Susanne Breit-Keßler über Entdeckungen im Gewürzschrank

Hauptsache nicht fad!
Susanne Breit-Keßler Salz

Susanne Breit-Keßler

Gut sortiert findet es sich besser: Das leckerste Salz zum Beispiel

Susanne Breit-Keßler Salz

Alles Salz - von Bayern bis zum Himalaya

Ich habe den Überblick verloren. Keine Sorge – es geht nur um die Gewürze in der Küche. Aber mir reicht das schon. Möchte ich bayerisch kochen, habe ich auf einmal indischen Hochzeitscurry oder echten Safran in der Hand. Zitronengras und Galgant, normalerweise frisch zu verwenden, besitze ich auch pulverisiert. Aber was hilft das, wenn beide sich zwischen Estragon, Reisessig und Ras el Hanout tummeln? 

Ich räume alle Gewürze aus dem Schrank und fange an zu sortieren. Wo habe ich das bloß alles her? Mindestens wenn nicht noch mehr Gläser und Dosen stehen auf einmal „im Freien“. Aber Ordnung machen tut nicht nur der Küche, sondern auch der Seele gut. Ich schiebe all die Köstlichkeiten mehrfach umeinander. Einmal hierhin, einmal dorthin. System ist alles – und im Organisieren bin ich gut. Los jetzt!

Es geht eine Träne auf Reisen

Am Ende gibt es eine bayerische Gewürzecke. Dann kommt Südeuropa. Ich schnuppere an Lavendelgewürz, an Quatre Épices aus Pfeffer, Ingwer, Muskat und Nelke und am geräucherten Paprikapulver. Die arabischen Länder sind gut vertreten. Erst recht Asien. Baharat, Garam Masala, Kreuzkümmel, Wasabi … Und da sind die Salzvariationen, die sich frech unter alles mischen.

Was biblisch völlig richtig ist: „Ihr seid das Salz der Erde“, sagt Jesus. Menschen, die Pep haben. Die im Zusammensein reinigend wirken und konservieren, was bewahrt werden soll – und die anderen auch mal die Suppe versalzen. Was ich zum Einmischen alles habe: Gekräutertes oder selbstgemachtes Salz mit Chili, solches aus dem Meer mit Orangen, Fleur du Sel und blaues Steinsalz aus dem Himalaya.

Ich denke gerührt an die Menschen, die mir Vieles davon geschenkt haben. Und zerdrücke ein paar Tränchen im Auge. Auch salzig! Tränen gehören zum Salz der Erde. Tränen des Mitgefühls, der Sympathie, der Trauer. Tränen, die sich mit denen anderer vermischen, erhalten Leben, geben neue Impulse – weil man spürt, dass man nicht verlassen ist.

Und dann sind da noch die Tränen, die losströmen, wenn es einen schüttelt vor Lachen. Angeblich hat man danach mehr Abwehrstoffe als sonst im Blut und die Viren fürchten sich. Na dann – kräftig Salz ins Miteinander, viel Gefühl für andere und eine Menge Lachtränen in die Augen, auf dass das Leben und die Welt endlich besser werden. 

Vom Blog zum Buch:
Sie wollen mehr lesen? Dann gibt es jetzt das Buch dazu von Susanne Breit-Keßler

 "Prost Mahlzeit!".  Für gute Laune beim Kochen, mit vielen Rezepten, Kolumnen und Illustrationen. edition chrismon, 144 SeitenPR

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler war bis 2019 Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Sie war Sprecherin vom "Das Wort zum Sonntag" und regelmäßige chrismon- Autorin. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne" und Mitglied im Aufsichtsrat des GEP, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, in dem auch chrismon erscheint.

Blogs auf chrismon.de

Hier finden Sie eine Übersicht aller Blogs auf chrismon.de
Und hier können Sie alle Blogs direkt abonnieren

Blogs

Text:
Franz Alt
162 Beiträge

„Lust auf Zukunft“ will unser Kolumnist Franz Alt vermitteln. Ob Energie, Politik, Gesellschaft, Familie oder Umwelt - überall ist der Wandel möglich und durch den Wandel eine bessere Welt für uns alle

Text:
Johann Hinrich Claussen
200 Beiträge

Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Text:
Susanne Breit-Keßler
127 Beiträge

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Text:
11 Beiträge

Dorothea Heintze lebt in einer Baugemeinschaft in Hamburg und weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das eigene Wohnglück zu finden ist.

Text:
Hanna Lucassen
26 Beiträge

Schwester, Schwester! Hanna Lucassen erzählt von Streiks, Spritzen und Sonntagsdiensten.