Schöpfer der "Kindertransport"-Denkmäler gestorben

Der Schöpfer der "Kindertransport"-Denkmäler, der deutsch-israelische Bildhauer Frank Meisler, ist tot.

Der Holocaust-Überlebende und Bundesverdienstkreuz-Träger starb am 24. März im Alter von 93 Jahren, wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Montag in Berlin mitteilte. Meisler betrieb in der Altstadt von Jaffa in Israel eine Bildhauerwerkstatt. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die "Kindertransport"-Denkmäler in Berlin, Danzig und London.

Eltern in Auschwitz ermordet

Die Denkmäler erinnern an die fast 10.000 jüdischen Kindern, die in der NS-Zeit zwischen der Pogromnacht am 9. November 1938 bis zum Kriegsausbruch 1939 aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei gerettet werden konnten. Das Berliner Denkmal am Bahnhof Friedrichsstraße "Züge ins Leben - Züge in den Tod: 1938-1939" wurde 2008 eingeweiht.

Der 1925 in Danzig geborene Frank Meisler kam als Jugendlicher Ende August 1939 selbst mit einem der letzten Kindertransporte aus Danzig über Berlin, Aachen und Rotterdam nach England. Er entstammte einer Danziger deutsch-jüdischen bürgerlichen Familie und erlebte in seiner Jugend den Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung in seiner Heimatstadt. Seine Eltern wurden ins Warschauer Ghetto verschleppt und in Auschwitz ermordet. Nach Kriegsende studierte Meisler in Manchester Architektur und siedelte 1956 nach Israel über.

Lebenserinnerungen auf Deutsch

Für seine Verdienste wurde er 2012 mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2016 erschienen seine Lebenserinnerungen auf Deutsch unter dem Titel "An der Weichsel gegen Osten. Mein Leben zwischen Danzig, London und Jaffa" in der Zeitzeugenreihe der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

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