Ein pflanzliches Mittel gegen Malaria. Und es wird dort produziert, wo es gebraucht wird

300 bis 500 Millionen Menschen erkranken jährlich weltweit an Malaria, 90 Prozent davon sind Afrikaner. Besonders häufig sind Kinder und Schwangere betroffen. Ihr Immunsystem ist oft zu schwach, um den Er­reger abzuwehren. Gegen die Krankheit hilft ein Wirkstoff, der aus dem Einjährigen Beifuß, in der Fachsprache Artemisia annua, gewonnen wird. Die daraus gewonnenen ­Medikamente sind effektiv und haben kaum Nebenwirkungen. In China wird die Pflanze schon lange eingesetzt, anders als im besonders betroffenen Afrika: Dort war sie bis vor kurzem kaum bekannt. An dieser Stelle setzt das deutsche Medikamentenhilfswerk Action Medeor an: Seit 2006 unterstützt es Kleinbauern in Uganda, Kenia und Tansania dabei, Artemisia annua anzubauen. Bis heute ist es noch nicht möglich, den gesamten Herstellungsprozess des Medikaments in Afrika zu organisieren. Genau das ist jedoch das Ziel der pharmazeutischen Fachberatung von ­Action Medeor. Eine Produktion im Land selbst wird das Medikament günstiger und leichter zugänglich machen und auch Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Gerade laufen erste Testreihen für den Bau der dafür nötigen Produktionsstätten.

Fragen an Christoph Bonsmann, Bereichsleiter Pharmazie bei Medeor

chrismon: Warum wird Artemisia erst jetzt in Afrika angebaut?
Christoph Bonsmann:
Bis vor einigen Jahren wurden die meisten Kranken mit dem Wirkstoff Chloroquin behandelt, der viel ­billiger ist. Als immer mehr Erreger resistent ­dagegen wurden, empfahl die Weltgesundheitsorganisation artemisininbasierte Medikamente. Seit etwa fünf Jahren gibt es eine starke Nachfrage.

Woran scheitert eine breite Einführung?
Die staatlichen Institutionen empfehlen die Medikamente zwar, doch das bleibt leider oft Theorie. Die Bauern werden alleingelassen, es fehlt an einer Strategie und an den nötigen finanziellen Mitteln.

Was machen Sie mit 100 Euro?
Damit können wir moderne Kombinationsmedikamente herstellen, die für die Behandlung von mindestens 100 Kindern reichen.

Spendenkontakt: 

Action Medeor e.V.   Volksbank Krefeld, Konto: 555 555 555, BLZ: 320 603 62;
Stichwort: chrismon. Für die Spendenquittung unbedingt die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben.
Etat 2008 für die pharmazeutische Fachberatung 555 000 Euro,
davon für das Projekt "Artemisia ­annua" 100 000 Euro.
Action Medeor e.V., St. Töniser Straße 21, 47918 Tönisvorst, ­
Telefon 02156/9788-0, www.medeor.de

 

 

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