Farid Bang und Kollegah besuchen Auschwitz

epd-bild/Daniel Schaefer

Ehemaliges Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Polen

Ehemaliges Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Polen

Nach dem Antisemitismus-Eklat um den Musikpreis Echo haben sich die Rapper Kollegah und Farid Bang zu einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau bereiterklärt.
Deutschland spricht 2019

"Wir nehmen die Einladung an", sagte Farid Bang der "Bild", wie das Online-Portal der Zeitung am Mittwochabend meldete. Das Internationale Auschwitz-Komitee hatte den beiden Musikern nahe gelegt, die KZ-Gedenkstätte zu besichtigen. Dass die Rapper nun zugesagt hätten, sei "ein Signal an ihre vielen Fans", sagte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, der Zeitung. Der Auschwitz-Besuch soll dem Bericht zufolge am 3. Juni stattfinden.

Verhöhnung von Holocaust-Überlebenden

Bei der Echo-Gala Mitte April waren Farid Bang und Kollegah trotz Antisemitismus-Vorwürfen und massiver Kritik im Vorfeld ausgezeichnet worden. Die beiden Rapper erhielten den Preis für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" in der Kategorie Hip-Hop/Urban National. Darin finden sich Textzeilen wie "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow" oder "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen".

Die Auszeichnung der Rapper hatte bundesweit ein Welle der Empörung ausgelöst. Zahlreiche Preisträger, darunter Stardirigent Daniel Barenboim und Rockmusiker Marius Müller-Westernhagen, hatten daraufhin aus Protest ihre Auszeichnungen zurückgegeben. Unter dem massiven öffentlichen Druck entschied der Bundesverband Musikindustrie in der vergangenen Woche, den Echo in der bisherigen Form abzuschaffen. Medienberichten vom Mittwochabend zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf indessen wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen die beiden Rapper.

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