Gewalt im Kongo: Erfolge im Kampf gegen Ebola gefährdet

Die eskalierende Gewalt im Nordosten des Kongos untergräbt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Erfolge bei der Bekämpfung der tödlichen Ebola-Epidemie.

Die jüngste Entwicklung in dem Ebola-Gebiet sei sehr gefährlich und alarmierend, betonte der Direktor für Krisenreaktion der WHO, Mike Ryan, am Freitag in Genf. In den vergangenen zwei Wochen seien 40 Zivilsten getötet worden, die Zahl der Überfälle sei stark gestiegen.

Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn des Ausbruchs Mitte 2018 bislang knapp 3.300 Ebola-Fälle registriert worden, fast 2.200 Menschen starben bisher. Laut Ärzte ohne Grenzen geht die Zahl der Neuinfektionen zurück, der Ausbruch ist aber noch nicht unter Kontrolle.

Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo bekämpfen sich Dutzende Milizen, Rebellengruppen, Banden und die Armee. Bei Attacken auf Gesundheitseinrichtungen gab es Tote und Verletzte.

70 Neuinfektionen im Oktober

Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen wurden im Oktober 70 Neuinfektionen registriert, nach 157 im September. Dennoch seien im Oktober in neun Gesundheitszonen neue Fälle gemeldet worden. Die Anstrengungen bei der Identifizierung von Patienten und der Nachverfolgung ihrer Kontakte müsse verstärkt werden, forderte die Hilfsorganisation. Es müsse auch mehr getan werden, um die anderen Gesundheitsprobleme in der Region, wie die grassierende Masern-Epidemie, zu bekämpfen.

Der Ausbruch im Kongo ist der zweitschlimmste in der Geschichte. Bei der bisher schwersten Ebola-Epidemie starben zwischen 2014 und 2016 rund 11.300 Menschen in Westafrika.

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