Netz-Kulturtipp von chrismon.de: "Kalifat" auf Netflix

Zwischen Teenieträumen und Terror
Kalifat, Filmszene

netflix

Will man an Tagen, an denen Terroranschläge in Wien und Nizza in den  Hauptnachrichten kommen, auch noch eine fiktive Serie über den "Islamischen Staat" gucken? Ja, ich habe alle Folgen von "Kalifat" am Stück geschaut. Weil ich so viel gelernt habe – ich wusste vorher nicht, dass Schweden ein wichtiges Anwerbeland für junge Kämpfer:innen ist. Und ich habe verstanden, wie in liberalen, scheinbar top integrierten Familien plötzlich eine Tochter, statt zu ihrem Fußballtraining zu gehen, heimlich einem Sozialarbeiter nachläuft, der sie für den IS anwirbt.

Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und Chefredakteurin von evangelisch.de. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen.
Foto: Lena UphoffUrsula Ott, chrismon Chefredakteurin

Die Story: Pervin, eine junge Mutter, die sich in einen IS-Kämpfer verliebt hat, bekommt in Raqqa das Grauen von Bombenanschlägen und brutalen Köpfungen mit. Sie will zurück nach Schweden und gerät an eine überehrgeizige schwedische Polizistin, die verspricht, sie zurückzuholen – aber nur wenn Pervin unter höchster Lebensgefahr ihren IS-Ehemann ausspioniert.

Sehr gut getroffen ist die Rolle dieses Gatten – kein eiskalter Kämpfer, sondern ein zitternder, überforderter Feigling. Spannend bis zum Schluss.

"Kalifat"
8 Folgen
Produktion: Schweden, 2020
Drehbuch: Wilhelm Behrman, Niklas Rockström

 

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