Ursula Ott erledigt "Save the date"

­Save the date – Wehe, du hast was anderes vor
Wer hat im Kalender 2018 überhaupt noch Termine frei?

 Katrin Binner
Den Kalender fürs nächste Jahr kaufe ich stets im Oktober. Das ist spät, weil ich da schon zahlreiche STDs habe. STD? Früher war das die Abkürzung für promovierte Theologen (sacrae theologiae doctor) oder für Geschlechtskrankheiten (sexually transmitted diseases). Aber wer heute eine Nachricht mit STD bekommt – es sei denn, man ist theologisch oder anderweitig extremst unterwegs –, bekommt wahrscheinlich eine sehr frühzeitige Terminansage. Eben ein „save the date“.

Natürlich ist das praktisch, aber es hat so was Drängelndes. Wehe, du nimmst dir was anderes vor! Ein junger Kollege von mir hat ein „save the date“ für eine Hochzeit 2019. Auf Malta. Es kam auf einem Magnet, den soll er sich jetzt zwei Jahre an den Kühlschrank hängen. Das wär nix für mich, meine Kühlschrankmagnete fallen immer auf den Boden, wenn ich die Milch für den Kaffee raushole. Ich war schon mal auf Malta, sehr heiß. Ob der Klimawandel bis 2019 noch mehr zuschlägt? Ob das Paar bis Mai 2019 noch zusammen ist? Ob der Kühlschrank dann solar betrieben ist? Egal. Ich bin ja nicht eingeladen.

STDs haben jetzt schon die Kinder. Eine junge Mutter hat mir ihren Chatverlauf der Whatsapp-Gruppe „Luisas Geburtstag“ zur Verfügung gestellt. „Hallo allerseits, Luisa wird fünf am 21. Januar. Könnt ihr da?“ „Tim ist dann bei Jürgen, müsste aber Zeit haben, ich frag ihn.“ „Gern, Lili hat aber keinen Kindersitz.“ Und endlich, zehn Meldungen weiter, die erlösende Nachricht. „Super, die postalischen Einladungen kommen in zwei Wochen.“ 

Wie erleichternd, dass ein Termin schon so lange fix ist: der 31. Oktober 2017, nationaler Feiertag. Was wir feiern, wo Sie auch in Ihrer Nähe großartige Konzerte, Musicals und sehenswerte Filme erleben können, steht im chrismon spezial, das in den nächsten Wochen Ihrer Zeitung beiliegt. Die Höhepunkte des Reformationsjubiläums finden Sie auf chrismon.de/31oktober, in diesem Heft eine Bilanz der Theologen Margot Käßmann und Peter Scherle. Save the date. Ähm, save the Lord. Ach, kommen Sie einfach vorbei! 

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