Bundesregierung will mit "Botschafter" Guaidós sprechen

Die Bundesregierung hat Gespräche mit dem Vertreter des selbst ernannten venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó angekündigt.

Man wolle mit Otto Gebauer ins Gespräch kommen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. In der vergangenen Woche hatte das Ministerium bestätigt, dass ein entsprechender Antrag auf Anerkennung Gebauers als Vertreter Guaidós in Deutschland eingegangen war. Den venezolanischen Botschafter - den Vertreter des Regimes von Präsident Nicolás Maduro - sieht man in Berlin demnach offenbar nicht mehr als Gegenüber.

Heftiger politischer Machtkampf

Er sei nicht derjenige, "mit dem wir politische Gespräche führen", sagte der Außenamtssprecher. Er ergänzte, dass der venezolanische Botschafter allerdings noch nicht abberufen sei. Die Bundesregierung hatte den venezolanischen Parlamentspräsidenten Guaidó als legitimen Staatschef anerkannt und unterstützt wie mehr als 50 andere Länder auch dessen Streben nach Neuwahlen. In Venezuela tobt ein heftiger politischer Machtkampf.

Wegen der Unterstützung für Guaidó hatte Venezuela in der vergangenen Woche den deutschen Botschafter Daniel Kriener des Landes verwiesen. Nach Angaben des Außenamtssprechers war Kriener am Montag auf der Rückreise nach Deutschland. Er sollte ursprünglich binnen 48 Stunden das Land verlassen. Wegen der Stromausfälle, unter denen das Land derzeit zu leiden hat, habe sich die Ausreise verschoben, sagte der Sprecher.

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