Schweinefleisch in Kantinen und Kitas

"Sup di dun un fret di dick"
Die CDU im Norden sollte sich auf eine plattdeutsche Weisheit besinnen

 chrismon-Redakteur Nils Husmann
Was machte es mich als Jugendlichen wütend, wenn Verwandte mich mit einem Spruch auf Familienfeiern vor allzu hitzigen Diskussionen bewahrten: „Sup di dun un fret di dick un hol din Mul von Politik!“ Das ist plattdeutsch und heißt so viel wie: Trink viel, iss reichlich – statt über Politik zu zanken.

Ach, hätte die CDU in Schleswig-Holstein doch lieber einen über den Durst getrunken und gut gegessen – statt übers Essen zu reden. In einem Antrag fordert die CDU-Fraktion die Landesregierung in Kiel auf, dass Schweinefleisch „auch weiterhin“ in öffentlichen Kantinen und in Kitas sowie Schulen „erhalten bleibt“.

Fairerweise muss man sagen: Der Antrag hat nichts zu tun mit einer „Schweinefleischpflicht“, über die sich die Netzgemeinde heftig echauffierte, ohne dass – außer Empörung – etwas dabei herausgekommen wäre. Aber die Nord-Union suggeriert, religiöse Rücksichtnahme beschädige „unsere“ Identität. Damit fischt sie in ganz trübem Wasser. Das passt nicht zum Thema Essen. Das ist unappetitlich!

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