Verkaufsschlager Geländewagen

"Man fühlt sich einfach sicherer"
Sagen SUV-Fahrer. Die nicht drin sitzen, dürfen sich gern unsicher fühlen.

In Deutschland gibt es immer mehr SUV, im Mai wurden 32 Prozent mehr zugelassen als im Vorjahresmonat. Das Center Automotive Research der Uni Duisburg-Essen hat errechnet: 2019 könnten über eine Million SUVs neuzugelassen werden. Hallo? Fridays for Future? Klimawandel, schon mitbekommen? Ach nee, im gut klimatisierten Panzer ist man sich selbst am nächsten.

Mareike Fallet

Mareike Fallet, Jahrgang 1976, studierte Sozialwissenschaften in München und Göttingen. Redakteurs-Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Seit 2005 Redakteurin bei chrismon. Ihr Schwerpunkt sind gesellschaftspolitische Themen – etwa Reportagen über Geduldete in Deutschland, Menschen, die sich um gefallene Jugendliche kümmern, oder Sterbebegleitung –, aber sie schreibt auch Texte für "Portal" und "Persönlich", Kulturtipps sowie Kommentare in chrismon plus. Und sie ist zuständig für die Rubrik "Begegnungen".
Lena Uphoff

Interessant sind die Argumente der SUV-Fahrer: "Man kann so bequem einsteigen." Oder: "Ich fühl mich darin einfach sicherer." Die Fußgängerinnen, die Kinder, die Rentner, die Radfahrerinnen, die Kleinwagenbesitzer – die dürfen sich im Verkehr mit all den Zweieinhalbtonnern aber gern unsicher fühlen. Noch eine SUV-Fahrer-Floskel: "Ich kann nichts dafür, ist ein Dienstwagen!" Ist ihm oder ihr von der Firma quasi aufgedrängt worden, um morgens allein zur Arbeit zu fahren und abends allein zurück – schön steuerlich subventioniert übrigens.

Ein Bekannter erzählte, in seiner Firma gebe es neuerdings nur noch kleinere, sparsame Dienstwagen. Fänden seine Kollegen ätzend. Fühlten sich irgendwie abgewertet. Aber das Gegenteil ist richtig: Sie sollten sich aufgewertet fühlen.

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