Was tun, wenn der Partner woanders beerdigt werden möchte

Welcher Ort fürs Grab?
Welcher Ort fürs Grab?

Kati Szilágyi

Welcher Ort fürs Grab?

Stefanie Schardien, Pfarrerin in Fürth und "Wort zum Sonntag"-Sprecherin, beantwortet für chrismon jeden Monat kniffelige Lebensfragen.

Christiane B. aus Essen fragt:

"Neulich kam ich mit meinem Partner aufs Thema Sterben und ich fragte ihn, wo er beerdigt werden möchte. Er sagte spontan: In diesem provenzalischen Dorf, wo er mit seiner Ex-Frau mal einen wunderbaren Urlaub hatte. Was soll ich denn dazu sagen? Und vor allem: Wenn er jetzt sterben würde, müsste ich mich daran halten?" 

Stefanie Schardien antwortet:

Als Pfarrerin erlebe ich, dass für alle im Ernstfall anstehenden Entscheidungen rechtzeitige Gespräche über das Sterben und über Beerdigungen hilfreich sind. Und dass sie immer noch zu selten geführt werden. Es spricht für Ihre Beziehung, dass Sie diese Themen angehen ­können. Wer hat nun am Ende die Gestaltungshoheit für die Bestattung: die Toten oder die ­Lebenden? Realistisch gesagt: Diejenigen, die zahlen. Doch natürlich steckt ethisch mehr dahinter: Über die zu Lebzeiten geäußerten Wünsche ihrer Verstorbenen möchten sich viele Menschen nicht hinwegsetzen, selbst wenn es keine Bestattungsverfügungen gibt.

Stefanie Schardien

Stefanie Schardien, geboren 1976, ist Pfarrerin in Fürth und "Wort zum Sonntag"-Sprecherin.
ARD/BR/Markus KonvalinStefanie Schardien

Rechtlich gesehen dürfen diese, sofern sie finanziell abgesichert sind, nicht übergangen werden. Umgekehrt dienen Gräber natürlich besonders den Angehörigen als Ort zum Erinnern und Trauern. Im besten Fall passen die Wünsche beider Seiten zusammen. Das ist bei Ihnen bislang anders. Angesichts der Spontaneität der Äußerung Ihres Partners: Ich würde die sonnige Provence als schönen Begräbnisort nicht sofort überinterpretieren. Führen Sie doch Ihr Gespräch weiter, womöglich einmal bei einem Friedhofsspaziergang. Erzählen Sie, was Ihnen als Trauernder wichtig wäre – etwa ein Grab in der Nähe. Und vielleicht reicht schon das Versprechen, Blumen der Provence auf das Grab zu pflanzen.

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