Rund 30 Tote bei Doppelanschlag in Kabul

Bei einem Doppelanschlag im Zentrum von Kabul sind am Montag mindestens 29 Menschen getötet worden, darunter mehrere Journalisten.
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Fast 50 Menschen wurden nach Angaben des afghanischen Innenministeriums verletzt, wie afghanische Medien berichteten. Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Attentat.

Der erste Anschlag im Schaschdarak-Viertel, wo sich das Nato-Quartier und eine Reihe von Botschaften befinden, wurde gegen acht Uhr morgens verübt. Ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad sprengte sich den Berichten zufolge nahe dem Gebäude des afghanischen Nachrichtendienstes in die Luft. Daraufhin seien Sicherheitskräfte und Journalisten zur Anschlagsstelle geeilt. Ein zweiter Selbstmordattentäter habe sich unter die Gruppe der Reporter gemischt und seinen Sprengsatz etwa 20 Minuten nach der ersten Explosion gezündet. Mindestens acht Journalisten seien getötet worden.

AFP-Fotograf unter den Opfern

Unter den Opfern ist der afghanische Fotograf Shah Marai, der für die Nachrichtenagentur AFP arbeitete. AFP bestätigte den Tod des Journalisten und zitierte einen Polizeisprecher mit den Worten, der Attentäter habe sich als Journalist ausgegeben und sich in der Gruppe in die Luft gesprengt. Auch Yar Mohammed Tokhai, der als Kameramann für den afghanischen Nachrichtensender Tolo News arbeitete, und Nasir Hashimi, der für den TV-Sender Al-Dschasira tätig war, sollen nach Angaben von Kollegen in Kabul getötet worden sein.

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat", die in Afghanistan unter dem Namen Daesch operiert, reklamierte die Bluttat wenig später für sich. Man habe den "abtrünnigen" afghanischen Geheimdienst treffen wollen, hieß es in einer Erklärung.

Präsident Ghani verurteilt Anschlag

Präsident Aschraf Ghani verurteilte den Terrorangriff. In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Anschläge in Afghanistan weiter zugenommen. Vor der für Herbst geplanten Parlamentswahl wollen islamistische Terrorgruppen offenbar mit dem Angriff auf sogenannte weiche Ziele die Bevölkerung einschüchtern und den Wahlprozess unterlaufen. Vor gut einer Woche wurden bei einem Anschlag auf ein Wahlregistrierungszentrum in Kabul mindestens 31 Menschen getötet.

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