Inhaftierter venezolanischer Radioreporter freigelassen

Nach internationalen Protesten ist der vom venezolanischen Geheimdienst festgenommene Reporter Luis Carlos Díaz freigelassen worden.

Díaz wurde in der Nacht zu Mittwoch (Ortszeit) vor der Zentrale des Geheimdienstes Sebin in Venezuelas Hauptstadt Caracas von wartenden Journalisten und Aktivisten mit Jubel und Applaus begrüßt, wie die Tageszeitung "El Nacional" berichtete. Der Radioreporter war nach Angaben der Journalistengewerkschaft SNPT am Montagabend auf seinem Weg nach Hause festgenommen worden. Kurz danach seien Agenten in das Haus von Díaz eingedrungen und hätten Computer und Mobiltelefone konfisziert.

Díaz sagte, ihm sei kein Grund für seine Inhaftierung genannt worden. Außerdem sei ihm verboten worden, Kommentare über seinen Fall abzugeben. Dem Reporter wurde außerdem untersagt, das Land zu verlassen. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hatte sich tief beunruhigt über die Festnahme gezeigt. Auch Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó hatte auf Twitter die sofortige Freilassung des Journalisten gefordert.

Zunehmende Zensur

Díaz, der die venezolanische und die spanische Staatsbürgerschaft haben soll, arbeitete für den Radiosender Unión Radio News und produzierte zusammen mit seiner Ehefrau auch Video-Programme, die über die sozialen Medien veröffentlicht wurden. In einem Video-Clip erklärte er, dass der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, durch Korruption mitverantwortlich für den massiven Stromausfall sei, der Venezuela seit knapp einer Woche lahmlegt.

Díaz' Ehefrau Naky Soto gab an, dass ihr Mann von den Geheimdienstmitarbeitern geschlagen worden sei. Sie hätten gesagt, sie würden eine Leiche in sein Haus bringen, um ihn des Mordes anzuklagen, sagte Soto der Tageszeitung "El Nacional" zufolge.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte bereits mehrfach zunehmende Zensur durch Venezuelas sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro kritisiert. Immer wieder würden Journalisten an der Berichterstattung gehindert, TV- und Radio-Sendern die Sendelizenz entzogen und der Zugang zu lokalen Netzwerken blockiert, kritisierte die Organisation. Vor kurzem wurde ein amerikanisches TV-Team nach einem Interview mit Maduro kurzzeitig festgenommen und dann des Landes verwiesen.

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