Susanne Breit-Keßler über die Notwendigkeit, herzhaft zu backen

Nicht ohne mein Brot!
Susanne Breit-Keßler Brot

Susanne Breit-Keßler

Susanne Breit-Keßler Brot

Brot ist, wenn auch nicht flüssig, dennoch Lebenselixier. Der Gottessohn selbst bezeichnet sich als „Brot des Lebens“, allerdings im übertragenen Sinn. Beim Abendmahl erinnern wir uns daran, dass wir himmlische Lebensmittel brauchen - Sinn und Geschmack für das ganze Leben, für das Dasein mit seinen tiefen Schatten und dem strahlenden Licht. Für die Ewigkeit, die uns erwartet.

Bei den Gastmählern, die mein Mann und ich zu Hause abhalten, spielt Brot immer eine elementare Rolle. Wir essen es mit unseren Gästen zu den Vorspeisen, zur Suppe und gerne mal am Ende zur Käseplatte. Mein Mann, in dieser Beziehung ein Gesinnungsitaliener, isst überhaupt nichts ohne Brot - auch Reis- und Nudelgerichte nicht. Das liegt mir zwar fern, aber jeder soll nach seiner Façon satt werden  ...

Sinn und Sinnlichkeit - Jane Austen in der Küche

Wenn Gäste zum „Abendmahl“ kommen, kaufe ich das Brot nicht mehr, sondern backe es wieder selbst - wie in meinen jungen Jahren. Nicht weil ich die Königin des Ofens wäre - von meinen Niederlagen an der Kuchenfront habe ich hier schon ausführlich berichtet. Nein, weil ich mir selbst den sinnlichen Genuss des Brotbackens gönne. Alles zusammenmatschen, kneten, warten, formen, backen, riechen. Vollgebatzt sein ... Ahhh!

A propos Italiener: Ich liebe Focaccia. Und das ist so einfach: Mehl, getrocknete Kräuter und Salz in einer Schüssel mischen. Hefe und Zucker mit  lauwarmem Wasser verrühren, bis sich beides auflöst und in das Mehl einarbeiten. Da ist es gut, den Mixer zu nehmen. Etwas Olivenöl hinzu und alles zu einem glatten Teig verkneten. An einem warmen Ort eine halbe Stunde gehen lassen.

Grüne steinlose Oliven längs halbieren und mit noch etwas Rosmarin in den Teig mischen. Fladen formen, wieder gehen lassen - man lernt loslassen - und schließlich die Teigfladen mit den Fingern mehrfach eindrücken. Auf der untersten Schiene im Ofen backen. Kurz vor Schluss noch etwas Öl draufstreichen und fertig backen. Wenn es nur nicht so heiß herauskäme - ich würde sofort hineinbeißen! Jesus! Der Himmel ist jedenfalls nah. 

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler war bis 2019 Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Sie war Sprecherin vom "Das Wort zum Sonntag" und regelmäßige chrismon- Autorin. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne" und Mitglied im Aufsichtsrat des GEP, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, in dem auch chrismon erscheint.

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