Wie christlich und nützlich ist das Alte Testament?

Zoff ums Alte Testament
Gebäude der Theologischen Fakultät Berlin

Foto: Oliver Lambrecht / flickr.com

Theologische Fakultät in Berlin

Der Streit an der Berliner Theologischen Fakultät kocht hoch. Seit den Nazis habe so kein Theologe mehr argumentiert, beschimpft ein Professor den anderen. Was ist geschehen?

Es geht um die Einordnung des Alten Testaments. Für Martin Luther war die Sache noch klar: Die drei Herren, die Abraham in Mamre besuchen (1. Mose 19), sind Gottvater, Sohn und Heiliger Geist. Jesaja (53,4) predigt den gekreuzig­ten Christus: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.“ Und Hiob (19,25) spricht vom Auferstandenen, wenn er sagt: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

Moderne Kommentatoren tun solche Gleichsetzungen als unhistorische, nachösterliche Deutung ab. Den ursprünglichen Sinn des Alten Testaments treffe dies nicht: Die Männer in Mamre waren Gottesboten, Jesajas leidender Gottesknecht versinnbildlicht das Volk Israel, und Hiob sprach von einem „Auslöser“, der Schuldknechte freikauft. Sie sagen: Das Alte Testament weise keineswegs auf Christus. Weshalb man sich heute fragt: Was ist dann noch christlich am Alten Testament?

Wie nützlich ist das Alte Testament für Christen?

Die Frage stellt sich nicht erst, seitdem der renommierte Berliner Theologieprofessor Notger Slenczka 2013 die Ansicht vertrat: Das Alte Testament könne für Christen nicht länger verbindlich sein. Es sei eine erbauliche Schrift, nicht aber Teil des biblischen Kanons. Sein Aufsatz schlummerte anderthalb Jahre in einer Fachzeitschrift. Dann holte ihn Friedhelm Pieper, Theologe mit Rang und Namen in der christlich-jüdischen Zusammenarbeit, aus der Versenkung, und titelte seine zornige Replik: „Theologieprofessor will das Alte Testament aus der Heiligen Schrift verbannen.“ So begann der Streit.

Es könnte eine guter Streit sein. Hinweise, wie nützlich das Alte Testament für Christen sei, liegen ja auf dem Tisch: Die Schriftensammlung helfe, das Jüdische am Neuen Testament wieder zu entdecken, sagen zum Beispiel manche Interpreten.

Nur leider schwappen die Gemüter über. Vor allem das Kollegium an Slenczkas Theologischer Fakultät in Berlin hat sich seither zerstritten. Persönliche Eitelkeiten überlagern die sachliche Debatte. Wie ärgerlich! Die dortigen Studenten haben in einem Aufruf die richtigen Worte gefunden: „Sehr geehrte Professoren! ... Reißen Sie sich zusammen!“

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Lesermeinungen

Nach dem Tanz um das goldene Kalb, der Tanz um den heißen Brei.

Als Mensch anfing seine Toten zu bestattet, wurde Mensch zum Mensch - Als Mensch aber anfing auch daraus ein GESCHÄFT zu machen, war alles für'n Ar..., bzw. war alles im Kreislauf des geistigen Stillstandes seit der "Vertreibung aus dem Paradies" MANIFESTIERT.

blutrünstiger Mordanschläge unseres biblischen Gottes. Sie machen die Suche nach einem barmherzigen, die Menschen liebenden Gott schwierig.
In den fünf Büchern Mose kommt das Wort "ausrotten" 54-mal vor, "vertilgen" oder "vertilge" 27-mal, "töten" oder "töte" 26-mal. Zum Vergleich: Das Wort "Liebe" findet sich an 7 Stellen....... und das Wort Humor an keiner Stelle...!
Gott ermordete unschuldige Kinder, nur weil sie Ägypter waren (2. Mose 12,12): "Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen (töten) in Ägyptenland unter Mensch und Vieh."
Er freut sich immer wieder persönlich über Bestrafungen (5. Mose/Dtn. 28,63): "Und wie sich der Herr zuvor freute, euch Gutes zu tun und euch zu mehren, so wird er sich nun freuen, euch umzubringen und zu vertilgen".
Wer ihm nicht gehorcht wird seine Kinder fressen müssen (3. Mose 27-30): "Werdet ihr mir aber auch dann noch nicht gehorchen, so will auch ich euch im Grimm zuwiderhandeln und (...) ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen."
Wird Gott nicht gehorcht, wird gleich die ganze Stadt vernichtet (Hos 14,1): "Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden."
Gott macht kurzen Prozess mit seinen Feinden (5. Mose 32,42): "Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde!"
Gott braucht Leichen, um seinen Zorn zu zügeln (4. Mose 25,3-4): "Da entbrannte des Herrn Zorn über Israel, und er sprach zu Mose: Nimm alle Oberen des Volks und hänge sie vor dem Herrn auf im Angesicht der Sonne, damit sich der grimmige Zorn des Herrn von Israel wende." In einer älteren Übersetzung hieß es weitaus blutrünstiger: "... und spieße sie für den Herrn im Angesicht der Sonne auf Pfähle."
Aber nicht genug mit der Bestrafung und Ermordung der Schuldigen in dieser Episode. Gott tötete noch 24.000 Menschen (4. Mose/Num. 25,9), bevor er endlich zufrieden war.
Gelegentlich überkommt Gott sogar die Lust, seinen auserwählten Stellvertreter auf Erden ohne erkennbaren Grund umzubringen (2. Mose 4,24): "Und als Mose unterwegs in der Herberge war, kam ihm der Herr entgegen und wollte ihn töten."
Bei der Schlacht um Gibeon half Gott beim Abschlachten persönlich mit (Jos 10,11): "Und als sie (die geschlagenen Feinde) vor Israel flohen den Weg hinab nach Bet-Horon, ließ der Herr große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, dass sie starben. Und von ihnen starben viel mehr durch die Hagelsteine, als die Israeliten mit dem Schwert töteten."
Weil die Israeliten mit dem Ausrotten nicht nachkamen, ließ der liebe Gott die Sonne stillstehen, damit seine Günstlinge bis tief in die Nacht weitermorden konnten (Jos 10,13): "Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte (...) So blieb die Sonne stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen fast einen ganzen Tag."
Gott ließ König Hiskia bei der Schlacht um Jerusalem nicht allein. Er schickte einen Engel, der die Feinde in der Nacht ermorderte (2. Kön. 19,35): "Und in dieser Nacht fuhr aus der Engel des Herrn und schlug im Lager von Assyrien 185'000 Mann." (Wer bisher glaubte, Engel seien liebenswerte Wesen, die Menschen zu beschützen hatten, sieht sich leider getäuscht.)
Die Bibel ist voller Aufrufe zum Krieg (5. Mose 3,22): "Euer Gott, streitet für euch."
4. Mose 24,8): "Gott (…) wird die Völker, seine Verfolger, auffressen und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern."
(5. Mose 32,42): "Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen!"
Kriege waren vorwiegend Heilige Kriege und das Alte Testament ist voll von Gottes Anstiftungen dazu (Ps. 2,8-9): "So will ich dir Völker zum Erbe geben (…) Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen." Blut und Vernichtung erfreuten sein Herz.
Begriffe wie Verhandlung, Friedensschluss und Kompromiss sind in den zahllosen Kriegsberichten der Bibel Fremdwörter (5. Mose 7,16): "Du sollst sie nicht schonen."
Vernichtung und Ausrottung waren angesagt und sollten nur in Ausnahmefällen unterbrochen werden. Zum Beispiel, wenn der Leichenberg die Gesundheit der Krieger gefährdete (5. Mose 7,22): "Du kannst sie nicht rasch ausmerzen, weil sonst die wilden Tiere Überhand nehmen und dir schaden." (kath. Einheitsübersetzung)
(1. Mose 19,25): "Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte."
(5. Mose 19,2): "Wenn der HERR, dein Gott, die Völker ausgerottet hat, deren Land dir der Herr, dein Gott, geben wird (...) sollst du dir drei Städte aussondern im Lande."
Nach einer Eroberung befielt Gott den Israeliten, alles Leben endgültig auszurotten (5. Mose/Dtn. 20,16-18): "Du sollst nichts leben lassen, was Odem hat, sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken ..."
(2 Sam. 7,7): "So spricht der HERR Zebaoth: Ich (...) bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet."
(Sach 13,8): "Und es soll geschehen in dem ganzen Lande, spricht der Herr, daß zwei Teile darin ausgerottet werden sollen."
(Sir 10,18): "Gott hat die überheblichen Heiden mit der Wurzel ausgerottet."
(1. Kön. 13,26): "Darum hat ihn der Herr dem Löwen gegeben; der hat ihn zerrissen und getötet................Eine Frage an Chrismon :::.........nun , wie lange sollen noch diese negative Liebesbezeugungen dieser jüdischen Schriften , uns ungläubigen Menschen als Leitanregung dienen ...?..........................................Ja , glauben wir wirklich , daß ein Schöpfergott , der das Leben mühsam in Milliarden von Jahren geschaffen hat , es wieder in einer kürzeren Zeitspanne von vielleicht von 2 000 Jahren , mit Hilfe seiner israelischen Kinder , so blutdrünstig und sich selbst unwürdigend , vertilgt ..?