Zehntausende Schüler demonstrieren in Deutschland für Klimaschutz

epd-bild/Patrick Piel

Tausende Schüler demonstrierten am 1. März mit Greta Thunberg in Hamburg für mehr Klimaschutz.

Tausende Schüler demonstrierten am 1. März mit Greta Thunberg in Hamburg für mehr Klimaschutz.

Auf allen Kontinenten demonstrierten Schüler und Studenten am Freitag während der Unterrichtszeit für mehr Klimaschutz. Allein in Deutschland beteiligten sich Zehntausende.

Zehntausende deutsche Schüler und Studenten haben sich am Freitag an den weltweiten Demonstrationen für mehr Klimaschutz beteiligt. In mehr als 220 Städten in Deutschland fanden nach Angaben der Veranstalter Kundgebungen statt. Mit den weltweiten Protesten erreichte die Bewegung "Fridays for Future" ihren vorläufigen Höhepunkt. Laut der Webseite "fridaysforfuture.org" nahmen Schüler, Studenten und auch Erwachsene aus 123 Ländern auf allen Kontinenten teil.

Allein in Berlin gingen nach Polizeiangaben zwischen 15.000 und 20.000 Menschen auf die Straße. Der Zulauf sei damit deutlich stärker als erwartet gewesen, sagte eine Sprecherin. Auf Transparenten forderten die Schüler von Politikern und Wirtschaft ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik und skandierten "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!". Die jungen Menschen wurden am Freitag auch von Lehrern, Eltern, Wissenschaftlern und Nichtregierungsorganisationen unterstützt.

In Köln meldeten die Veranstalter rund 10.000 Demonstranten. Zu den zunächst einigen tausend Teilnehmern zu Beginn seien im Zuge der Demonstration noch viele Menschen dazugestoßen, sagte ein Sprecher der Polizei Köln. Auch in vielen weiteren nordrhein-westfälischen Städten demonstrierten Tausende Schüler für eine bessere Klimapolitik. In Leverkusen erklärte der 15-jährige Falko Schröder als Mitorganisator der Demonstration: "Wir wollen nicht, dass der halbe Erdball Wüste wird."

"Ich liebe diese Erde - Du auch?"

Auch in Bayern schlossen sich mehr als 15.000 Jugendliche dem weltweiten Aktionstag an. In München zogen nach Polizeiangaben rund 10.000 junge Menschen durch die Stadt, in Nürnberg geschätzt 2.300. In Baden-Württemberg gab es in mehr als 25 Städten Demonstrationen, so engagierten sich etwa in Freiburg laut Polizei 4.500 Menschen für die Erhaltung der Umwelt.

In Frankfurt am Main beteiligten sich etwa 6.000 junge Menschen an den Protesten. Mehr als 2.000 Schüler demonstrierten in Kassel.

Rund 30.000 Schülerinnen und Schüler protestierten in Niedersachsen und Bremen. In Hannover zogen nach Polizeiangaben rund 5.000 junge Menschen bei Nieselregen durch die Innenstadt mit Plakaten wie "Ich liebe diese Erde - Du auch?" In Bremen liefen ebenfalls 5.000 Jugendliche vom Hauptbahnhof bis zum Marktplatz, zeitweise brach dort der Straßenverkehr zusammen.

Wissenschaftler unterstützen die Proteste

Seit mehreren Wochen gehen junge Menschen weltweit freitags auf die Straße, anstatt die Schule oder die Universität zu besuchen. Sie fordern von ihrer jeweiligen Regierung eine bessere Klimapolitik und "einen echten Klimaschutz", wie die Bewegung auf ihrer deutschen Webseite erklärt. Vorbild für die Streikenden ist die Schwedin Greta Thunberg, die mit einem mehrwöchigem Schulstreik internationale Aufmerksamkeit erlangte.

Der weltweite Streiktag begann am Freitag auf dem australischen Kontinent. Dort gingen nach Angaben der Organisatoren und Medien schätzungsweise 150.000 Schüler sowie auch Erwachsene in etwa 60 Städten und Orten auf die Straßen. Allein in Sydney versammelten sich demnach zwischen 20.000 und 30.000 Teilnehmer.

Auch in Hongkong wurde demonstriert, ebenso wie in der japanischen Hauptstadt Tokio, Südkoreas Hauptstadt Seoul und der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Auch in Indien protestierten laut Medienberichten Tausende.

Unterstützung bekommen die Schüler von verschiedenen Seiten, etwa von Wissenschaftlern, Eltern, Nichtregierungsorganisationen und der Kirche. Unter anderen begrüßte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Proteste. Hinter die Streikenden haben sich auch rund 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gestellt. Die Anliegen der jungen Menschen seien berechtigt und gut begründet, heißt es im Aufruf der Gruppierung "Scientists4Future".

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