Präses Kurschus: Vertrauensverlust in Politik gefährdet Demokratie

epd-bild/Stefan Arend

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus

Die westfälische Präses Annette Kurschus warnt vor Politik als Selbstzweck. "Viele Menschen fühlen sich von den gewählten Volksvertretern nicht mehr vertreten und haben den Eindruck, dass die Politiker ihr eigenes Süppchen kochen und in erster Linie für sich selbst sorgen", sagte die Theologin dem epd.

"Dieser Vertrauensverlust bewirkt eine Krise der Demokratie." Bei der AfD sei es sehr offensichtlich: "Sie wollen in den Parlamenten vertreten sein und Macht ausüben." Die rechtspopulistische Partei gewinne unter anderem dadurch Anhänger, dass sie behaupte, das "deutsche Vaterland" sei in Gefahr, weil zugewanderten Armen besser und schneller geholfen werde als "unseren" Armen, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Offene, demokratische Gesellschaft

Das nehme vorhandene Ängste in einem Teil der Bevölkerung auf. "Wir müssen deshalb aufpassen, dass nicht eine negative Konkurrenz zwischen verschiedenen Gruppen von Benachteiligten entsteht", warnte Kurschus, die auch stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Als Aufgabe der Kirche sieht es Kurschus an, für eine offene, demokratische Gesellschaft zu werben. "Der christliche Glaube kann eine Art Grundnahrung und Grundvertrauen für das Funktionieren der Gesellschaft geben", sagte die 55-jährige Theologin.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.