Lutherbibel: Der Prophet Jeremia und die Zukunft

Zukunft oder Untergang?
Revidiert

chrismon

Revidiert

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch ­habe, spricht der HERR: ­Gedanken des Friedens und nicht 
des Leides, dass ich euch gebe ­Zukunft und Hoffnung.

Der Prophet Jeremia kündigt den Juden Rettung an. Sie waren im 6. Jahrhundert vor Christus nach Babylon verschleppt worden. Jeremia schrieb ihnen, sie müssten ­siebzig Jahre das Exil aushalten, dunkle Zeiten. Dann werde ihnen die Heimkehr nach Jerusalem erlaubt. Ein Lichtblick!

Wie lässt sich dieser Vers im Deutschen angemessen wiedergeben? Martin Luther schrieb von einem "Ende, des ihr wartet" – oder: "das euch erwartet". Luther setzte voraus, dass es ein gutes Ende sein werde. Aber heute verstehen wir unter "Ende" sehr oft "Schluss". Manchmal umschreibt dieses Wort sogar den Tod. Auch das Verb "warten" lässt kaum Hoffnung anklingen. Deshalb wurde der Satz des Reformators für die Lutherbibel 2017 kräftig revidiert. Denn der Prophet sah ja einen neuen Anfang für sein Volk voraus, die Rückkehr in die verlassene Heimat Judäa. Das Volk 
Israel werde wieder viele Nachkommen haben und friedliche Zeiten erleben. Der Wortlaut ­"Zukunft und Hoffnung" gibt das besser wieder.

Die Deportierten durften damals wirklich ­zurückkehren. Auch später, wenn Zeiten dunkel erschienen, weckte der Vers aus dem Jeremiabuch die Hoffnung: Gott wird eingreifen und die Menschen aus ihrem Elend erretten.

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