Susanne Breit-Keßler über jugendliche Kochsünden

Susanne Breit-Keßler über jugendliche Kochsünden
Matschnudeln
Matschnudeln.jpg

Foto: Susanne Breit-Keßler

Ob man schon echt alt oder wirklich noch jung ist, lässt sich ganz leicht feststellen. Dafür gibt es ein unzweifelhaftes Kriterium. Allerdings, bevor ich das Geheimnis verrate und zum Selbsttest bitte, rate ich zunächst allen Ernährungswissenschaftlern und Low Carb-Propheten, irgendwo anders hin zu surfen - natürlich auf chrismon.de. Auch meine eigenen Ärzte bitte ich herzlich, hier mal kurz zu verschwinden. Ich kriege sonst bei der nächsten Gastroskopie großen Ärger. O.K.? Alle weg? Gut.

Alt ist man dann, wenn man nach 22 Uhr nichts mehr ißt. Jung, wenn man heimkommt, um 22 Uhr oder später, und richtig Hunger hat. Hunger, weil man auf all diesen elenden Arbeitsessen und Sitzungen nur Kekse bekommt, lasche Minisemmeln mit Scheibenkäse oder abgestandene Häppchen mit geräuchertem Schinken. Man ist echt jung, wenn man heimkommt, rasenden Appetit hat und sich Matschnudeln macht. Nix schick al dente, Artischöckchen, Gambas oder Mohn in Sesamkruste oder sowas.

Alles in Grund und Boden kochen

Stattdessen Matschnudeln. Nudeln von gestern oder aus dem Tiefkühler. Rein in die Pfanne, Tomatenmark dazu, Schlagsahne, Käse, viel Käse. Wenn man hat, Erbsen. Heiß machen. Zwischendurch naschen, sich die Zunge verbrennen. Alles in Grund und Boden kochen, bis es weich ist. Sich in den Sessel lümmeln. Keine Gabel. Löffel! Heiß essen, den Madder genießen. Kohlehydrate und Kalorien vergessen, Fett auch. Ist nur was für Schwachmaten. Kann sein, dass ich es irgendwie bereue. Egal. 18 'til I die!

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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