Kompromissvorschlag für Verbleib des Kasseler Obelisken

epd-bild/Andreas Fischer

Obelisk von dem aus Nigeria stammenden US-Künstler Olu Oguibe (52) auf dem Königsplatz in Kassel

Obelisk von dem aus Nigeria stammenden US-Künstler Olu Oguibe (52) auf dem Königsplatz in Kassel

In die festgefahrenen Verhandlungen über den Verbleib des documenta-Kunstwerkes "Obelisk. Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument" von Olu Oguibe in Kassel ist neue Bewegung gekommen.
Deutschland spricht 2019

Wie das documenta-Forum am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, gibt es nun einen gemeinschaftlichen Kompromissvorschlag des Künstlers und des Forums. Dieser sehe vor, dass der Obelisk seinen endgültigen Platz vor dem noch zu errichtenden documenta-Institut am Holländischen Platz nahe der Universität finden solle. Bis zu dessen Fertigstellung solle er aber auf dem Königsplatz bleiben.

Spende von 10.000 Euro

Der Künstler hatte zwar eine Spendensumme von rund 130.000 Euro akzeptiert, die für den Verbleib des Kunstwerkes gesammelt worden waren. Zugleich beharrte er aber auf dem Verbleib des Obelisken auf dem zentralen Kasseler Königsplatz, für den das Werk geschaffen sei. Damit war er vom ursprünglich geforderten Kaufpreis von 600.000 Euro deutlich abgerückt. Die Mehrheitsfraktionen der Kasseler Stadtverordnetenversammlung und der Magistrat lehnen einen Verbleib des Kunstwerkes auf dem Königsplatz aber ab und plädieren für den Standort Holländischer Platz.

Auf dem Obelisken ist das Bibelwort "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" aus dem Matthäusevangelium in deutscher, englischer, türkischer und arabischer Sprache eingraviert. Für den Erwerb des Oguibe-Kunstwerks hatte sich zuletzt auch die Initiativgruppe "Christinnen und Christen für den Erhalt des Obelisken" eingesetzt. Der Hamburger Verein "Andere Zeiten" hat den geplanten Ankauf durch die Stadt Kassel über eine Spendenaktion mit einer Spende von 10.000 Euro unterstützt. Das Mahnmal mit seiner universell-humanitären Botschaft biete Reibungsflächen und Anstöße zur öffentlichen Auseinandersetzung, heißt auf der Internetseite www.christen-fuer-den-obelisken.de.

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