Zehn Tipps: So gelingt ein Essen für überraschenden Besuch

Wie bekoche ich Überraschungsgäste?
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Foto: Getty Images/amesy

Ein überraschender Besuch steht vor der Tür. Es bleibt kaum Zeit, ein Essen vorzubereiten. Wie das dennoch gelingt? Zehn Tipps

Zehn Tipps. Nur zehn? Jedes Kochbuch enthält doch hundert Mal so viele Rezepte! Richtig. Alles geht aufwändiger, gesünder, vitaminreicher . . .  Doch da steht der studierende Sohn vor der Tür, die Nachbarin kommt wegen des schlechten Wetter ein paar Tage früher aus dem Urlaub zurück, die Ehefrau bringt Kollegen von der Arbeit mit. Und irgendwie sehen alle so aus, als könnten sie etwas essen.

Deshalb, und nur deshalb: Zehn Tipps, die die Besucher glücklich, zumindest aber satt machen und Ihnen Zeit lässt, sich mit ihnen ausgiebig zu unterhalten.

1. Sie müssen nicht kochen.

Es geht auch eine Käseplatte, es gehen Dips (Salatgurken und Staudensellerie machen wenig Arbeit, Gemüse zu schälen und zu garen ist allerdings nicht wenig Arbeit – und Soßen bzw. Joghurt und frische Kräuter brauchen Sie auch dazu). Es gehen auch belegte Brote. Ganz klar: In diesem Text konzentrieren wir uns aber auf schnelle, heiße Gerichte, die nach einer wirklichen Mahlzeit aussehen.

2. Sie können, aber Sie müssen nicht mal eben schnell was einkaufen.

Sicher, es gibt 24-Stunden-Supermärkte, Tankstellen. Aber Tankstellen-Essen sehen immer so aus wie Tankstellen-Essen. Wenn‘s nicht anders geht: bitteschön.

Aber nie Wein von dort, es sei denn, Sie kennen ihn. Besser einen nur mäßig gekühlten, aber anständigen Wein aus dem Keller ausschenken, als einen spontanen Griff ins falsche Regal riskieren.

3. Keine Experimente!

Kochen Sie in solchen Situationen nur, was Ihnen auch sonst immer gelingt. Hier fünf Möglichkeiten

  • Bulgur/Couscous, schön versehen mit frischen Kräutern aus Nachbars Vorgarten
  • Wok-Gerichte – etwas findet sich immer im Kühlschrank. Alles schön kleinschneiden (vielleicht gemeinsam mit den Gästen?) und portionsweise garen.
  • Nudelsalate – lassen Sie sich das Rezept von Ihren Kindern geben!.
  • Eintöpfe: hinein kommt alles Essbare. Wichtig nur, die Garzeiten aufeinander abzustimmen
  • Chili con Carne. Siehe Punkt 4

4. Die Immer-da-Lebensmittel

Wappnen Sie sich frühzeitig gegen Überraschungen: Das sympathische Minimum an Lebensmitteln:

  • Bulgur/Couscous
  • Reis
  • fertiger Hefeteig für die Pizza
  • Nudeln aus Hartweizengries
  • Olivenöl extra vergine
  • Schalotten und Knoblauch
  • Thunfisch in der Dose (bitte auf die Herkunft achten!)
  • Schwarze Oliven im Glas
  • Schinkenwürfel oder geräucherte Salami
  • Geschälte Tomaten in der Dose
  • Geriebener Käse
  • Gemüsebrühe (Granulat zum Beispiel von Alnatura)
  • Getrocknetes Suppengrün
  • Italienische Gewürze, besser noch Kräuter in der Tiefkühltruhe oder im Balkonkasten
  • Für Wokfreunde Currypaste, Kokosmilch und Sesamöl von gerösteten Samen

5. Für die Geschmacksnoten bzw. zum Binden von Soßen wahlweise:

  • Basilikum tiefgekühlt
  • Tomatenmark in der Tube
  • Schmelzkäse
  • Ein Stück Parmesan oder Peccorino zum Reiben
  • Senf
  • Pesto
  • Weißwein (Gavi), Rotwein (Bardolino)

Worauf Sie getrost verzichten können: Ketchup aus der Plastikflasche, Gewürzverstärker wie Fondor oder Maggi aus der Flasche

6. Das allerallerschnellste Rezept, wenigstens dieses eine:

Nudeln mit Sahnekräutersoße:

Nudelwasser aufstellen, salzen, wenn es sprudelt. Nudeln hinein. Zwiebeln klein würfeln, im Olivenöl glasig dünsten, einen Becher Wein hinein, dann je nach Geschmack Gemüsebrühe und etwas Wasser dazugeben, Sahne und Basilikum. 

Für Fleischesser: In die Soße gewürfelte, kurz angebratene Hähnchenfilets (am besten Innenfilets) geben. Kurz köcheln lassen. Würzen. Essen.

7. Stellen Sie Kühlschrank und Gemüsefach auf den Kopf

Ob Gemüse, Käsekanten, Kapern im Glas – vieles lässt sich mit Nudeln oder Reis kombinieren.

8. Und so strecken Sie die Gerichte, wenn noch mehr Gäste kommen

Soße strecken: mehr Gemüsebrühe, mehr Wasser. Oder: mehr Sahne und mehr Wein. Erst nachwürzen, wenn die Soße etwas eingekocht ist.

Andere Möglichkeit: weiteres gewürfeltes Gemüse dem fertigen Gericht hinzufügen, nachdem Sie es separat vorgegart haben.

9. Das Auge isst mit.

Deshalb Kerzen und Servietten (am besten Stoffservietten) auf den Tisch. Und nicht ohne Tischdecke. Wenn Zeit und Raum ist: möglichst am Platz gleich auf dem Teller servieren. Klar, dass Überraschungsgäste auch gern mithelfen, den Tisch zu decken.

10. Die letzte Instanz kurz vor dem Nervenkollaps: der Lieferservice

Lieferando.de ist eine Plattform, die nach Postleitzahlen sortiert zahlreiche Liefer-Services bündelt. Wem’s schmeckt...

Information

P.S. Wer das zügige Kochen erlernen will: Üben, üben! Lesen, lesen.

Sehr lesenswert: „essen&trinken. Für jeden Tag“, Tim Mälzers Kochzeitschrift im Taschenbuchformat, monatlich für 2,90 Euro am Zeitungskiosk.

Lesenswert auch: Diana Von Finck, Dienstags

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