Warum haben Christian Lindner und Franca Lehfeldt kirchlich geheiratet?

"Der Segen war mir wichtig"
Christian Lindner, Bundesfinanzminister

Axel Heimkein / dpa / picture alliance

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und seine Lebensgefährtin Franca Lehfeldt haben auf Sylt geheiratet.

Christian Lindner, Bundesfinanzminister

Manche befürchteten, Bundesfinanzminister Christian Lindner habe die Kirche St. Severin auf Sylt nur als Kulisse für seine Hochzeit benutzt. Wir haben nachgefragt.

chrismon: Stimmt es, dass Sie und Franca Lehfeldt aus der Kirche ausgetreten sind?

Christian Lindner: Ich möchte nur für mich sprechen. Ja, ich bin mit 18 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Sie haben vergangenen Samstag trotzdem in St. Severin auf Sylt kirchlich geheiratet. Warum?

Bekanntlich habe ich meinen Amtseid im vergangenen Jahr auf Gott geschworen. Aus einer Kirche auszutreten bedeutet schließlich nicht, aus jeder Form der Spiritualität auszutreten. Immanuel Kants Frage, was wir hoffen dürfen, stellt sich jedem Menschen. Über die Beschäftigung mit meinen Vorfahren habe ich Hinweise gefunden, dass in meiner Familie schon im 16. Jahrhundert protestantische Theologen und Pfarrer waren. Das hat meinen Blick auf die andere der beiden Konfessionen geöffnet.

Was bedeutet Ihnen der kirchliche Segen für Ihre Ehe?

Es gibt ein Mehr, das über uns beide und unser gemeinsames Leben hinausweist. Das in einem Gottesdienst zu bedenken und den Segen zu empfangen, war mir wichtig.

Christian Lindner

Christian Lindner (FDP), geboren am 7. Januar 1979 in Wuppertal, ist seit Dezember 2021 Bundesminister der Finanzen und seit 2013 Bundesvorsitzender der FDP. Von 2017 bis 2021 fungierte er als Fraktionsvorsitzender der Liberalen. Christian Lindner studierte Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Philosophie an der Rheinischen Friedrich‐Wilhelms‐Universität Bonn. Von 1997 bis 2004 war Lindner Inhaber einer Werbeagentur sowie Mitgründer eines Internet‐Unternehmens. Lindner ist Major der Reserve bei der Luftwaffe.
PRChristian Lindner

Claudia Keller

Claudia Keller ist stellvertretende Chefredakteurin von chrismon. Davor war sie viele Jahre Redakteurin beim "Tagesspiegel" in Berlin.
Lena UphoffPortrait Claudia Keller

Gab es ein seelsorgliches Vorgespräch mit der Gemeindepastorin von St. Severin?

Es gab mehrere. Wir sind eigens nur für einen besonders ausführlichen Austausch für einen Tag vor einigen Monaten nach Sylt gereist. Pfarrerin Susanne Zingel hat uns beeindruckt. Wir haben aus den Gesprächen auch mehr über uns selbst erfahren.

Kritiker fürchteten, die Kirche diene nur als Kulisse. War es ein richtiger evangelischer Traugottesdienst mit Predigt der Pastorin? Welche Rolle hatte Peter Sloterdijk?

Aus Ihrer Frage spricht ein Misstrauen gegenüber einer Seelsorgerin, das ich leider mehrfach wahrnehmen konnte. Nach meinem Verständnis kommt doch der individuellen Entscheidung im Protestantismus eine besondere Rolle zu. Ich dachte, dass das damit verbundene Vertrauen auf den einzelnen Seelsorger die evangelische Glaubensgemeinschaft prägen würde. Warum wurde das Pfarrerin Zingel nicht zuteil? Meinetwegen? Um die Frage zu beantworten, natürlich war es ein richtiger Traugottesdienst mit Predigt. Peter Sloterdijk hatte ich nach hinführenden Gedanken gefragt. Er hat den Gottesdienst bereichert, geprägt hat ihn die Pastorin.

"Ein Gottesdienst ist keine Dienstleistung"

Es wurde kritisiert, dass Sie eine Dienstleistung der Kirche ein Anspruch nehmen, die von Kirchenmitgliedern finanziert wird. Haben Sie der Gemeinde Geld gespendet als Dank für die Trauung oder wollen Sie es noch tun?

Diese Frage hat nach meinem Geschmack einen etwas zu weltlichen Charakter. Irritierend waren für mich Hinweise, man möge bitte eine Rechnung stellen. Wenn zwei Seelen um Segen bitten, sollte man nicht die finanziellen Gegenleistungen thematisieren, finde ich. Ein Gottesdienst ist eben keine Dienstleistung. Man darf aber davon ausgehen, dass der Gemeinde keinerlei wirtschaftlicher Nachteil entstanden ist. Mehr möchte ich zu diesem Aspekt nicht sagen.

Könnten Sie sich vorstellen, vielleicht wieder in die Kirche einzutreten?

In meine frühere Konfession nicht. Pastorin Zingel hat mich aber in meinem Nachdenken bestärkt. Allerdings hat mich manche Reaktion verunsichert, die frei von Kenntnis der Umstände und Motive parteipolitische Sympathien und gar Falschmeldungen mit seelsorgerischen Fragen vermischt hat.

Christian Lindner hat die Fragen schriftlich beantwortet.

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Lesermeinungen

Sehr geehrte Redaktion von chrismon,
ich denke, es wäre gut, diese Diskussion, die langsam nur noch peinlich ist, zu beenden. Die wichtigsten Argumente sind gesagt.
Mit freundlichen Grüßen

Ich bezahle mit meinen Kirchensteuern den Unterhalt des Kirchengebäudes, des Pfarrhauses und des Gemeindehauses, das Gehalt der Pfarrerin, des Organisten, des Küsters, der Putzkraft und des Personals in der Kirchenverwaltung. Dann nutzt ein nicht kirchlich gebundener politischer Promi Kirche, Pfarrerin und Kirchenmusik als Hintergrund für ein persönliches Event. Und dann erklären mir evangelische Kommentatoren, dass ich das auch noch gut finden soll?! Ich finde das aber nicht gut. Ich finde das schamlos, von allen Beteiligten. Wenn ich nicht schon einen Austrittstermin bei unserem Standesamt gebucht hätte, würde ich das spätestens jetzt tun.

Ich danke für alle Infos, die ich über evangelisch.de darüber erhalten habe. Das sind mehr als in der üblichen Presselandschaft. Mein Befremden darüber bleibt. Was mir fehlt, ist ein genauer Gottesdienstablauf mit Gebeten, ev. ausgeführter Predigt (incl. Einleitung Sloterdijk), Traufragen und Trausegen. Kann man dies irgendwie öffentlich stellen? Ich gehe ja davon aus, dass dieser Gottesdienst wie jeder andere ein öffentlicher war (falls nicht hätte diese Trauung kirchlich überhaupt nicht stattfinden dürfen!). Ich denke, eine Veröffentlichung wesentlicher Teile dieses Gottesdienstes könnte zu einer Versachlichung der Debatte beitragen - einerseits könnte damit klar gemacht werden, inwiefern die Kirche hier ihr geistliches Profil gezeigt hat und damit auch Menschen, die ihr nicht nahe stehen oder aus ihr ausgetreten sind, zumindest ins Bewusstsein gebracht hat. (Öffentlichkeitsauftrag der Verkündigung!!) Andererseits könnten damit auch auf die Ernsthaftigkeit der Aussagen zu Religion und Kirche von Herrn Lindner in ein anderes Licht gestellt werden. Falls die Kirche, in diesem Fall die zuständige Pastorin, ihren Auftrag ernst genommen hat (davon gehe ich selbstredend aus) und vor allem auch ernst nehmen durfte (!), würde auch auf die Landeskirche ein anderes Licht fallen.
Frage: Gibt es eine solche Veröffentlichung?

Aus meiner Sicht wird mit zweierlei Maß gemessen. Ein prominenter Politiker und dessen Braut, die nicht mehr Mitglied der Kirche sind, bekommen den Segen dieser Institution. Einfache Bürger:innen, die nicht der Kirche angehören, wird dieser kirchliche (!) Segen eher nicht zuteil. Sie erhalten mit aller Wahrscheinlichkeit noch den mahnenden Zeigefinger. Kirche und Politik machen keinen glaubwürdigen Eindruck, sondern zeigen deutlich, dass sie über den Gesetzen stehen und diese nur für die einfachen Bürger:innen gelten.
Die geistige Haltung dieser Hochzeit wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben und ich werde bei den nächsten Wahlen genau überlegen, wem ich meine Stimme geben werde. Die großen Volksparteien, die Dienst am Volk versehen sollten, werden es jedenfalls nicht mehr sein. Denn sie benehmen sich wie die französischen Aristokraten vor der Revolution. Auch bei der Kirche ist ein Kirchenaustritt zu erwägen, weil sie als Klerus den politischen Adel kritiklos bedient.

Die Kant'sche Frage „Was dürfen wir hoffen?“ hat Herr Lindner schon in einem Interview in 2019 für DIE ZEIT Beilage „Christ und Welt“ thematisiert. Vor drei Jahren noch habe Lindner sie für sich „recht skeptisch beantworten müssen“. Und weiter: „Ich würde mich über eine positive Überraschung nach dem Tod freuen. Sollte es keine geben, stört's mich auch nicht mehr.“ Das war doch mal Klartext gegenüber dem Geschwätz von seinen Vorfahren.

Lindner macht es in seinem Interview ganz geschickt, finde ich. So sollen der Verweis auf das fehlende Vertrauen in die Seelsorgerin und der anrührende Satz „Wenn zwei Seelen um Segen bitten, sollte man nicht die finanziellen Gegenleistungen thematisieren, finde ich“ die Kritiker kleinlich und schlecht aussehen lassen.

Herr Lindner ist wirklich der Typ „Ich nehm alles mit“. Falls ihm der Segen was bringt, okay, aber die für ihn derzeit viele Tausend Euro Kirchensteuer im Jahr spart er sich weiterhin. Das scheint ihm wohl nicht so wichtig zu sein. Das nennt sich clever und ist wohl symptomatisch für unsere Zeit und die dazu passende, in weiten Teilen verantwortungs- und schamlose Politikergeneration.

Wenn wir alle so clever wären, dann müsste Frau Pastorin Zingel demnächst ohne Gehalt ihren Segen so großzügig verteilen. Und wenn das Kirchendach mal wieder undicht und nichts mehr im Klingelbeutel ist, dann kann man ja die Rechnung des Dachdeckers mit der Anmerkung „Wenn der gute Hirte und seine Schafe um ein dichtes Dach bitten, sollte man nicht mit finanziellen Forderungen kommen, finde ich“ unbezahlt zurücksenden.

Lindners unsolidarisches Verhalten ist ein Affront gegenüber jedem treuen Kirchensteuerzahler, der mit seiner Abgabe Priester und Pastoren bezahlt, Kirchen instand hält, Kindergärten und Behindertenstätten betreibt und Seelsorge ermöglicht.

Und nach dem Interview steht fest: Frau Käßmann hat mit ihrer Kritik vollkommen recht!

Ja, was soll Herr Lindner denn in 'seinem' Interview tun? Soll er sich hinstellen und sagen: Jesus liebt dich! ....? Wäre das nicht ein Affront gegenüber jedem treuen Kirchensteuerzahler?

Die Fragen hat er wahrscheinlich im Liegen beantwortet, denn:

Christian Lindner hat die Fragen schriftlich beantwortet.

Vielleicht damit sie besser "steil" gehen??? ;)

... Wow! ... ein echter Schenkelklopfer. ... Ich freue mich immer wieder neu wie Bolle, dass mir der gute Gott jeden Tag so herrlich am Kopp, am Körper oder in der Seele Unversehrte über den Weg laufen lässt.

Das ist schon ein wichtiges Argument, dass wir alle nicht wissen, was in den Gesprächen zwischen Herrn Lindner und der Pastorin besprochen worden ist. Wir haben auch kein Recht, es zu wissen. Was ohne Verletzung dieses geschützten Raumes zu fragen wäre:
Wenn es Herrn Lindner und seiner Frau zentral um den Segen ging, warum dann mit diesem Presseaufwand und dieser inszenierten Öffentlichkeit? Der Segen ist auch möglich, wenn nur wenige Menschen dabei sind. Dann hätte ich es leichter, zu glauben, dass es „nur“ um den Segen ging. Die pompöse Feier auf Sylt wäre dann immer noch möglich gewesen, mit Presse und einfliegenden Gästen. Warum hat man das eine nicht vom anderen getrennt?
Unabhängig von all diesen Fragen wünsche ich beiden den Segen Gottes. Sie werden ihn gut brauchen können. Ich möchte das aber auch der Pastorin von Keitum wünschen. Warum konnte man eigentlich all die kirchlichen Würdenträger nicht auch mal vorher anfragen? Aber vielleicht ist ja auch das geschehen.
Ich habe übrigens den Eindruck, dass Gott lange schon mit wichtigeren Fragen beschäftigt ist.

Sie haben den Eindruck, "dass Gott lange schon mit wichtigeren Fragen beschäftigt ist" ? ... Was denken Sie: Ist Gott vielleicht lange schon mit der Frage beschäftigt "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" (Mt 27,46)

Nicht der Segen, von wem auch er als Ausgetretener ihn erwartete, sondern das Aufsehen und der Rummel waren ihm wichtig.
Von größerem öffentlichem Interesse dürfte die Kostspieligkeit seiner Veranstaltung sein! und damit verbunden die Frage, wie er so viel Geld anhäufen konnte . um dieses Spektakel zu ermöglichen.
Hoffentlich geht Herr Lindner solider mit den Geldern des Staathaushaltes nicht so unbedacht um.

... der Neid zählt, wie die schlimme Traurigkeit, Habgier oder die Erscheinungsformen der Sucht, als Phänomene des alltäglich gelebten Lebens zu den Lastern. Zwischen der schlimmen Traurigkeit und dem Neid besteht ein wesentlicher Zusammenhang. Wie jene das Gottesverhältnis der Person verfehlt, so verfehlt dieser die Grundsituation der Mitmenschlichkeit. ... Sind Sie auch manchmal so schlimm traurig wie ich? Oder können Sie schon wieder über sich selbst lachen?
Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende. ... (Was sollen wir machen mit Herrn Engel, diesem Störenfried, von dem gesagt wird, er sei nicht der Christus? Sie dachten allen: Lasst uns ihn kreuzigen! ... Und Gott lachte ...)

Ich Frage mich wo das Gewissen dieses Paares bleibt. Letztlich muss ich auch der Pfarrerin etwas vorhalten. Aus purer Effekthascherei (oder passt Größenwahn besser oder Narzisstische Züge ?) Wurde hier eine intime Zeremonie politisch und populistisch ausgeschlachtet. Punkt. Ich bin auch aus der Kirchenzwangssteuer ausgestiegen..auch weil ich an ein Paradies oder Hölle nach dem Tod nicht glaube. Wohl aber glaube ich dass ohne die Zehn Gebote und dies auch zu leben zu versuchen die Erde schon zu Lebzeiten zur Hölle verkommen würde. "Finanziell war es nicht der Kirchengemeinde ihr schaden." Typisch Wirtschaftspartei. Ich spare mir da jeden Kommentar. Soll wohl heißen und bestätigen..auch die Kirche lässt sich kaufen. Na dann..beantrage ich hiermit kirchlichen Segen meiner Ehe.. und letzlich weil's so Tradition ist...Beerdigung mit kirchlichen Beistand inklusive.

„Es gibt ein Mehr, das über uns beide und unser gemeinsames Leben hinausweist. Das in einem Gottesdienst zu bedenken und den Segen zu empfangen, war mir wichtig.“ – Als Christin freut mich das immens und mehr gibt es zur Causa Lindner-Hochzeit eigentlich nicht zu sagen. Ich finde, die Kritiker sollten nun endlich schweigen. Die Kleinlich... ähm, Peinlichkeitsgrenze ist ohnehin schon mehrfach überschritten worden in den letzten Tagen.

Die Kant-Frage "Was dürfen wir hoffen?" hat Herr Minister Lindner schon in einem Interview in 2019 für Die ZEIT Beilage "Christ & Welt" vorgebracht. Damals habe Lindner sie für sich "recht skeptisch beantworten müssen". Und weiter: "Ich würde mich über eine positive Überraschung nach dem Tod freuen. Sollte es keine geben, stört's mich auch nicht mehr." Das war doch mal Klartext gegenüber dem Geschwätz von seinen Vorfahren.

Lindner macht es in seinem Interview ganz geschickt, finde ich. So sollen der mehrfache Verweis auf das Vertrauen in die Seelsorgerin oder der rührige Satz "Wenn zwei Seelen um Segen bitten, sollte man nicht die finanziellen Gegenleistungen thematisieren, finde ich" die Kritiker kleinlich und schlecht aussehen lassen.

Herr Lindner ist wirklich der Typ "Ich nehm alles mit". Falls der Segen was bringt, okay, aber die für ihn derzeit über 4.000 EUR Kirchensteuer p. a. spart er sich weiterhin. Das nennt sich clever und ist wohl symptomatisch für unsere Zeit und auch weitgehend für unsere verantwortungs- und schambefreite Politikergeneration.

Mehr von dieser Sorte und Frau Pastorin Zingel darf demnächst ohne Gehalt ihren Segen großzügig verteilen. Und wenn das Kirchendach mal wieder undicht und nichts mehr im Klingelbeutel ist, dann kann man ja die Rechnung des Dachdeckers mit dem Verweis "Das ist mir zu weltlich" zurückschicken.

Lindners unsolidarisches Verhalten ist ein Affront gegenüber jedem treuen Kirchensteuerzahler, der mit seiner Abgabe Priester und Pastoren bezahlt, Kirchen instandhält, Kindergärten und Behindertenstätten betreibt und Seelsorge ermöglicht.

Ach ja, eins noch: Herzlichen Glückwunsch zur Vermählung, Herr Lindner!

Wenn ihm dieses „Mehr“ so wichtig ist, hätte ich einen Tipp: in die Kirche eintreten.

Das Wort Gottes lässt sich GRUNDSÄTZLICH NICHT korrumpieren, also im Prinzip nur eine sinnvolle Aktion im Rahmen der illusionären Gewohnheiten, Herr Lindner

Wäre es/er weniger armselig, wenn er vorher in die Kirche eingetreten wäre?

Sehr geehrter Herr Engel, weitere Kommentare in diesem Forum könnten Sie sich ab jetzt sparen. Wir wissen inzwischen, was wir von Ihnen zu erwarten haben.

Ist doch schön, dass "wir wissen ...", was "wir wissen"! Was ist denn daran auszusetzen? ... Sorry, Herr Rathgeber! Ich verstehe unter Meinungsfreiheit nicht das Recht auf geistige Selbstbefriedigung. Und wenn Ihnen das nicht passt, ist es Ihnen unbenommen, "dieses Forum" zu verlassen. ... (Das ist ja empörend, was Sie da äußern, Herr Engel!) ... Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal über sich selbst gelacht? Oder lachen Sie nicht mehr über sich selbst?

Werter Herr Horst, ich muss korrigieren. Wenn der ungerechte Angriffskrieg Putins dann endlich die Kurve zum gerechten nuklearen Verteidigungskrieg der NATO genommen hat, ist nichts mehr mit Kadaver. In einem Umkreis von mehreren 100 Metern alles entweder nur noch gasförmig, teilweise sogar nur noch Plasma.

Wer es anschaulich bevorzugt, vom Außenministerium Österreichs produziert:

https://www.youtube.com/watch?v=fleThMH_bVs

Fritz Kurz

Olala Herr Kurz, den gibt es nicht - Wenn dieser Atomkrieg stattfindet, dann wird ihn Mensch, bis auf wenige Ausnahmen die aber mitleiden müssen, verdient haben.
Wer diese Schande überlebt, wird sich wünschen besser nicht ...

Sie bezweifeln, dass es den gerechten nuklearen Verteidigungskrieg gibt? Da irren Sie sich. Es gibt ganze Bibliotheken zum gerechten Krieg. Es gibt Kirchen, die den gerechten Krieg vollfett im Programm haben. Erfreulicherweise gibt es allerdings auch Menschen, ich zähle Sie auch dazu, die den Krieg nicht mögen. Jetzt machen diese Zeitgenossen allerdings Folgendes: Sie behaupten, so etwas Bescheuertes wie ein Krieg, gar ein nuklearer, könne doch nicht gerecht sein. Mit diesem Argument fallen sie voll auf die Nase.

Der richtige Gedankengang geht so: Wenn ein Krieg gerecht sein kann, dann pfeife ich oder besser sch.... ich auf die Gerechtigkeit. Gerechtigkeit kommt immer daher als etwas, wo doch jeder sowieso dabei und dafür ist. Das ist ein Fehler. Gerechtigkeit kann sehr tödlich sein.

Zum gerechten Krieg, egal ob konventionell oder atomar, ist also nicht zu sagen: Das gibt es doch gar nicht. Sondern: Das habe ich mir gleich gedacht, dass Krieg und Gerechtigkeit prächtig zusammenpassen. Also schicke ich nicht nur den Krieg, sondern auch die Gerechtigkeit auf den Mond.

Deswegen sollte man auch nicht das, was einem erstrebenswert und wichtig erscheint, mit dem als Lob gemeinten Etikett gerecht versehen. Sondern sich selbst und anderen die Interessenlagen klar machen, warum man für etwas eintritt.

Fritz Kurz

... geht für mich sehr klar am Sinn des Lebens vorbei - Das hat der zeitgeistlich-reformistische Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems nun doch bis zum finalen (V)Erbrechen gegen die Menschlichkeit deutlich genug gemacht.

Übrigens hat Lindner seine Interessenlage, auch wenn er vielleicht wirklich nicht weiß was er tut, mit seiner Hochzeit kund getan - Man sollte ihm aber auch zugestehen, daß seine Vorstellung von der richtigen/realistischen Interpretation der Bibeltexte, von einer BESONDERS zynisch-konfusionierten Religiösität (kath. Kirche) geprägt wurde, was jetzt nicht heißen soll, daß der Protestantismus eine glaubwürdige Alternative darstellt. Ich bin aufgrund der starr- wie stumpfsinnigen bis heuchlerisch-verlogenen Haltung aus der evangelischen Kirche ausgetreten!

"Interessenlagen klar machen geht für mich sehr klar am Sinn des Lebens vorbei" Das ist erfreulich, dass Sie merken, dass Interesse und Sinn im Widerstreit liegen. Wofür Sie sich entscheiden oder entschieden haben, ist Ihre Sache. Ich will den Unterschied noch schärfer herausarbeiten.

Wer weiß, dass er Interessen hat und sie verfolgen will, weiß sofort auch, dass die lieben und weniger lieben Zeitgenossen ebenfalls Interessen haben und sie verfolgen. Das Ergebnis dieser Interessenverfolgung auf allen Seiten fällt in dieser Gesellschaft beeindruckend unterschiedlich aus. Die Interessen mancher, zahlenmäßig ziemlich großer Kreise, bleiben regelmäßig auf der Strecke. Die Interessen anderer, zahlenmäßig ziemlich kleiner Kreise, werden jedoch regelmäßig bedient, dass es nur so rauscht. Warum das so ist, darüber lohnt sich nachzudenken.

Wer hingegen einen angeblichen Sinn des Lebens sucht, findet, verliert, an ihm (ver)zweifelt oder sonst was mit ihm treibt, ist einer gefährlichen Sagengestalt aufgesessen. Er frönt dann diesem Sinn, dient dem Vaterland, dem lieben Gott, einem Wert, einer Idee oder was auch immer. Wenn diese Sorte von ungesundem Volkssport sich so verbreitet hat wie hier und heute, können sich diejenigen, deren Interessen sich regelmäßig durchsetzen, vor Begeisterung kaum mehr halten. Die Normalos jagen dem Sinn des Lebens nach statt sich um ihre eigenen Belange zu kümmern. Das trägt wesentlich dazu bei, dass sie ständig leer ausgehen.

Fritz Kurz

...was denken Sie: ist das "Frönen" nach der Konkretisierung der Würde des Menschen auch eine "Sorte von ungesundem Volkssport?" Ist die Würde des Menschen auch "eine gefährliche Sagengestalt?"

Werter Herr Engel, Sie fragen: "Ist die Würde des Menschen auch "eine gefährliche Sagengestalt?""

Die Würde des Menschen ist schlimmer als eine gefährliche Sagengestalt. Sie ist die Fahne, hinter der sich gefälligst alle sammeln sollen. Diese Fahne wird vorangetragen von den größten Gewaltapparaten der bisherigen Geschichte, den modernen Rechtsstaaten nämlich. Nicht umsonst heißt es in GG Art. 1,1 "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

Wenn der Staat also den aktuellen Stellvertreterkrieg in der Ukraine auf Vorderzack bringt und sein Menschenmaterial, also die verehrten Damen und Herren freien Bürger, entsprechend sortiert und einspannt, dann konkretisiert er die Würde des Menschen.

Wenn der von Rente lebende Insasse eines Altersheims feststellt, dass er auf Vieles von dem, was er bräuchte und noch mehr von dem, was das Leben angenehm machen würde, verzichten muss, dann soll er sich bekanntlich nicht so haben. Er soll sich damit trösten, dass seine Würde ganz unbedingt gewahrt bleibt. Auch dieses landesübliche Ansinnen ist eine Konkretisierung der Würde des Menschen und die normaldeutsche Bezeichnung als Verar.... streng verboten.

Sollten Sie ganz anderer Ansicht sein, freue ich mich auf eine angeregte Diskussion.

Fritz Kurz

... ich versuche, zu verstehen, was Sie sagen, muss aber zugeben, dass ich damit nicht weit gekommen bin. - "Die Würde des Menschen ist schlimmer als eine gefährliche Sagengestalt", so schreiben Sie.
Nun kann ich die Würde des MENSCHEN Jesus Christus als die durch Gott konstituierte Würde des gekreuzigten Auferweckten nur schwerlich, d.h. genauer: eigentlich gar nicht zusammendenken mit der Würde des konkreten Menschen Jesus von Nazareth als etwas, das "schlimmer" ist (oder "schlimmer" wäre) "als eine gefährliche Sagengestalt." ... Was soll das heißen: Die Würde Jesu Christi ist schlimmer als eine gefährliche Sagengestalt? ... Da ich mich nicht zum Neuheidentum bekenne, welches das 'Ereignis' Jesus Christus als solches rückgängig machen will, muss ich an dieser Stelle passen. Aber vielleicht können Sie mir doch noch auf die Sprünge helfen.

Werter Herr Engel, wenn der Staat in seiner Verfassung an prominenter Stelle von der Würde des Menschen redet, dann meint er sowohl seine gewöhnlichen Untertanen wie auch seine Lieblingsbürger in den besseren Kreisen und höheren Etagen. Er hat aber in beiden Fällen Normalsterbliche vor Augen.

Wenn Hobby- oder Berufschristen sich einen "gekreuzigten Auferweckten" ausdenken und dem "die durch Gott konstituierte Würde" überbraten wollen, dann sind wir in einer anderen Märchenwelt gelandet. Wobei die Bibel den moderneren Kampfbegriff Menschenwürde nicht kennt.

Dass diese beiden Märchenwelten nicht unabhängig voneinander sind, trifft zu.

Worüber möchten Sie diskutieren?

Fritz Kurz

Werter Horst! Ich würde die Evangelische Kirche weder als starr- und stumpfsinnig oder als heuchlerisch-verlogen bezeichnen. Sehe aber wie Sie, viele Gründe, die für einen Austritt sprechen. Es ist m.E. die Uneindeutigkeit der theologischen Aussagen der Kirche(n) und ihre sinnlos überbordende Bürokratie. Da hat die Nordelbische Kirche eine wortreiche Rechtsverordnung für Kasualien (https://www.nordkirche.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Kirchenamt_Dow...), gibt aber gleich in der Vorrede, römisch 2, den Pfarrpersonen das Recht, davon abweichen zu können, wovon die Keitumer Pastorin dann auch Gebrauch gemacht hat. Eine solche Rechtsverordnung ist sinnlos, man hätte den PastorInnen auch gleich sagen können, macht, was ihr wollt.
Das ist das Grundübel, der Evangelischen Kirche(n), sie geben sich Mäntelchen, sie tun als ob, sagen aber in der Öffentlichkeit nicht, dass sie in Wirklichkeit keine Verbindlichen Standpunkte mehr haben, weder rechtlich, noch theologisch. Daran wird sie scheitern.

Gut erkannt und formuliert, Herr Horst! Vom obersten Chef der Segen, vom Fußvolk die Legitimierung. Vom Herrn Bundesminister selber der unstreitig richtige Satz: "Es gibt ein Mehr, das über uns beide und unser gemeinsames Leben hinausweist."

Und woraus dürfte dieses Mehr aktuell beim Herrn Finanzminister bestehen? Die Bezahlung der Kosten für den Stellvertreterkrieg so regeln, dass die Besserverdienenden auch weiter besser verdienen und die Schlechterverdienenden wegen des angekündigten bisschen Frierens im Winter nicht gleich auf falsche Gedanken kommen.

Fritz Kurz

... wenn Menschen, die sich anscheinend der (evangelischen) Kirche nicht/nur begrenzt verbunden fühlen, trotzdem deren personelle, bauliche & spirituelle Infrastruktur für sich nutzen möchten. Es sollte weder für Hr. Lindner noch für die Pastorin überraschend sein, das es derartige Fragen & Reaktionen gibt. Er ist eine Person des öffentlichen Lebens und hat seine Hochzeit ja durchaus auch "öffentlich" zelebriert.

... Ihrer Logik nach, Herr Weihberg, sollte vor jedem Gottesdienst an jeder Kirchentüre, für jeden deutlich sichtbar, ein Hinweis angebracht werden, der besagt: Zutritt zwar für Hörwillige erlaubt, für Nicht-Eintritts- und/oder Nicht-Wieder-Eintrittswillige und/oder für sich der (evangelischen) Kirche nicht oder nur begrenzt verbunden Fühlende aber verboten! ... Denn jeder, der einen Gottesdienst besucht, und sei es nur zum Kirchenschlaf, nutzt "deren personelle, bauliche & spirituelle Infrastruktur" ... Hals- und Beinbruch, evangelische Kirche!

.. es geht nicht um Gottesdienstbesuche, sondern um spezielle kirchliche "Dienstleistungen". Und Kirche lebt vom Mitmachen und nicht vom Abgreifen der althergebrachten und gerne in Anspruch genommenen "Traditionen" (Hochzeit, Beerdigung, Weihnachtsgottesdienst, usw).

... jeder Gottesdienst ist eine Dienstleistung. Das geht schon aus der Bedeutung bzw. Herkunft der Bedeutung des Wortes 'Liturgie' hervor, wenn ich mich nicht irre. ... Ja, ich stimme Ihnen zu: Kirche lebt vom Mitmachen, aber sie lebt nicht nur und auch nicht vor allem vom Mitmachen. Und ja, es ist in der evangelischen Kirche fast schon Brauch/Gewohnheit, "Traditionen" als Traditionen zu denunzieren, und in diesem Zusammenhang quasi denunziatorisch vom "Abgreifen" zu sprechen. Ich gebe zu, dass mir diese Sprache aus dem Bereich der Technik ein Stück weit zu "modern" ist. Ich spreche ja auch nicht davon, dass eine Pfarrerin oder ein Pfarrer im Weihnachtsgottesdienst mich mit ihrer/seiner Predigt "anbaggert".

...dass Sie, Herr Engel, den gerechtfertigten Einwand von Herrn Weihberg so verdrehen. Die Kirche ist für jeden offen, das steht doch außer Frage. Hier geht es aber um einen Traugottesdienst für jemanden, der zwar Gottes Segen von einer Pastorin in einem schönen Kirchenbau gespendet haben möchte, aber nicht bereit ist, hierfür konsequenterweise in die Kirche einzutreten. Ein Traugottesdienst in einer Kirche und mit einer Pastorin, die beide nur aufgrund von Kirchensteuern ihrer Mitglieder existieren. Darüber darf, ja muss man doch kritisch nachdenken!
Ihrer Argumentation nach sollte das für alle möglich sein. Ja, dann machen Sie sich aber auch Gedanken über eine alternative Finanzierung und die Folgen für die Glaubensgemeinschaft. Oder sollte alles generell umsonst sein? Leider leben wir nicht mehr im Paradies...

... wo, bitte, habe ich zum Ausdruck gebracht, dass "das" für alle möglich sein sollte? ... Ob und inwieweit ich mir nicht schon längst "auch Gedanken über eine alternative Finanzierung und die Folgen für die Glaubensgemeinschaft" gemacht habe, das steht Ihnen gar nicht zu, zu beurteilen. Also brauchen Sie mich dazu auch nicht aufzufordern ("... machen Sie ..."). Sie können nicht Gedankenlesen. Und das wissen Sie. ... Ich unterstelle, dass die jeweils zuständige ordinierte Amtsperson nicht ganz blöd ist, wenn jemand, wie geschehen, an sie herantritt, und das äußert, was in diesem "Fall" geäußert worden sein muss. Oder sollte alles Studieren umsonst, aber das heißt: vergeblich gewesen sein? Zum Glück leben wir nicht mehr im Paradies ..., das bekanntlich nur als Erzählung existiert. Dieser Umstand wird für all diejenigen, die sich nicht nach Kinderträumen und Larmoyanz zurücksehnen, kein Anlass sein, über den Untergang "der" Glaubensgemeinschaft "kritisch nachzudenken". Was nicht mehr als eine Vermutung ist.

Die "Vertreibung aus dem Paradies", ist eine Metapher für Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung, leider nur in den geistigen Stillstand und die zeitgeistlich-reformistische Konfusion des "Individualbewusstseins" zur wettbewerbsbedingten Symptomatik, anstatt ...!?

Sorry, das ist mir zu steil! Ich bin bloß ein einfacher Bürger. ... Der erste und bisher einzige Evolutionssprung in meiner Geschichte ist das Faktum, dass ich ein von Gott konkret angesehener Mensch bin. Was nicht heißt, dass ich deswegen abfällig über mich selbst oder (mehr oder weniger abstrakt) über andere Individuen sprechen muss. ... BENEDICERE soll angeblich 'gut reden' heißen - gut reden über den Menschen, aber das heißt: über den konkreten Menschen. Was nicht mehr als eine Vermutung ist.
... Over! und Ende!

Wenn Du den Mut hättest wirklich-wahrhaftig "steiler" zu gehen, dann könntest Du von "Vermutung" über Glauben zu Wissen kommen, was konkret zur Erkenntnis führen würde, dass Gott die Vernunft des Geistes / des Zentralbewusstseins / des Universums ist.

... lieber eine Wende ohne Ende als ein Ende ohne Wende ...

"Gott [ist] die Vernunft des Geistes / des Zentralbewusstseins / des Universums." --- Bringt Sie das weiter?