Mindestens zehn Tote bei Unruhen in Nicaragua

Die EU äußert sich besorgt über die eskalierende Gewalt in Nicaragua.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen in Nicaragua sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Stadt Masaya sei abgeriegelt und von Sicherheitskräften umstellt worden, berichtete die Menschenrechtskommission ANPDH laut einem Bericht der Tageszeitung "La Prensa" am Sonntag (Ortszeit). Verletzte könnten nicht versorgt werden. Unter den Opfern sollen auch vier Polizisten sein.

Menschenrechtsorganisation fordert "humanitären Korridor"

Die EU äußerte sich besorgt über die eskalierende Gewalt in dem mittelamerikanischen Land. "Wir wiederholen unsere Aufforderung für eine friedliche und demokratische Lösung für die Situation in dem Land im Rahmen eines nationalen Dialogs", hieß es in einer Mitteilung. Auch Kolumbien, Ecuador und Chile kritisierten die nicaraguanische Regierung für ihr Vorgehen gegen Zivilisten und forderten ein Ende der Gewalt.

Der Leiter der Menschenrechtsorganisation ANPDH, Álvaro Leiva, sagte, Polizei und paramilitärische Banden hätten das Hospital in Masaya umstellt. Er forderte einen "humanitären Korridor", um die Verletzten aus der Stadt bringen zu können. Nach Regierungsangaben sollen mit der Polizeioperation die von Regierungsgegnern errichteten Barrikaden und Straßensperren geräumt werden, um die öffentliche Sicherheit wieder herzustellen.

Die Massenunruhen hatten sich vor drei Monaten an geplanten Steuererhöhungen und Rentenkürzungen entzündet. Obwohl Präsident Daniel Ortega angesichts des Drucks der Demonstranten seine Pläne zurückzog, weiteten sich die Proteste auf das ganze Land aus. Die Demonstranten verlangen den Rücktritt des autoritär regierenden Staatschefs und vorgezogene Neuwahlen, was Ortega jedoch ablehnt.

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