Organtransplantation: Material und Zusatzinfos

Mehr zum Thema Organtransplantation
Das Thema Organtransplantation ist in der Diskussion. Hier finden Sie Material und Zusatzinfos


Geistliches Wort zur Organspende“ von Nikolaus Schneider:
„Nach christlichem Verständnis sind das Leben und damit der Körper des Menschen ein Geschenk Gottes. Diesen kann und darf er aus Liebe zum Nächsten und aus Solidarität mit Kranken einsetzen. Eine Entnahme von Organen verletzt nicht die Würde des Menschen und stört nicht die Ruhe der Toten. Unsere Hoffnung auf die Auferstehung bleibt davon unberührt.“

Positionspapier 2013“ EFiD, evangelische Frauen in Deutschland e.V.

„Organtransplantationen"
Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD, 1990“

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Lesermeinungen

Sehr geehrte Damen und Herren,
Meine Bedenken gegenüber aktueller Entwicklung der Rechtslage für Organtransplantation sind vielfältig.
• Zunächst das Problem der konkurrierenden Positionierung zweier Patienten, die dem Tode nahe stehen (Ausgenommen davon sind freiwillige Lebendspenden, nach der der Spender weiterlebt. Zum Beispiel Nierenspende an einen Verwandten).
Beide geschwächten Patiententypen machen die Medizin wirtschaftlich stark. Trotzdem immer wieder vermeintliche Autoritäten versuchen den künstlich definierten Hirntod als gesichert und eindeutig hin zu stellen, kann ich diesen Darstellungen nach eingehender Einholung von Hintergrundinformationen keineswegs folgen. Der Hirntod, der auf dem Organspendeausweis noch nicht mal so ausgeschrieben, aber gemeint ist. Offensichtlich soll dieser Kunstbegriff nicht hinterfragt werden sondern hingenommen werden wie der Tod. Nicht einen einzigen Fall von Reue von Verwandten über Organspende ihres sterbenden Familienangehörigen dürfte es geben. Leider ist es aber so nicht, sondern es gibt eine hohe Anzahl von Fällen mit Video-berichten, die die bewusste Täuschung von Angehörigen über die Prozeduren der Multiorganentnahme beim künstlich definierten Hirntoten dokumentieren. Sogar verweigerten explantierende Chirurgen nächsten Verwandten Chirurgen-Berufskollegen das dabei sein bei diesem Akt. Von den fragwürdigen Testmethoden (die zu schlechteren Gesundheitszuständen und zum Tode führen können), Irrtümern und Fehldiagnosen mal ganz zu schweigen.
Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit in jeglicher Form konnte die Ärzteschaft mit ihren Bemühungen nicht gewinnen.
• Suggestionen moralisch auf der Bedarfsseite:
Ständig wird betont, es gibt zu wenig Organe und zu wenig Spender. Als wäre es das Normalste von der Welt, wenn man sterbenskrank ist, ein Ersatzteillager vor zu finden, und ungeachtet der eigenen Situation gerechterweise weiterleben zu können. Hier versagen nicht Organe sondern die öffentlichen Medien die eine vermeintliche Normalität des Organanspruches ausmalen und den Wunschvorstellungen der Architekten der beginnenden Transplantationsindustrie folgen. Sie heizen damit viel Wunschdenken auf der Bedarfseite an. Das ist nicht ihre Aufgabe bei so einem schwierigen Thema.
• Suggestionen moralisch auf der Spenderseite:
Der moralische Druck zur Organspende wird zunehmend erhöht und ebenfalls als moralischer Standard hingestellt. So kann man dem, der dazu eine ablehnende Haltung hat gut Vorhaltungen machen und ihn schlecht dastehen lassen. Die Freiheit und Freiwilligkeit ist dadurch außer Kraft gesetzt zu aller meist zu Gunsten der sich entwickelnden Transplantationsindustrie.
• daher darf es moralisch ethisch sauber keine Drucksituation gegenüber dem nichtbeteiligten Bürger geben.

• Die Entwicklung hin zu Transplantationsmedizin als einem neuen Industriezweig kann ich nicht als moralisch haltbar erkennen und lehne diese entschieden ab. Und das nicht zuletzt wegen der ständig verzerrten Darstellungen unter der Verachtung des komatös sterbenden Organspenders.

• die Organspende kann ausschließlich nur eine lebensrettende Ausnahmesituation sein, die von normalen moralischen Maßstäben ausnahmsweise abweichen könnte. Darauf sollte man sich beschränken.
• zur Zeit aber wird ein Trend entwickelt, der suggeriert, als kriegen wir Menschen die Lebensverlängerung schon irgendwie selbstverständlich hin. Man will wieder mal Gott spielen.

Sehr geehrte Damen / Herren,
ihren Beitrag über Organtransplantationen habe ich mit großem Interesse gelesen.
Ich warte über 6,5 Jahre auf den erlösenden Anruf: Wir haben eine Niere für Sie.
Sie glauben gar nicht, wie schwer es für einen 53.jährigen ehemaligen Soldaten war, die ernüchternde Nachricht zu erfahren: Herr Ehnert, Sie haben familiäre Zystennieren.
Was heißt das fragte ich: Irgendwann in der nächsten Zeit: DIALYSE.
Das ganze geht jetzt schon über 6,5 Jahre, in der Zeit habe ich 13 SHUNT Operationen hinter mir, und die 14. folgt im Januar 2015.
Die Wartezeit wird immer länger und man selbst wird nicht gesünder.Mittlerweile bin ich 63.Jahre alt und noch "relativ" gesund.
Meine Frage an Sie, weshalb kann man in Deutschland nicht die Wiederspruchslösung wie z.B in Österreich einführen?
Wenn jemand die Organspende ablehnt, weiß man, die Person hat sich mit der Thematik beschäftigt. Hier in Deutschland sterben so viele Menschen die auf ein Spenderorgan warten, nur deshalb, weil nicht rechtzeitig ein Organ zur Verfügung steht.
Mit freundlichen Grüßen:

Hans-Jürgen Ehnert