Frankfurter Dom wird Tagungsort für Synodalen Weg

epd-bild/Heike Lyding

Blick auf den Altar im Frankfurter Kaiserdom

Blick auf den Altar im Frankfurter Kaiserdom

Der Frankfurter Dom soll zentraler Schauplatz des Reformprozesses in der katholischen Kirche in Deutschland werden. Er sei ein idealer Platz für den Weg der Erneuerung der Kirche, hieß es.

Die Plenarversammlungen des Synodalen Weges sollen 2020 und 2021 im Frankfurter Bartholomäus-Dom stattfinden, teilten die katholische Deutsche Bischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und das Bistum Limburg am Freitag in Bonn mit.

"Der Frankfurter Dom liegt im Herzen unseres Landes und der Stadt Frankfurt. Im pulsierenden Leben der modernen Gesellschaft sucht die Kirche ihren Ort, und zwar im Miteinander aller Getauften", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Der Frankfurter Dom sei ein idealer Ort, um den Synodalen Weg einer Erneuerung der Kirche in Deutschland zu gehen. Man verstehe den Reformprozess als "geistliches Geschehen", das bewusst in einer Kirche und nicht einem Konferenzzentrum stattfinde, sagte Marx.

Der sogenannte Synodale Weg wurde auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz im März beschlossen. Er sieht eine strukturierte Debatte in einem verabredeten Zeitraum vor mit dem Ziel, sich über die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche, den klerikalen Machtmissbrauch, die priesterliche Lebensform und die katholischen Sexualmoral zu verständigen. Außerdem ist das Thema "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" Teil der Debatte.

Beginn des Prozesses am 1. Dezember

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Laienorganisation der katholischen Kirche ist maßgeblich beteiligt. Nach jetzigem Stand soll der Synodale Weg am 1. Dezember, dem 1. Advent, beginnen. Die erste Plenarversammlung im Frankfurter Dom ist für den 30. Januar bis 2. Februar 2020 geplant.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg freute sich, dass die Wahl auf den Frankfurter Dom gefallen ist - unmittelbar vor dem 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt. "Vor dem Altar dieser Kirche versammeln wir uns, um in ernsthafter Debatte auszumachen, was an Reformen nötig ist, um glaubwürdig von dem Zeugnis geben zu können, der unser Leben trägt", sagte er.

"Stehen auf gutem historischem Grund"

"Bereits 794 war der Vorgängerbau des Frankfurter Doms Ort einer Synode. So stehen wir auf gutem historischen Grund", erklärte der Limburger Bischof, Georg Bätzing. Er wird zusammen mit der Frankfurter Stadtkirche Gastgeber für die Plenarversammlung sein.

Seit 1356 war der Bartholomäus-Dom Wahlort der Deutschen Könige und ab 1562 Krönungsort der römischen Kaiser. Bereits im Juni 794 tagte im heutigen Vorgängerbau die Synode von Frankfurt, die von Karl dem Großen einberufen worden war und Bischöfe und Priester aus dem Frankenreich in Franconofurd (dem späteren Frankfurt am Main) zusammenführte. Damals ging es bei der Synode um verschiedene theologische und politische Fragen.

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