Licht, Kunst, Sound in Berlin - die neue Ausstellung "Dark Matter"

Emotionen pur
Dark Matters Inverse

Andreas Honert

Vogelschwarm? Ufo? Einzelne Wesen? 169 Kugelobjekte werden zu "Inverse" - fantastisch

Dark Matters Inverse

Was ist denn das jetzt? Ein Vogelschwarm? Ein Flugobjekt? Einzelwesen oder eine bedrohliche Masse? Ich sitze im zweiten Raum von "Dark Matter" auf dem Fußboden und starre fasziniert auf 169 schwarze Kugeln, die von der Decke hängen. Doch was heißt hier schon "Kugeln"? Eher eigene Wesen sind das, die da vor mir im Raum schweben, tanzen, sich zusammen- und wieder auseinanderziehen, immer im Einklang mit sphärischen Klängen, die den dunklen Raum mit der hellen Wand vorne zusätzlich ausfüllen.

Während andere Menschen schon nach wenigen Minuten weitergehen, kann ich mich nicht losreißen. Die unterschiedlichsten Gefühle erfassen mich: Glück und Angst, Freude und Trauer, Erwartung und Enttäuschung - Emotionen pur.

Die Dauerausstellung "Dark Matter" in Berlin hat erst vor wenigen Monaten eröffnet. In Lichtenberg, auf einem alten Gelände der Deutschen Bahn, haben Christopher Bauder und sein Designstudio WHITEvoid ein paar alte Werkshallen zu einem Kosmos der kinetischen Kunst umgebaut. Schon seit Jahren ist der 1973 geborene Licht- und Medienkünstler Bauder mit seiner so ganz eigenen Kunst weltweit unterwegs. 2014 haben er und sein Bruder Marc die ehemalige Mauergrenze in Berlin mit 8.000 Ballonstelen illuminiert. Jahrelang hat das Team am Konzept von "Dark Matter" in Berlin gearbeitet. Es sollen noch mehr Installationen dazukommen.

 "Circular": Tanzende und schwebende Lichtringe, die im Takt von Klang und Musik ihre Farbe und Konstellationen ändernAndreas Honert

1.000 Quadratmeter groß ist das Gelände, alles ist in Schwarz gehalten - vom Eingangstor über die Außenwandfarbe der Hallen, Kassenraum, T-Shirts der Mitarbeiterinnen. Auch in den insgesamt sieben Räumen selbst, erst mal alles schwarz - doch dann erfassen einen Farben, Formen und Klänge.

Jede Installation ist ganz anders als die vorhergehende, bis hin zur großen schwarzen Halle, in der wir auf dicken Kissen auf dem Fußboden liegen und an der Decke "Grid" wie ein riesiger fliegender Teppich am Himmel über uns schwebt und tanzt. 

Mein Tipp: Hinfahren, ansehen.

Infobox

Die Gesamttour dauert ca. 90 Minuten; auch Kinder können gut mitkommen und haben auf der Klangleiter ihren Spaß. Die Tickets müssen Corona-bedingt online vorher gekauft werden, der Eintritt kostet pro Person 16 Euro.

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