Filmtipps der Woche: Neo-Western und Musical

Raubzug durchs gebeutelte La La Land

La La Land

Emma Stone und Ryan Gosling haben ihre Chemie als Leinwandpaar bereits in der Liebeskomödie „Crazy, Stupid, Love“ bewiesen. Nun dürfen sie jetzt auch noch tanzen. In Damien Chazelles moderner Musical-Wiederbelebung spielt Stone die junge Schauspielerin Mia und Gosling den aufstrebenden Musiker Sebastian. Beide wollen in Los Angeles den Durchbruch schaffen, aber merken auch, dass ihre Träume persönliche Opfer fordern, sei es in Bezug auf die Liebe oder auf die künstlerische Integrität. Regisseur Chazelle inszeniert die Tanz- und Gesangsnummern mit viel Einfallsreichtum und Witz und: der perfekten Portion an Melancholie.

© Studiocanal

Regie und Buch: Damien Chazelle. Mit: Ryan Gosling, Emma Stone, John Legend, Rosemarie DeWitt, J. K. Simmons, Finn Wittrock, Callie Hernandez.  Länge: 128 Min. FSK: ohne Altersbeschränkung. (epd)

www.studiocanal.de/kino/la_la_land

Eine ausführliche Filmkritik zu "La La Land" lesen Sie bei epd-film.

Hell or High Water 

Der Western, das amerikanischste aller Genres, beweist mal wieder seine Anpassungsfähigkeit. Im wirtschaftskrisengebeutelten Texas überfallen die Brüder Tanner (Ben Foster) und Toby (Chris Pine) Filialen derjenigen Bank, die Besitzer ihrer Farm wird, sollten sie nicht binnen weniger Tage einen ausstehenden Kredit tilgen. Ein alternder Texas Ranger (Jeff Bridges) heftet sich an ihre Fersen. So gewinnt die recht lakonische Handlung mehr und mehr an Dramatik und zeichnet nebenher im Stile eines „No Country for Old Men“ auch ein Porträt vom abgehängten Süden Amerikas.

© Paramount Pictures

Regie: David Mackenzie. Buch: Taylor Sheridan. Mit: Jeff Bridges, Kristen Berg, William Sterchi, Chris Pine, Ben Foster. Länge: 102 Min. FSK: ab 12 Jahre. (epd)

www.hellorhighwater.movie

Eine ausführliche Filmkritik zu "Hell or High Water" lesen Sie bei epd-film.

Die Blumen von gestern 

Holocaust und Witz passen nicht zusammen? Regisseur Chris Kraus widerlegt diese Behauptung in seiner Komödie über Holocaust-Forscher Totila Blumen (Lars Eidinger). Der versteht überhaupt keinen Spaß, besonders wenn es um seinen Beruf geht und ist mit dem lockeren Auftreten seiner neuen französischen Praktikantin Zazie (Adele Haenel) sichtlich überfordert. Doch auch aufgrund ihrer gemeinsamen Familiengeschichte müssen sie sich konfrontieren. Der Ansatz, sich der deutschen Schuld ausgerechnet über die Screwball-Komödie zu nähern, geht bravourös auf, gerade in Abgrenzung zum sonst eher bemühten Bewältigungswahn.

© Piffl Medien

Regie und Buch: Chris Kraus. Mit: Lars Eidinger, Jan Josef Liefers, Hannah Herzsprung, Adèle Haenel, Sigrid Marquardt, Djenabuh Jalloh, Rolf Hoppe. L: 125 Min. FSK: ab 12 Jahre. (epd)

www.die-blumen-von-gestern.de

Eine ausführliche Filmkritik zu "Die Blumen von gestern" lesen Sie bei epd-film.

Die Hollars - Eine Wahnsinnsfamilie 

Als bei Johns Mutter ein Hirntumor diagnostiziert wird, kehrt er nach langer Abwesenheit an seinen Heimatort zurück. Am Krankenbett versammeln sich gescheiterte Existenzen. John selbst hat es als Künstler in New York zu nichts gebracht, der Klempnerbetrieb des Vaters steht kurz vor der Insolvenz, und Bruder Ron hat seine Ehe in den Sand gesetzt, kann sich aber von seiner Ex nicht lösen. Das Konfliktpotential entlädt sich allerdings nicht in Humor, der sich aus den Befindlichkeiten seiner Figuren entwickelt, sondern in schrägem Witz, der die entwickelten Charakterzüge leider links liegen lässt.

© Sony Pictures

Regie: John Krasinski. Buch: Jim Strouse. Mit: Sharlto Copley, Charlie Day, Josh Grobnan, Margo Martindale, Richard Jenkins, Anna Kendrick, John Krasinski, M. E. Winstead. Länge: 88 Min. FSK: ohne Altersbeschränkung. (epd)

www.sonyclassics.com/thehollars

Eine ausführliche Filmkritik zu "Die Hollars - Eine Wahnsinnsfamilie" lesen Sie bei epd-film.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.