WDR-Fernsehfilm über Sorgerecht für homosexuelle Paare

Die zweite Mutter
Unser Kind

WDR/Martin Valentin Menke

Katharina (Britta Hammelstein, l.) und ihre Frau Ellen (Susanne Wolff, r.)

ARD/WDR Unser Kind

Der WDR-Fernsehfilm "Unser Kind" thematisiert die Schwierigkeiten, die gleichgeschlechtliche Paare bei der Anerkennung der Elternschaft haben.

Nach einer künstlichen Befruchtung bringt Katharina (Britta Hammelstein) ihr Baby Franz zur Welt. Ihre Frau Ellen (Susanne Wolff) drängt darauf, Franz schnellstmöglich zu adoptieren. Nur dann ist sie Katharina als Mutter rechtlich gleichgestellt. Anders als in heterosexuellen Ehen ist sie sonst nur Vormund des Sohnes, Sorgerecht hat sie nicht, so ist es Gesetz. Doch das Jugendamt bremst den Prozess, fordert ein Probejahr. Es kommt zur Tragödie: Katharina stirbt bei einem Unfall, bevor die Adoption geregelt ist. Als sich der biologische Vater und auch Katharinas Eltern zunehmend um Franz bemühen, entbrennt ein Kampf um die Elternschaft.

Der vom WDR produzierte Fernsehfilm spielt in einem liberalen Umfeld, es geht nicht um gut oder böse. Jeder der Beteiligten meint, im Sinne des Kindes zu handeln. Aber vieles, was gut für den ­kleinen Franz zu sein scheint, läuft gegen Ellen. "Was macht uns zu Eltern? Wodurch fühlen wir uns als ­Vater, als Mutter? Wodurch schreiben wir anderen diese Rolle zu?" – das sind die emotionalen Fragen, die die Drehbuchautorin Kristl Philippi umgetrieben haben. Daneben zeigt "Unser Kind" eindrucksvoll die gesellschaftliche Ungleichbehandlung, an der auch das neue Gesetz zur "Ehe für alle" nichts ändert. So beklemmend wie lehrreich.

Infobox

Sendetermin: Das Erste, Mittwoch, 7. November 2018, 20.15 Uhr

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