Mail aus La Paz: Seilbahnnetz

Sauber: Mit der Gondel zur Arbeit
Mit der Seilbahn zur Arbeit

David Mercado/Reuters

Toller Blick: Öffentlicher Nahverkehr in La Paz

Cable cars along the recently inaugurated blue line, an urban ropeway, are seen in El Alto city, on the outskirts of La Paz, Bolivia, March 4, 2017.Banner reads "Congratulations El Alto". REUTERS/David Mercado - RC15A85A20B0

Zehn Seilbahn-Linien führen über die Dächer von La Paz, Bolivien. Gut für die Umwelt - und angenehm für die Auslandpfarrerin.

La Paz ist von Felsen 
und Bergen umgeben. Die Städteplaner ließen sich etwas Geniales 
einfallen: ein Verkehrsnetz mit Seilbahnen. 2014 wurde die erste Bahn eröffnet, die letzte soll 2020 folgen. Zehn Linien verbinden die eine Million Einwohner der Stadt El Alto in der Höhe mit dem Flughafen (auf über 4000 Metern!) und der tiefer ge-
legenen Stadt La Paz. Viele Bewohner 
von El Alto fahren mit der Gondel nach unten zur Arbeit. Morgens und abends warten sie in langen Schlangen vor den Seilbahnstationen, es funk­tioniert wunderbar und schnell. Bis zu zehn Personen können in einer Kabine Platz nehmen, immer so, dass sie keine Schlagseite bekommt.

Pfarrerin i.R. Stephanie Hinger

Stephanie Hinger ist als Pfarrerin i. R. von der EKD für die deutschsprachige Gemeinde in ­Bolivien beauftragt. Ihr Dienstsitz ist in La Paz.

Beliebt sind Rundfahrten. Jede ­Linie hat ihre eigene Farbe. Für die Rundfahrt steigt man bei uns im ­Süden der Stadt in die grüne Linie, nach zehn Minuten geht es weiter mit 
der himmel­blauen und dann mit der weißen, die über einer Straße zwischen Hochhäusern fährt, was besonders ­faszinierend ist, wenn die Wohnungen abends erleuchtet sind. Weiter geht es mit der orangen und atemberaubend steilen roten Bahn zur im Frühjahr 2019 fertiggestellten silbernen Linie. Sie fährt am Rand von El Alto entlang und bietet einen grandiosen Blick auf La Paz und die Schneeberge. Zurück geht es mit der gelben Linie steil ­hinunter nach La Paz.

Ein bisschen den Himmel spüren

Mit der Seilbahn fahre ich auch hin und wieder zu unserer Kirche oberhalb vom Stadtzentrum. Es ist ein schönes Gefühl, getragen zu werden und ein bisschen Himmel zu spüren. Der Verkehr stört nicht mehr, und nicht selten ergeben sich nette Gespräche auf der Reise in der Luft: Wo kommen Sie her, was tun Sie hier, wie lange sind Sie schon in La Paz? Erstaunlicherweise begegne ich hier auch immer wieder Menschen, die gut Deutsch sprechen und mein Land kennen. Wenn ich dann sage: "Yo soy pastora" (Ich bin Pfarrerin) wollen viele genau wissen, in welcher Kirche ich arbeite. "Iglesia Evangélica Luterana", aha! Und was ist anders als in der katholischen Kirche? Meist endet hier das Gespräch, da wir schon am Ziel sind. "Dios te bendiga" (Gott segne dich), sage ich am Ende und verabschiede mich.

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