Das Schloss der Tierliebe

Die Karnickel-­Invasion
Etwa 300 Tiere hat Matthias Breitenbach nach dem Einbruch wieder eingefangen. Einige Hundert Kaninchen laufen noch frei herum.

Sabine Oberpriller

Etwa 300 Tiere hat Matthias Breitenbach nach dem Einbruch wieder eingefangen. Einige Hundert Kaninchen laufen noch frei herum.

Er wollte 14 Kaninchen retten, jetzt hat er fast 1000 auf seinem Schloss. Matthias Breitenbach, Oldtimer-Sammler und Veganer, kümmert sich um alle. Wie soll das gehen? Die Geschichte eines Dilemmas

An den Lüftungsschacht hat er seit Tagen nicht gedacht. Jetzt findet er ihn nicht. Matthias Breitenbach tastet die weiße Schlossmauer entlang. Dann hat er ihn. Ziegelsteine haben ihn verdeckt. Breitenbach fällt auf die Knie und hebt sie weg. „Das waren bestimmt die Dorfkinder“, sagt er, „ich habe ihnen doch gesagt, dass sie nicht hierher sollen.“ Er streckt den Arm tief in das Schlupfloch, in das sich seine Kaninchen gern verkriechen. Wenn sich darin eines seiner Tiere versteckt hat, kommt es nie wieder heraus; es scheint keines drin zu sein. Breitenbach steht auf, klopft sich die Erde von der Hose, er trägt Bermudas mit Hemd. Jetzt blickt er misstrauisch zur Hecke, als könne er die Bengel noch entdecken. Aber da ist niemand. Nur Klaviermusik ist zu hören. Chopin.

Die Autorin

Sabine Oberpriller, 26, besaß selbst zwei bis fünf Kaninchen. Sie hatte bei der Auswahl dem Vorbesitzer vertraut, einem Biologielehrer.
Ob seine Tierliebe übertrieben ist, weiß Matthias Breitenbach manchmal nicht so genau. Dieses Jahr hat sie ihm vor allem Kopfzerbrechen bereitet. Der 43-jährige Zweimetermann handelt mit Schlössern und Oldtimern. Er ist Graf, stammt aus altem Württemberger Adel, doch seine zwei Titel verwendet er nicht. Ein Mann von Gewicht, keine Frage. Aber die Aufgabe, die ihm seine Kaninchen stellen, zermürbt ihn. Knapp 1000 leben mittlerweile auf dem Gelände seines Schlosses Unterlind in Sonneberg, ­Thüringen. Sie bestimmen seinen Tagesablauf und den seiner Angestellten. Verursacht haben die Misere Einbrecher, oder, wenn man so will, Breitenbachs eigene Ethik. Die Kaninchen führen sie ad absurdum.

Die Geschichte beginnt mit 14 Stall­kaninchen. Matthias Breitenbach hat sie der Nachbarin abgekauft, die ihre Zucht nach einem Unfall auflösen musste. Es musste schnell gehen, die Kaninchen ­waren zu haben, tot oder lebendig.

Einbrecher lassen die Kaninchen frei

Breitenbach ist ein Helfertyp. Als Kind fing er bei den Rettungsschwimmern der Lebensrettung an, mit zwölf ging er zur Jugendfeuerwehr seines Heimatortes. Beides, obwohl er zwei linke Hände hat, wie er sagt. „Ich will helfen können“, sagt er, „und dabei alles richtig machen.“ Aber die Rettung der Kaninchen ist eine Kurzschlusshandlung. In dem Moment sieht er sich nur als den Veganer, aus dessen Haltung sich notwendigerweise ergibt, dass er Tiere schützen muss. Er handelt entschlossen, das Geld legt er bar auf den Tisch. Die Familie der Bäuerin will zwei Tiere behalten und schlachten. Da fährt er los, kommt mit feinstem Rinderfilet zurück – und löst so auch diese beiden Kaninchen aus.

Von Kaninchen hat er keine Ahnung. Er bringt sie im alten Schafstall unter. Rammler und Häsinnen getrennt. Aber er irrt sich bei der Geschlechtsbestimmung. Aus 14 Kaninchen werden 40. Ärgerlich, aber zu stemmen. Er holt sich Hilfe vom Leiter eines Kaninchenvereins. So etwas soll nicht noch mal passieren.

Doch dann – der Einbruch Ende Mai: ­Irgendjemand, vielleicht mehrere, vielleicht Jungs, vielleicht Betrunkene, schleichen sich in den Park. Das Gelände des Schlosses ist ungefähr so groß wie drei Fußballfelder. Der Stall verbirgt sich hinter einer Allee. In die Holzhütte hineinzukommen, ist einfach. Die Unbekannten öffnen alle Türen, drücken Zigarettenkippen aus, erleichtern sich, verschwinden im Dunkel. Genau wie die Kaninchen. Breitenbach, seinen Angestellten und den alarmierten Polizisten gelingt es nur, einen kleinen Teil zu fangen.

Und in den Stunden der Freiheit haben die Tiere längst vollbracht, wofür Kaninchen bekannt sind. Ein Weibchen trägt ­etwa einen Monat, es wirft bis zu zehn ­Junge auf einmal. Schon wenige Tage nach der Geburt kann es wieder gedeckt werden. Die Jungen werden nach etwa drei Monaten geschlechtsreif. Eine Invasion. Aber Breitenbach kann nicht zurück. Seine Eltern haben ihn traditionsbewusst erzogen, sagt er. Pflichtgefühl spielt in ­seiner Welt eine große Rolle. Und für ­diese Kaninchen und ihre Nachfahren hat er nun mal die Verantwortung übernommen.

2100 Euro im Monat kosten die Tiere

Jeden Morgen macht Breitenbach als Erstes einen Kontrollgang. Er schaut nach den Höhlen in der Baumgruppe, im Reisig­haufen und dem Erdaushub. Dann ins­piziert er die Oldtimer-Halle, die Garagen, den alten Vorratskeller, den Geräteraum – vielleicht kann er ja noch eins ein­fangen. Zuletzt besucht Breitenbach den alten Schafstall. Hunderte weiche Langohren recken sich ihm entgegen, in allen Farben. Braun, grau, weiß, braun-weiß gescheckt. Vorne wohnen die Mütter mit ihren Jungen, hinten die Rammler. Inmitten der Tiere wird er ganz sacht. Vorsichtig tritt er mit seinen riesigen Sportschuhen durchs Stroh, um ja kein Nest zu zerstören. Mit den Kaninchen redet er wie mit Neu­­geborenen. „Ihr Kückis“, lockt er. Im Eck sitzt Tante Gretel, eine wildfarbene Kaninchendame. „Sie kümmert sich um alle“, sagt er. „Sie hat eine Brut übernommen, nachdem die Mutter gestorben ist.“ Diese Momente, sagt er, entschädigten ihn für allen Aufwand.

Die freilaufenden Kaninchen lassen sich im Park nicht blicken, solange Breitenbachs Doggen Kira und Sissy unterwegs sind. Die beiden sind groß wie Ponys und heiß darauf, Kaninchen zu finden. Erst nachts, wenn die Hunde schlafen und Breitenbach auf dem Balkon sitzt, gleiten ihre Schatten lautlos wie ein Schwarm Waldfeen auf den Vorplatz des Schlosses.

Im Supermarkt kennen sie Matthias Breitenbach gut. Er kauft jeden Tag mehrere Steigen Karotten, Radieschen, Salat. „Sie wissen doch, dass jeder Wirsingkopf in eine Tüte soll“, sagt die Kassiererin und legt die abgefallenen Blätter auf die Waage. Breiten­bach nickt, zahlt und wuchtet die Kisten in den Kofferraum seines BMW. „Pro Tag kosten mich die Kaninchen 70 Euro“, sagt er. Im Monat 2100 Euro. Das ist viel, selbst für einen Grafen. Dabei ignoriert er, dass ihm im Moment für den Beruf wegen der Kaninchen kaum Zeit bleibt.

„Ein Weichei sind Se, dass Se die nicht einfach weggeben“, seufzt die Tierhändlerin kopfschüttelnd. Alle zwei Tage verkauft sie ihm drei Säcke Trockenfutter. Breitenbach lacht verlegen – aber Genugtu­ung spürt man auch. Bevor er den Laden verlässt, studiert er die Anzeigen an der Pinnwand. Niemand sucht Kaninchen. Es ist ja nicht so, dass keiner ihm Hilfe angeboten hätte. Familien kamen und wollten ein paar holen, Kuscheltiere für die Kinder. Falkner haben vorgeschlagen, ihre Jagdübungen auf dem Schlossgelände abzuhalten. Aber Breitenbach will keine Kompromisse. Er will eine Gesamtlösung,  zum Beispiel dass jemand einen Streichelzoo eröffnet mit seinen Kaninchen.

Unschuldig und schützenswert

Mittagspause unter den ausladenden ­Sonnenschirmen eines Restaurants im Ort. Breitenbach trifft Thomas Häfner, den Besitzer des zweiten Schlosses von Sonneberg. Ein Freund. Den Sonnebergern gebe er keine Kaninchen, erklärt er Häfner. Er traue ihnen nicht. Erst am Morgen habe er in der Nähe wieder einen Schuss gehört. „Die essen die!“, ruft er. „Die schießen sich ihren Mittagsbraten im eigenen Garten.“

Die Kellnerin bringt Häfner eine Salamipizza, Breitenbach einen Hirtensalat. „Wie viele haste denn jetzt“, fragt Häfner. Er ist zwei Köpfe kleiner als Breitenbach und zwei Jahre älter. Die beiden rauchen um die Wette.

„Im Gehege etwa 300. Im Park noch viele mehr.  Wir versuchen, sie zu fangen.“ ­Häfner pfeift durch die Zähne. Er schwankt zwischen Anerkennung und Ratlosigkeit. Anerkennung, weil Breitenbach konsequent seinem Prinzip folgt:  Leben wertschätzen. „Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, sie zu retten“, sagt Häfner. Er, geborener Sonneberger, sei anders aufgewachsen.  

„Warum lässt du deine Karnickel nicht einfach frei“, fragt Häfner trocken. Aber die seien doch unter seiner Obhut und wegen ihrer Unschuld schützenswert! „Draußen haben sie eine geringe Restlebenserwartung“, Breitenbach sagt das distanziert, je emotionaler ihn ein Thema trifft, desto technischer drückt er sich aus. Fünf Prozent der Jungtiere habe er verloren, berichtet er, der vorher noch über die Kosten geklagt hat. Laut Tierarzt sei das in Stallhaltung eine hervorragende Quote. Aber für ihn sind schon diese fünf Prozent zu viel.

Hätte er die 14 nicht gerettet, wären Hunderte Nachkommen nicht gestorben

Er ist nicht blind. Längst wütet um ihn her die Natur. Breitenbach kann sie nicht aufhalten. ­Regen und bald Frost. Neuer­dings nisten Eulen im Park, dazu gibt es Füchse, ­Marder, Raubvögel – und die Hunde Kira und Sissy, die auch Kaninchen jagen und töten.

„Ich habe“, sagt er, und wieder spricht er so förmlich, „ein Problem mit der Institution Tod.“ Das erzählt er zurück im Schloss­park. Gäste empfängt er bei gutem Wetter in einer weißen Sitzgruppe zwischen Schloss und Apfelbaum. Er ist evangelisch getauft, aber er betet lieber abends allein in der katholischen Kirche. Für den Tod hat er im Glauben keinen Trost gefunden. Er hinterlässt blinde Flecken, er reißt Lücken, die Breitenbach meistens mit Schuldgefühlen auffüllt. Sein Pferd, das starb, habe er vielleicht nicht richtig behandelt, sagt er, seinen Vater habe er zu oft allein gelassen. An den Kaninchen will er ein Exempel statuieren. Diesmal will er es richtig machen. Er krallt sich an jedem einzelnen Tier fest.

Da stapft Marcel heran. Hausmeister, Kaninchenpfleger, Kumpel. Unterlind ist ein Männerhaushalt. Gemeinsam reno­vieren sie das Schloss. Breitenbach wollte es längst schon verkaufen. Die Kaninchen halten alles auf. Marcel hört die letzten Worte. „Was erzählst du denn wieder für traurige Geschichten“, sagt er. Er hat das Ausmisten übernommen, jeden Tag: die Weibchen, die jungen Rammler, die Senioren. Trotz Heuschnupfens. Breitenbach sei fair, fürsorglich, ein guter Chef und Freund, sagt er. Auf die Kaninchen blickt er stoisch. Es ist sein Job.

Im Wirtshaus, das sich auf der ande­ren Straßenseite in den Schatten des Schlosses duckt, sitzen Einheimische rund um die dunklen Holztische und ­reden nicht so nachsichtig vom Grafen. Die Beschimpfungen, mit denen manche von ­ihnen Breitenbach bedenken, lassen darauf schließen, dass sie den Kaninchenboom persönlich nehmen: Tausenden Kaninchen das Gnadenbrot geben! Ein ­Luxusproblem sei das. Keiner der Nachbarn verfügt über die Mittel, so etwas auch nur in Erwägung zu ziehen.

Hätte er, Breitenbach, die 14 nicht ge­rettet, hat ihm einer vorgehalten, wären Hunderte ihrer Nachkommen nicht gestorben. Das Argument trifft ihn. Er hat versagt. „Manchmal frage ich mich, was ich mir eigentlich anmaße“, sagt er. „Ich weiß nicht, was richtig und was falsch ist. Wo endet Liebe und wo beginnt Egoismus?“ Und gibt sich selbst die Antwort: „Wenn es nur um mich geht, weil ich gebraucht werden will.“

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Lesermeinungen

Ethik, Tierschutz JA! Wo hört beides auf? Man sollte alle die verurteilen, die die Werte verletzen. Hört sich supergut an. Aber wie ist es im Tierreich selbst? Wollen Sie auch die Jäger Fuchs und Bussard und die Elefantenkuh bestrafen, die ihr Kind nicht annimmt? Blöde Frage. Aber wenn wir bedenkenlos unsere Ethik auf alles undifferenziert übertragen, dann darf ja wohl die Frage erlaubt sein. Veganer können sich ihren Luxus nur leisten, weil unser Staat diesen Wohlstand ermöglicht. Das ist wie mit den Friedensaktivisten, die konsequent jedes Gewehr ablehnen. Das geht auch nur so lange gut, wie auf sie kein Gewehr angelegt wird. Aber wenn das der Fall ist, ist alles zu spät. Dann nutzt auch die eigene hohe Ethik nichts mehr. Dann ist man gnadenlos auf die angewiesen, die man vorher verteufelt hat. Bigott pflegt man sowas zu nennen. Auch der Veganer frißt das nächste Huhn, wenn er sonst nichts mehr hat. Der Wohlstand hat die Ethik beiderseits fest im Griff. Sowohl den rücksichtslosen Konsum (soziale Marktwirtschaft und Globalisierung) als auch dessen Verweigerung.

Was wäre, wenn H. Breitenbach seine ganze Energie in die Fürsorge um mißhandelte und verwahrloste Kinder investiert hätte? Was wäre, wenn alle die so entschieden die Tierfürsorge so über alles stellen, hätten wählen müssen zwischen den beiden Zielen? Denn zerreissen kann er sich ja nicht. Das Tierwohl nimmt, bei aller berechtigten Kritik an der kommerziellen Tierhaltung, teilweise hysterische Züge an. Dabei sind es auch die sogenannten "Tierfreunde", die gerade das mit ihren Tieren tun, was sie sich selbst auf keinen Fall antun würden. Sie halten tyische Fluchttiere (Vögel, Fische, Pferde) in kleinen Käfigen und Gehegen, überfüttern die Hunde und Katzen, geben Unsummen für Tierärzte aus, lamentieren über die eigene Krankenkasse und lassen bereitwillig die hemmungslose Verzüchtung von Kreaturen zu. Wie wäre es denn, wenn sie Ihre Energie auf die Pflege der blinden, von der Mixomatose geplagten Kaninchen in den öffentlichen Anlagen richten? Herr Breitenbach hat verantwortungslos eine Kaninchenvermehrung zugelassen und damit deren Elend provoziert, wenn er eines Tages die Menge nicht mehr überblicken kann und die Mixomatose auch seinen Bestand erreicht. Zitat: "Welt ZWEI, in der Menschen sensibel sind für das Wohl und Wehe von Menschen und Tieren". Pipi Langstrumpf hat auch davon gesungen, sich eine Welt zu bauen, wie sie ihr gefällt. So argumentieren die, die von ihrer eigenen Ethik beseelt sind aber vollständig ausblenden, dass die Ethik in Käfigen (im eigenen und den der Haustiere) auch verantwortungslos sein kann.

Jeder kann entscheiden ob und wem er hilft. Ich helfe auch den Tieren. Es gibt so viele Organisationen die Kindern helfen. Bei Tieren sieht es anders aus. Es gibt immernoch zuwenig Menschen die den Tieren helfen. Wie arrogant sind wir Menschen uns für so viel wichtiger zu halten als die Tiere und die Natur.

Für die lieben Gedanken und Worte möchte ich Euch an dieser Stelle aufrichtig und herzlich danken. Inzwischen leben alle Kaninchen frei im Park und versorgen sich selbst ohne Ihr Biotop zu beeinträchtigen oder überzubevölkern. Die Doggen Kira und Sissi jagen sie nicht und beschützen Ihre Fellnasen wie Ihre Familie. Die Kaninchen können den 'Park aus freien Stücken verlassen, kehren aber sogleich wieder. Es ist mein tägliches Wunder in meinem Garten Eden wo der gute Hirte weilt und Trost und Freude durch seine Engel der Schöpfung spendet. Fühlt Euch gegrüßt aus Noas kleiner Arche :)

Die Geschichte von Herrn Breitenbach und seinen Kaninchen hat mich als Tierfreundin zutiefst berührt und beeindruckt. Nicht nur, weil er den Mut hat, die Verantwortung für die Tiere zu übernehmen und dafür ein Stück weit sein ganzes Leben umzukrempeln. Vor allem dafür, daß er zu seiner Einstellung zum Leben steht und sich nicht scheut, dafür auch mal öffentlich belächelt zu werden. Ein großartiger Mensch, den ich sehr gerne einmal persönlich kennenlernen würde. Ich wünsche ihm für 2016 alle erdenkliche Unterstützung, Anerkennung, Kraft und Zuversicht.

Ich konnte Herrn Breitenbach kurz persönlich kennenlernen,und sah Ihn im Fernseh. Ja,es müsste mehr Menschen wie Ihn geben.Menschen, die zwar alles bezahlen können,trotzdem auch auf andere achten, Tiere nicht als Wegwerfware ansehen,und sich Ihrer annehmen, statt Sie zu essen. Ich kann mit Ihm fühlen,weil ich ähnlich denke. Möchte so jemand gern in meinem Freundeskreis haben, und Ihm anbieten, ihm jederzeit zuzuhören.Weil ich denke, die Menschheit ist einfach so kalt geworden.Ich bewundere Ihn, und hoffe, er lässt sich von seinen Gedanken und Zielen nicht abbringen.Es ist schön, wenn Männer sentimental sind, und auch mal weinen können.DAS macht für mich einen Mann erst aus!!!! ....das er auch mal den Mut hat, anders zu sein!

Ich möchte vorweg ersteinmal sagen das ich es lobenswert finde das Herr Breitenbach soviel Verantwortung übernimmt und das er 14 Kaninchen bei sich aufgenommen hat. Ich finde es wichtig das Menschen sich auch für die Tiere einsetzen. Leider ist es beim Herr Breitenbach aus dem Ruder gelaufen. Es wäre wichtig das sich Tierschützer den Kaninchen annehmen und eine Kastrationsaktion starten um ein weiteres Vermehren der Kaninchen einzudämmen und in Zusammenarbeit mit Herrn Breitenbach einen Teil der Tiere in gute Hände zu vermitteln. Ich denke er kann alleine nicht dauerhaft die Masse an Kanichen stämmen. Es wäre schön wenn es Leute gäbe die ihm helfen könnten mit dem Kaninchen.

Herr Breitenbach hat es nicht leicht in einer Welt wie dieser. Dabei ist er doch nur ein empfindsamer Mensch mit Verantwortungsgefühl. Eigenschaften, die normalerweise sehr geschätzt werden. Vor allem, wenn sie sich auf Menschen beziehen. Mitleid, oder der neutralere Begriff Empathie, überbrückt aber auch die Grenzen zwischen Menschen und Tieren. Das Schicksaal der Kaninchen für die Herr Breitenbach nun plötzlich verantwortlich ist, ist ihm nicht gleichgültig. Und das ist gut so!

Keine Frage, er hat mit so vielen Tieren ein praktisches Problem, das er noch lösen muss. Das heißt aber nicht, dass das Prinzip seiner Handlung falsch ist. Vielleicht ist ja die Welt um ihn herum falsch. Denn sein Verantwortungsgefühl gegenüber einer „Karnickel-Invasion“ bietet gesellschaftlichen Zündstoff. Es ist unüblich, so viel Fürsorge für Kaninchen zu übernehmen, die doch einfach geschlachtet werden könnten.
Letztlich stellt sich die Frage, in welcher Welt man lieber leben möchte. In der Welt EINS, in der Menschen Tiere essen und sich keine Gedanken darüber machen, welche Qualen sie erlebt haben und dass sie den Tod ebenso fürchten wie wir. Oder in der Welt ZWEI, in der Menschen sensibel sind für das Wohl und Wehe von Menschen und Tieren. Mein Favorit wäre die Welt ZWEI.

Dr. Petra Mayr, Redaktion TIERethik

So herrlich brutal. Könnte es vielleicht auch lauten "und doch so herrlich brutal"? Das wäre auf jeden Fall ehrlicher. Da lässt jemand zu, dass sich Kaninchen unbehindert vermehren um sie dann ihrem Schicksal im angeblichen Biotop zu überlassen. Biotop klingt ja so schön. In Wahrheit sind Biotope tierisch brutal. Denn sie bedeuten fressen um gefressen zu werden. Und genau diese tierische Rücksichtslosigkeit hat mit der christlichen Nächstenliebe ja nun rein gar nichts zu tun. Das sieht auch bei H. B. ganz nach dem bekannten Mäusehaus aus. Da wurden aus wissenschaftlichen Gründen 2 Mäuse wohlversorgt in einem Spielzeughaus gelassen. Zuletzt sind dann wegen totaler Übervölkerung (auch nachdem wieder genügend Platz war) alle gestorben. Und diese Ursache und Wirkung wird dann in diesem Fall auch noch als tätige Verantwortung bezeichnet. Im gleichen Atemzug werden die Personen als verantwortungslos verurteilt, die munter und aus Unwissenheit immer mehr Kinder in die Welt setzten, obwohl sie wissen, dass sie sie nicht versorgen, geschweige denn bilden lassen können und die dann bereits mit 5 Jahren ihr Dasein als Straßenkinder fristen müssen. Bei Tieren ist das also so herrlich anders und bei den Menschen droht der Kollaps wegen Übervölkerung und Ressourcenvernichtung. In Zweibrücken wurde „Wolfi“, ein Hund, der ein eigenes Familienkind biss, in behördlichen Gewahrsam genommen. Er ist jetzt bei einem Hundetrainer. Kosten bisher und künftig € 40.000,00 (Rheinpfalz 18.5.16). Zu welchen Gesetzen und Verirrungen doch die immerwährende protestantische Verinnerlichungsethik, die hierfür vorzugweise bei den Grünen verantwortlich sein könnte, fähig ist.