Hörspielkirche in Sipplingen

Einfach mal zuhören
Einfach mal zuhören

Getty Images/iStockphoto/SIphotography

man holds his hand near ear and listens carefully isolated on gray wall background

In der Jakobuskirche in Sipplingen werden jeden Sommer Hörspiele vorgespielt, jeden zweiten Sonntag findet ein Hörspielgottesdienst statt und Autoren kommen für Lesungen. Ein ungewöhnliches Konzept.

chrismon: Wo hören Sie am liebsten Hörspiele?

Carolyn Trittel: Ich höre auf Reisen – im ­
Auto oder Zug – Hörspiele und Hörbücher. Beim Autofahren ist es natürlich dann oft so, dass man ankommt, bevor das Hörspiel zu Ende ist.

Warum sollte man dazu in eine Kirche gehen?

Einerseits natürlich wegen der guten Akus­tik. Andererseits ist es ein schöner schlichter Raum, ohne viel Ablenkung. Man kann zur Ruhe kommen und einfach nur zuhören. Die Kirche ist ja ebenso ein Ort der Stille wie ein Ort des Hörens. Es ist, wie ins Kino zu gehen statt fernzusehen.

Carolyn Trittel

Carolyn Trittel ist Medizin­technikingenieurin und ehrenamtliche Projektleiterin der Hörspiel­kirche in Sipplingen

Was bieten Sie dieses Jahr an?

Ab Mitte Juli laufen unter der Woche normale Hörspiele: nachmittags für Kinder und Jugendliche, abends für Erwachsene. Jeden zweiten Sonntag findet ein Hörspielgottesdienst statt. Dabei wird ein Ausschnitt aus einem Hörspiel vorgespielt, vergangenes Jahr zum Beispiel aus "Hiob" von Joseph Roth oder "QualityLand" von Marc-Uwe Kling. Den Ausschnitt kommentiert der Pfarrer und baut ihn in seine Predigt ein. An den anderen Sonntagen stellen verschiedene Autoren ihre Hörspiele vor.

Und als Zuhörer kommen nur die üblichen Verdächtigen?

Im Gegenteil. Gerade die Gottesdienste werden gut angenommen und sind regelmäßig gefüllt. Traditionsbewusste meiden das Format eher, dafür erreichen wir jüngere Menschen, Familien und Touristen, die sonst vielleicht nicht in eine Kirche gehen würden. Viele 
finden auch die Auslegungen der Hörspiele im Gottesdienst interessant. Es ist einfach mal was anderes.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.