Anja Reschke) mitteilen würden, wieviele der von ihnen bedauerten Ärmsten sie bei sich in ihre Villen und Penthäusern aufgenommen haben. Das würde es denen im Hartz doch sehr viel leichter machen, zugunsten der Bedauerten Verzicht zu leisten, und den Gürtel noch etwas enger zu schnallen.  

Jo Bentfeld, Haaren

Wie der Europa-Traum in der afrikanischen Sackgasse endet

Ich dachte, Sie haben vielleicht Interesse an dieser Geschichte auf MSN: Wie der Europa-Traum in der afrikanischen Sackgasse endet http://a.msn.com/01/de-de/BBlvqtf?ocid=se

Sehr geehrte Frau Schwaetzer,

ich hoffe sehr, dass Sie diesen Artikel lesen, bevor Sie erneut einen schönen Artikelmit guten, richtigen Worten schreiben. Allerdings ein Artikel, der in der Konsequenz völlig weltfremd ist.

Mit freundlichen Grüßen

WOLFRAM WIESEL, Rösrath