Wegen Abtreibung verurteilte Salvadorianerin freigesprochen

El Salvador hat eines der schärfsten Abtreibungsgesetze: Eine 21-Jährige war nach einer Fehlgeburt zu einer Gefängnisstrafe von 30 Jahren verurteilt worden. Nun wurde sie vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Amnesty International begrüßte das Urteil.
Deutschland spricht 2019

In El Salvador ist eine wegen einer Abtreibung verurteilte Frau vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Ein Gericht in der Stadt Ciudad Delgado entschied am Montag (Ortszeit), dass gegen Evelyn Hernández nicht genügend Beweise vorlägen. "Ich bin mir nicht sicher, deshalb kann ich Evelyn nicht verurteilen", erklärte der Richter. Das mittelamerikanische Land hat eines der schärfsten Abtreibungsgesetze weltweit.

Hernández war 2017 zu einer Gefängnisstrafe von 30 Jahren verurteilt worden, das Urteil wurde aber im Februar 2019 aufgehoben. Bis dahin hatte sie 33 Monate in Haft gesessen und wurde dann freigelassen. Nach Angaben der 21-Jährigen hatte sie eine Fehlgeburt. Sie hatte das Kind im April 2016 auf einer Toilette zur Welt gebracht. Es sei bereits bei der Geburt tot gewesen.

Amnesty International begrüßte das Urteil und forderte ein Ende der Kriminalisierung von Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen. Keiner Frau dürfe wegen einer Fehlgeburt ein Mord vorgeworfen werden, erklärte Erika Guevara Rosas, die Amerika-Sprecherin der Menschenrechtsorganisation. Nach Angaben der Organisation "Women's Equality Center" wurden in El Salvador 149 Frauen wegen Abtreibungen verurteilt. 17 von ihnen sitzen im Gefängnis.

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