Mehrere Tausend Schüler demonstrieren in Hamburg für mehr Klimaschutz

Greta Thunberg

Daniel Reinhardt/dpa Picture-Alliance

Klimaaktivistin Greta Thunberg spricht bei einer Kundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt. Die junge Schwedin ist erstmals für einen Schulstreik für mehr Klimaschutz nach Deutschland gekommen.

Angeführt von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg haben am Freitag mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler in Hamburg beim Schulstreik "Fridays for Future" für mehr Klimaschutz demonstriert.

Hamburg (epd). Statt zur Schule zu gehen haben am Freitag Tausende Schüler aus Norddeutschland in Hamburg für mehr Klimaschutz demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 10.000 Teilnehmern, die Polizei von knapp 4.000. Die 16-jährige Greta Thunberg marschierte an der Spitze des Zugs rund um die Binnenalster. "Es kann dauern, aber wir haben Geduld", sagte sie bei der Schlusskundgebung auf dem Rathausmarkt.

Tadel für Schule schwänzen

Thunberg war im August 2018 zum ersten Mal der Schule ferngeblieben, um vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm für den Klimaschutz zu demonstrieren. Seitdem hat ihr Protest europaweit Nachahmer gefunden. "Wir sind hier - wir sind laut - weil ihr unsere Zukunft klaut", skandierten die Schüler in Hamburg. Thunberg will ihren Protest fortführen, bis Schweden seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erfüllt.

Die Hamburger Schulbehörde hatte tags zuvor noch davor gewarnt, die Schule zu schwänzen. Dies werde als unentschuldigter Fehltag gewertet, ließ Schulsenator Ties Rabe (SPD) seine Pressestelle verkünden. Am Freitag äußerte sich der Schulsenator per Twitter etwas versöhnlicher: "Ich freue mich, wenn sich junge Menschen für eine bessere Welt engagieren", schrieb er. Doch auf Dauer wirke es "wenig überzeugend", ausgerechnet in der Schulzeit zu demonstrieren: "Niemand verbessert die Welt, indem er die Schule schwänzt."

"Ihr klaut uns unsere Zukunft"

Die protestierenden Schüler sahen dies anders. "Streik in der Schule - Streik in der Fabrik: Das ist unsere Antwort auf eure Politik", hieß es auf einem Plakat. Und Greta Thunberg sagte auf dem Rathausmarkt: "Wir machen unsere Hausaufgaben, die Politik nicht. Die ältere Generation klaut uns gerade unsere Zukunft." Nach ihrem Statement wurde sie mit "Greta, Greta"-Sprechchören gefeiert.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) verteidigte die Schülerstreiks. Im SWR sagte sie, wegen der Schulpflicht könne man das zwar "nicht dauerhaft machen", aber erst einmal sei das Engagement beeindruckend. "Wir sollten froh sein", dass sich junge Menschen für ihre Zukunft einsetzten, sagte die Ministerin. Proteste am Freitagnachmittag hätten wohl weit weniger Aufmerksamkeit bekommen.

 

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