Papst setzt Arbeitsgruppe zu Missbrauchsrichtlinien ein

epd-bild/Cristian Gennari/Agenzia Romano Siciliani

Papst Franziskus

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Papst Franziskus hat eine Expertengruppe gegründet, die Orden und Bischofskonferenzen weltweit bei der Überarbeitung von Missbrauchsrichtlinien unterstützen soll.

Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, wird der deutsche Jesuit Hans Zollner gemeinsam mit einem Vertreter des vatikanischen Staatssekretariats sowie den Erzbischöfen von Mumbai, Chicago und Malta die Aufsicht über das Gremium führen.

Zollner leitet das Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom. Die vor einem Jahr bei dem Bischofstreffen im Vatikan zu Missbrauch angekündigte Task Force besteht den Angaben zufolge aus Kirchenrechtlern.

Eigener Spendenfond

Die Orden und Bischofskonferenzen könnten bei der Ausarbeitung ihrer Missbrauchsrichtlinien die Hilfe der Arbeitsgruppe anfordern, seien aber weiterhin selbst für deren Inhalt zuständig, betonte der Vatikan. Zur Unterstützung der Aktivitäten der Arbeitsgruppe sei ein eigener Spendenfonds eingerichtet worden.

In der Folge des Missbrauchsgipfels von vor einem Jahr hatte der Papst bereits eine Meldepflicht für Priester und Ordensleute eingeführt. Diese müssen dem Erlass "Vos estis lux mundi" (Ihr seid das Licht der Welt) vom vergangenen Mai zufolge kirchlichen Behörden "unverzüglich alle ihnen bekannt gewordenen Berichte über Missbrauch melden". Bei den eigens in jeder Diözese einzurichtenden Meldestellen müssen ausdrücklich auch Versuche, Missbrauch zu vertuschen, angezeigt werden.

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