Johann Hinrich Claussen über Fatalismus

Johann Hinrich Claussen über Fatalismus
Ein Lob der schlechten Laune
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Foto: privat

Matthias Drobinski, Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“, hat im nun gerade vergangenen Alten Jahr ein kleines, feines Buch geschrieben. „Lob des Fatalismus“ heißt es und versucht auf höchst erbauliche Weise, einen Gegenakzent zum allgegenwärtigen Optimierungsbetrieb zu setzen. Es empfiehlt dabei keineswegs, den schlimmen Dingen ihren Lauf zu lassen, wohl aber, dass „Gottvertrauen auf dem schwankendem Boden des Lebens“ ein besonderer Segen sein kann. Es entlastet von der Anmaßung, man selbst könne alle globalen Probleme lösen, schafft Abstand, schafft Raum für die Hoffnung und kann durchaus mit Humor gepaart sein. Dieser Fatalismus „ist eine Gegenmacht gegen alle, die die Welt im Griff haben wollen und jede Unsicherheit im Keim ersticken wollen.“

Das passt nun alles sehr schön zum soeben begonnenen Neuen Jahr. Denn 2019 ist "Fontane-Jahr"! Denn am 30. 12. 2019 wäre er 200 Jahre alt geworden. Fontane nun war ein Fatalist besonderer Güte, der einmal sogar bekannt hat: „Resignieren können, ist ein Glück und beinah eine Tugend.“

P.S.: Wer sich regelmäßig etwas Gutes tun will, dem empfehle ich die „Film-Show“ meines Kollegen Christian Engels. Darin stellt er kundig, amüsant, auf den Punkt aktuelle Kinofilme vor.

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Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Johann Hinrich Claussen
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