Susanne Breit-Keßler über schmackhafte Nächstenliebe

Susanne Breit-Keßler über schmackhafte Nächstenliebe
Süßes für die Seele
Gläser mit "Mammalade"

Foto: Susanne Breit-Keßler

Klein, aber fein

Gläser mit "Mammalade"

„Drinking for my country“ rief mir bei passender gesellschaftlicher Gelegenheit ein britischer Diplomat fröhlich entgegen. Und hob das Glas. Trinken für das Vaterland. Kann man, muss man aber nicht. Dagegen ist essen für Menschen in Not eine süße Sache. Nein, ich meine nicht die Charity Dinners, bei denen Champagner in Strömen fließt. Auch das kann man natürlich tun, ohne es zu müssen. 

In München gibt es eine Frau, die mit Bekannten und Freundinnen Marmelade einkocht. „Mammalade“ heißt aus gutem Grund das köstliche Produkt von Helene. Sie findet inzwischen reißenden Absatz. Der Erlös kommt von Gewalt und Obdachlosigkeit betroffenen Frauen und ihren Kindern zugute. Für sie, die in einem evangelischen Frauenhaus Zuflucht finden, wecken die Damen um Helene nicht nur ein.

Mehr! Mehr! 

Sie veranstalten Ausflüge und Festivitäten, bei denen es nicht nur Marmelade gibt. Aber die ist eben einfach umwerfend. Helene sammelt herrlich reifes Obst, das sonst weggeworfen werden würde. Bei ihr werden ganz einfach Delikatessen daraus. Trinken für das Vaterland? Lieber Süßes genießen, um bittere Schicksale zu wenden. Die Lust, noch viel viel mehr zu tun, als „Mammalade“ zu essen, kommt dann von ganz allein. 

 

Lesermeinungen

Vielen Dank für Ihre Zeilen, liebe Frau Breit-Keßler, die ich gerne an meine Einköcherinnen weitergebe. Eines möchte ich noch hinzufügen: Wir haben alle viel Freude und Spaß an diesem Projekt. Zudem ist innerhalb des Teams ein ganz wunderbarer Zusammenhalt entstand - ein wertvolles Miteinander. Ich möchte damit sagen: Geben und Nehmen, das hält sich bei Mammalade für Karla e.V. die Waage.

Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.