Nachwuchs und Kinderbetreuung in der Kirche

Ihr Kinderlein, kommet!
Ihr Kinderlein, kommet!

Glaescher/Herzau/Jehnichen/laif

Kindergottesdienst der Diakonie Berlin

Deutschland, Feierabendmahl und Kindergottesdienst bei der Diakonie Berlin, waehrend des Kirchentages DEKT 2017

Gläubige Menschen haben mehr Nachwuchs als der Durchschnitt. Das ist eine Chance für die Kirchen.
Deutschland spricht 2019

Steigern Predigten und Weihrauch die Fruchtbarkeit? Vermutlich nicht, aber wie das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) anhand verschie­de­ner Umfragen und Studien nachweisen kann, bekommen religiöse Menschen in Deutschland mehr Kinder als nichtreligiöse. Familien, die mindestens einmal pro Woche zur Kirche gegangen sind, hatten im Jahr 2017 durchschnittlich 2,12 Kinder; Menschen, die nie einen Gottesdienst besucht haben, nur 1,64.

"Natürlich heißt dies nicht, dass der Besuch von Gottesdiensten unmittelbar die Kinderzahl beeinflusst", schreiben die Forscher. "Aber es veranschaulicht, welche Rolle Kirche, Glaube und gemeinsames Beten indirekt haben können." Wichtig sei die Eingebundenheit in eine Gemeinschaft. Auch die positive Haltung der Glaubensgemeinschaften zu Kindern erleichtere vielen Paaren die Entscheidung, eine Familie zu gründen. Als Konsequenz empfehlen die Analysten den Kirchen, mehr Kitas zu bauen.

So könnten die Kirchen die Berufstätigkeit von Eltern erleichtern und die Chancengerechtigkeit verbessern. Dadurch würden auch nichtgläubige Menschen die Kirchen mehr wertschätzen. Noch eine Schlussfolgerung der Forscher: Wenn die Kitas christliche Werte vermitteln, könnte das langfristig sogar den Mitglieder­schwund eindämmen.

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